Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2010

10:00 Uhr

Immobilienfonds

Defizite beim nachhaltigen Bauen

VonSusanne Bergius

Die weltweit erste Umfrage zum Umweltmanagement börsennotierter Immobilienunternehmen zeigt: Es gibt Defizite beim nachhaltigen Bauen. Deutsche Immobilienfirmen und-fonds weisen im internationalen Vergleich mäßige Umweltleistungen auf und lassen Investmentchancen ungenutzt.

Das Bürogebäude "Emerald" in Helsinki ist erst der Anfang: Der TMW Immobilien Weltfonds will erster "nachhaltiger" deutscher offener Immobilienfonds sein. Quelle: Staubach, Barbara

Das Bürogebäude "Emerald" in Helsinki ist erst der Anfang: Der TMW Immobilien Weltfonds will erster "nachhaltiger" deutscher offener Immobilienfonds sein.

BerlinAustralische Immobilienunternehmen und-fonds erzielen weltweit die besten Umweltleistungen. Die deutschen börsennotierten Gesellschaften Alstria Office Reit und Deutsche Euroshop (DES) schneiden dagegen mager ab. Bei den deutschen Immobilienfonds sieht es etwas besser aus. Das ergab die weltweit erste Umfrage zum Umweltmanagement börsennotierter Immobilienunternehmen und nicht gelisteter Immobilienfonds. Die Studie der Universität Maastricht im Auftrag großer Pensionsfonds liegt dem Handelsblatt vor.

Die Wissenschaftler befragten 688 Unternehmen und Fonds aller Kontinente. Antworten erhielten sie von 72 börsennotierten Firmen und 126 Fondsgesellschaften. Die Forscher bewerteten ökologische Unternehmensziele, Umwelt-Management sowie die konkrete Umsetzung von Maßnahmen und deren Erfolgskontrolle. Ein dafür entwickelter "Environmental Real Estate Index" soll es institutionellen Investoren ermöglichen, die Umweltleistungen von Immobilieninvestments untereinander und mit den eigenen Zielen zu vergleichen.

"Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die meisten Immobilieninvestoren sich des Wertschöpfungspotenzials durch Energieeffizienz oder Umweltinvestitionen in Gebäude noch nicht bewusst sind", sagt Autor Nils Kok. Das sei erstaunlich, da mehrere Studien belegten, dass energieeffiziente Gebäude bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielten als konventionelle, und dass Investitionen selbst bei heutigen Energiepreisen größtenteils Nettoerträge erbrächten.

Lediglich zehn Prozent der Antwortenden erzielten hohe Bewertungen in allen Kategorien: Einzig Unternehmen aus Australien, Großbritannien und Schweden schafften mit 70 bis 86 Prozent den Sprung ins vordere Drittel. Alstria Office Reit und DES sind mit Bewertungen unter 30 Prozent weit abgeschlagen. Nachhaltigkeit sei kein Ankaufskriterium, heißt es etwa bei DES. Zwar würden Shoppingcenter nach und nach auf Ökostrom umgestellt, aber zu Umweltinvestitionen seien Investoren und Mieter nicht bereit.

Mau dürften auch die Leistungen derjenigen Befragten sein, die nicht antworteten, so die Forscher. Fondsgesellschaft Commerz Real zum Beispiel nahm nicht teil, hat aber kürzlich ein ökologisch nachhaltiges Büroobjekt in Birmingham für den Immobilienfonds Hausinvest Europa erworben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×