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27.04.2011

19:36 Uhr

Immobilienfonds

Die Eiszeit hält an

VonReiner Reichel

Drei offene Immobilienfonds müssen entscheiden, ob sie wieder Anteile zurücknehmen. Für ihre Kunden geht es um Milliarden, auf die sie wohl weiter verzichten müssen.

Auch die Anleger von CS Euroreal der Credit Suisse wissen noch nicht, ob sie bald an ihr Erspartes kommen. Quelle: Reuters

Auch die Anleger von CS Euroreal der Credit Suisse wissen noch nicht, ob sie bald an ihr Erspartes kommen.

Düsseldorf Hunderttausende Anleger in Immobilienfonds müssen weiter auf ihr Geld warten. Ihr Erspartes bleibt voraussichtlich ein weiteres Jahr in Fonds stecken, die bereits seit einem Jahr keine Anteile gegen Geld tauschen. Immobilienfonds-Analystin Sonja Knorr von der Ratingagentur Scope warnt vor den Fonds, die bald darüber entscheiden werden, ob sie Anlegern die Rückgabe ihrer Anteile wieder erlauben: „Ich rechne nicht damit, dass die Fonds von Credit Suisse und TMW im Mai geöffnet werden.“ Es geht um die Fonds TMW Weltfonds und CS Euroreal. Der Kanam Grundinvest wurde am Dienstag, der SEB Immoinvest am Mittwoch bis Mai 2012 eingefroren.

TMW und Credit Suisse wollen nicht sagen, wie sie entscheiden. Wenig Chancen zu öffnen, hat der TMW Weltfonds. Er weist eine Liquiditätsquote von 0,85 Prozent aus. Würde er öffnen, müsste er aber noch mindestens fünf Prozent in der Kasse haben, auch nachdem alle Rückgabewünsche seiner Kunden erfüllt sind. Wer seinen Fonds öffnet, auf den läuft eine Welle von Anteilsrückgaben zu. Das bestreitet niemand in der Branche. Analystin Knorr schätzt deshalb, dass keine Gesellschaft es wagen wird, Fonds mit weniger als 25 bis 30 Prozent Liquiditätsquote zu öffnen. Von einer solchen Quote sind der CS Euroreal und der SEB Immoinvest weit entfernt. Der Fonds der Credit Suisse hat mit einer Milliarde Euro 16,9 Prozent des Fondsvolumens für Anteilsrückgaben zur Verfügung. Die schwedische Bank SEB gibt den Kassenbestand für ihren Fonds mit einer Milliarde Euro brutto an, was einer Quote von 15,6 Prozent entspricht. Doch davon müssen auch kommende Ausgaben gedeckt werden, so dass für den Tausch Anteile gegen Geld weniger Geld zur Verfügung steht. Sie kündigte allerdings an, nach Immobilienverkäufen noch in diesem Jahr wieder mit dem Tausch Anteile gegen Geld beginnen zu wollen.

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