Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.10.2013

17:03 Uhr

Immobiliengesellschaft

Börsengang in der Schweiz geplatzt

Die Immobiliengesellschaft Ledermann hat ihren Börsengang im letzten Moment abgeblasen. Firmenchef Michael Müller gibt zu, die Nachfrage läge unter den Erwartungen. Es wollten nicht genügend Anleger zugreifen.

Der Schweizer IPO-Markt kommt nicht auf Touren. dpa

Der Schweizer IPO-Markt kommt nicht auf Touren.

ZürichErstmals seit über zehn Jahren hat eine Firma einen Börsengang in der Schweiz im letzten Moment abgeblasen. Die Immobiliengesellschaft Ledermann teilte am Dienstagmorgen mit, dass das für denselben Tag geplante Listing abgesagt werde. „Die Nachfrage lag unter den Erwartungen“, sagte Firmenchef Michael Müller zu Reuters. Die Immobilienfirma hatte auf einen Erlös von bis zu 130 Millionen Franken erhofft. Zu einem Preis von 89 bis 103 Franken je Aktie wollten aber nicht genügend Anleger zugreifen. Müller erklärte, eine Senkung der Preisspanne sei nicht infrage gekommen. Ledermann sei nicht auf die Mittel angewiesen, der Wachstumskurs werde fortgesetzt, wenn auch in gemächlicherem Tempo als geplant. Müller wollte sich nicht festlegen, ob Ledermann zu einem späteren Zeitpunkt einen zweiten Anlauf wagt.

Ein Investmentbanker erklärte, die Ledermann-Aktien seien angesichts der beschränkten Wachstumsaussichten und der im Vergleich zu den Wettbewerbern niedrigen Dividendenrendite teuer gewesen. Ein anderer wies darauf hin, dass die meisten Häuser der Gesellschaft in einem einzigen Zürcher Quartier stehen, in dem die Mieten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. "Der Immobilienboom ist auf dem Höhepunkt oder hat ihn schon überschritten", begründete ein Anlageberater das geringe Interesse seiner Kunden an einer Zeichnung der Titel. Der starke Immobilien-Preisanstieg in den wirtschaftsstarken Gegenden wie Zürich oder der Region am Genfer See hat auch die Schweizerische Notenbank auf den Plan gerufen, die vor einer möglichen Blase warnt.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Der gescheiterte Börsengang von Ledermann ist auch eine Schlappe für die mit der Transaktion betraute UBS. Aufgabe der Bank ist es, ein Preisband zu ermitteln, bei dem die Titel bei Anlegern platziert werden können.

Der Schweizer IPO-Markt kommt nicht auf Touren. Die letzte Firma, die den Sprung an die Börse schaffte, war das Derivatehaus EFG Financial Products im Oktober 2012. Das Umfeld für Börsengänge ist im Moment nicht einfach. Der Budget-Streit in den USA dämpft den Risiko-Appetit der Anleger. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass andere Unternehmen an ihren Börsenplänen festhalten. Vergangene Woche hatte General Electric angekündigt, seine Schweizer Bankentochter GE Money Bank (GEMB) bis zum Jahresende an die Börse zu bringen. Insider schätzen den Emissionserlös für die im Konsumkreditgeschäft tätige Bank, die in Cembra Money Bank umbenannt werden soll, auf bis zu 900 Millionen Franken. "Ledermann wird keinen Einfluss auf andere geplante IPOs in der Schweiz haben", erklärte Hanspeter Gehrer, Corporate Finance-Chef der Bank Vontobel. Im kommenden Jahr rechnete er mit einer Belebung im Schweizer IPO-Markt. "2014 dürften rund fünf Firmen an die Schweizer Börse gehen", sagte Gehrer.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×