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02.05.2010

10:00 Uhr

Immobilieninvestment

Nachhaltige Gebäude sind gefragt

VonSusanne Bergius

Bei Investments in Immobilien gewinnt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung. Die Zahl der Bauunternehmen und Investoren, die sich dem "Green Building" verschrieben haben, wächst. Denn ökologisch saubere Häuser sind nicht nur gut für das Gewissen, sondern auch gut für die Rendite.

Nachhaltige Gebäude sind nicht nur gut für das Gewissen. Sie bringen Investoren auch gute Renditen. dpa

Nachhaltige Gebäude sind nicht nur gut für das Gewissen. Sie bringen Investoren auch gute Renditen.

BerlinGebäude verschlingen 50 Prozent der Kapitalinvestitionen und verursachen 40 Prozent der Treibhausgase. Deshalb ist der Bau nachhaltiger Gebäude eine große Herausforderung für Unternehmen wie Privatpersonen. Diese Erkenntnis bringt spätestens jetzt alle betroffenen Branchen und Berufszweige auf Trab, auch weil bei vernünftigem Bauen mehr Rentabilität winkt.

Positive Auswirkungen auf die Profitabilität bestärken Unternehmen darin, Maßnahmen zur Nachhaltigkeit zu ergreifen - auch in der Wirtschaftskrise. Das ergaben Umfragen des weltweiten Berufsverbandes für Immobilienfachleute, Royal Institution of Chartered Surveyors (Rics). "Die von potenziellen Investoren geforderten Nachhaltigkeitsaspekte übersteigen in vielen Bereichen bereits die gesetzlichen Bestimmungen", resümiert Ursula Hartenberger, Globale Leiterin der Nachhaltigkeitspolitik des RICS. Sie hat darum im Oktober Nachhaltigkeitsleitlinien für die Immobilienwirtschaft mit Handlungsempfehlungen vorgestellt.

Derweil wächst die Zahl der Bauunternehmen, Architekten, Projektplaner, Investoren und Immobiliengesellschaften, die sich der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) anschließen. Mitte 2007 gegründet, hat sie heute bereits 836 Mitglieder. Ihr internationaler Kongress mit der Messe Consense steht Mitte Juni vor der Tür.

Dieses Jahr geht förmlich ein Ruck durch die Branche und über ihre Grenzen hinaus: Eine Veranstaltung zu nachhaltigem Bauen jagt die nächste. An der TU Darmstadt wurden im Januar Rechtsaspekte gesunden Bauens diskutiert. Die Messe Bautec und ein Kongress des Bundesbauministeriums informierten im Februar in Berlin über langlebiges Bauen und zukunftsorientierte Technologien.

Nachhaltigkeit war auch der Fokus der dritten IIR Jahrestagung "Green Building Summit", zu der Entscheider aus Bau- und Immobilienfirmen, Finanzinstituten und Investmentgesellschaften nach Frankfurt kamen. Und die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) diskutierte auf ihrem Immobilien-Symposium die Frage, ob sich Nachhaltigkeit und die Bewertung börsennotierter Immobilienfirmen anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien lohnt.

Kommentare (1)

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Jonas

02.05.2010, 14:54 Uhr

"'Die von potenziellen investoren geforderten Nachhaltigkeitsaspekte übersteigen in vielen bereichen bereits die gesetzlichen bestimmungen' resümiert Ursula Hartenberger".

Oje. Ursula dumm ? Auf winzige Kopf gefallen ? Das Gegenteil, daß die unterhalb der gesetzlichen bestimmungen liegen könnten, ist ja auch nicht möglich, wäre ja ungesetzlich.

Schlimmer ist "Gebäude verschlingen 50 Prozent der Kapitalinvestitionen und verursachen 40 Prozent der Treibhausgase" denn das liegt zu einem grossen Teil an den dummen gesetzlichen bestimmungen. Gebäude haben die Pflicht zum Nachbarabstand, durch den 50% mehr Aussenwände mit ihren Wärmeverlusten entstehen.
Dann gibt es ja durchaus sinnvolle gesetzliche Forderungen zum brandschutz etc. aber auch das treibt die Kosten und den Aufwand. Man könnte Gebäude sonst als grosses Styroporiglu bauen, kostengünstig und top isoliert.

Eine moderne Stadtplanung ohne die aktuellen gesetzlichen Vorgaben sondern mit ganz neuen Vorgaben (nicht schlechter als die alten) die gestapelte Reihenhäuser und drunterliegende Fabriken und Verkehrswege erlaubt, hätte zu niedrigen Kosten eine bessere Energieausnutzung und weniger Flächenverbrauch. Aber dazu bräuchte es einen Masterplan und Grossinvestor - alles im kapitalistischen System nicht umsetzbar.

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