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18.04.2012

12:19 Uhr

Immobilienkonzern

GSW besorgt sich Kapital für Zukäufe

Der Wohnungskonzern hat eine Kapitalerhöhung von mehr als 200 Millionen Euro angekündigt. Dazu bietet er neue Aktien zum Preis von 21,30 Euro an. Der Konzern will bei Wohnungsdeals künftig schneller zugreifen können.

Dass Hochhaus der GSW in der Charlottenstraße in Berlin. PR

Dass Hochhaus der GSW in der Charlottenstraße in Berlin.

FrankfurtDer Wohnungskonzern GSW will sich mit einer 200 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung für die geplante Einkaufstour rüsten. Den Aktionären sollen knapp 9,5 Millionen neue Aktien für je 21,30 Euro angeboten werden, wie das Berliner Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilte.

Für je 13 alte Papiere können die Inhaber drei neue zeichnen. Die Bezugsfrist ist für die Zeit vom 19. April bis 2. Mai geplant. Die GSW wirbt damit, dass die Inhaber der neuen Aktien bereits die für das Jahr 2011 geplante Dividende von 90 Cent erhalten.

Angesichts der Verwässerung der bestehenden Anteile sackte die GSW-Aktie um 3,5 Prozent auf 24,90 Euro ab und war damit einer der größten Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Die Kapitalerhöhung war erwartet worden, denn die Mittel aus dem Börsengang vor einem Jahr sind aufgebraucht. GSW-Chef Thomas Zinnöcker will in Berlin weitere Bestände zukaufen, wie er vor kurzem auf der Bilanzpressekonferenz bekräftigte.

Der Konzern hat bei den vom Bund zum Verkauf gestellten ostdeutschen TLG Immobilien zwar abgewinkt, lässt sich bei seinen Zukaufsplänen ansonsten aber nicht in die Karten schauen. „Wir schauen uns eine Menge an und sind in Verhandlungen, aber es gibt noch nichts, was so konkret ist, dass man darüber sprechen könnte“, sagte ein Sprecher. Die GSW wolle flexibel genug sein, um schnell zuschlagen zu können.

Netto dürfte die Kapitalerhöhung 190 Millionen Euro in die Kasse spülen. DZ-Bank Analyst Ulrich Geis schätzt, dass der Konzern mit diesem Eigenkapital-Anteil Zukäufe für insgesamt 500 Millionen Euro stemmen könnte.

Die GSW war vom Finanzinvestor Cerberus und der US-Bank Goldman Sachs an die Börse gebracht worden. Der Konzern ist auf Wohnungen für mittlere und untere Einkommenschichten fokussiert und managt in Berlin 53.000 Einheiten. Derzeit prüft Zinnöcker bei 25.000 Wohnungen, ob sich ein Kauf lohnt.

Im Vorjahr nahm die GSW 71.000 Wohnungen unter die Lupe, am Ende wurden rund 5000 gekauft. Über die Grenzen der Hauptstadt will die GSW allerdings nicht hinausgehen - auch wenn die dortigen Preise wegen des starken Wettbewerbs stetig anziehen.

Von

rtr

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