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01.06.2013

00:10 Uhr

Immobilienkonzern

IVG beziffert Überschuldung auf 1,75 Milliarden

Nach verlustreichen Investitionen in der Finanzkrise kämpft der Bonner Immobilienkonzern IVG ums Überleben: Wenn der Konzern nicht einen Drittel seines Schuldenbergs loswerde, sehe er schwarz.

1 Milliarde für „The Squaire“ am Flughafen Frankfurt/Main: Der Geschäftskomplex hat maßgeblich zur IVG-Überschuldung beigetragen. dpa

1 Milliarde für „The Squaire“ am Flughafen Frankfurt/Main: Der Geschäftskomplex hat maßgeblich zur IVG-Überschuldung beigetragen.

FrankfurtDer angeschlagene Bonner Immobilienkonzern IVG muss seine Schulden nach eigener Einschätzung um insgesamt 1,75 Milliarden Euro drücken. Um der existenzbedrohenden Lage zu entkommen, müssten bestehenden Verbindlichkeiten um bis zu 1,35 Milliarden Euro sowie um weitere 400 Millionen (Hybridanleihe) reduziert werden, erklärte das Unternehmen am Freitagabend.

Hierzu unterzieht das Unternehmen derzeit auch sämtliche Geschäftsbereiche und ihre Wertansätze einer strategischen Überprüfung. „In diesem Zusammenhang sind weitere Wertanpassungen bestimmter Bilanzpositionen in noch nicht bestimmter Höhe wahrscheinlich“, hieß es in der Mitteilung.

Derzeit kämpft Vorstandschef Wolfang Schäfers bei Gläubigern um Zugeständnisse, ließen jüngst mit den Verhandlungen vertrauten Personen wissen. Das Unternehmen versuche noch im Juli zu einer Grundsatzeinigung zu gelangen.

Chancen und Risiken

Halle a. d. Saale

Auf dem letzten Platz liegt Halle. Hier liegt das Risiko bei 3,30 (auf einer Skala von 1-5). Dafür ist die durchschnittliche Rendite mit 9,9 Prozent am höchsten.

Duisburg

Die Ruhrpott-Stadt weißt ein eher hohes Risiko auf: 2,97. Die Rendite von 9,0 Prozent lockt dafür umso mehr.

Magdeburg

Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt birgt mit 2,97 ein eher hohes Risiko. Dafür liegt die Rendite aber auch bei 9,6 Prozent.

Kassel

Kassel bewegt sich wie Bochum mit 2,64 im mittleren Risiko-Bereich. Rentabel ist sie mit 8,9 Prozent aber allemal.

Bochum

Die Stadt im Ruhrpott birgt ein Risiko von 2,64. Dafür weist sie eine Rendite von 9,3 Prozent auf.

Augsburg

Wie auch in Heilbronn liegt das Risiko bei 2,31. Allerdings ist die Rendite in Augsburg mit 6,9 Prozent am geringsten.

Heilbronn

Bei den Schwaben liegt das Risiko bei 2,31 und die Rendite beträgt 7,2 Prozent.

Aachen

Zusammen mit Braunschweig belegt Aachen mit 1,98 Platz 2. Allerdings ist die Rendite hier nicht so hoch, sondern liegt nur bei 7,1 Prozent.

Braunschweig

Die kleine Stadt im Norden ist auch sicher. Mit 1,98 teilt sie sich den Platz mit Aachen. Die Rendite beträgt 8,3 Prozent.

Bielefeld

Der klare Sieger ist Bielefeld. Hier liegt das Risiko bei gerade einmal 1,65. Die Rendite erreicht mit 8,3 Prozent immerhin das Mittelfeld.

Um über ausreichend Zeit für die zur Umsetzung der Finanzierungsstrategie erforderlichen und aktuell andauernden Gespräche mit allen wesentlichen Kreditgebern zu verfügen, verschob IVG zudem die Hauptversammlung auf den 30. August vom 14. August.

Das Unternehmen ließ Anfang Mai wissen, dass es an einem Paket von Maßnahmen arbeite, das die IVG wieder handlungsfähig machen soll. Für Aktionäre sieht es derweil nicht gut aus: Selbst im besten Falle bliebe „nichts übrig für die normalen Aktionäre“, schrieb ein Analyst der Investmentbank J.P. Morgan.

Der Konzern hatte sich in der Finanzkrise mit teuren Projektentwicklungen verhoben - etwa dem Geschäftskomplex „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen -, die mit Schulden finanziert wurden und die Erwartungen nie erfüllten. Als die Objekte drastisch an Wert verloren, wurde es eng.

Ende März war der Konzern mit 4,2 Milliarden Euro verschuldet. Die Verschuldungsquote liegt Konzernangaben nach bei 72 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Rechner

02.06.2013, 02:43 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Der angeschlagene Bonner Immobilienkonzern IVG muss seine Schulden nach eigener Einschätzung um insgesamt 1,75 Milliarden Euro drücken.
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Und zwar muß er das, um eine Eigenkapotalquote zu erreichen (< 65%), die es den kreditgebenden Banken ermöglicht die auslaufenden Fremdfinanzierungen zu refinanzieren.

+++

O-Ton Handelsblatt
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IVG beziffert Überschuldung auf 1,75 Milliarden
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Nein - das tut IVG ganz bestimmt nicht.

Selbst bei einer Überschuldung von einem Euro müßte der Vorstand unverzüglich die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen.

...

Wie dämlich muß man eigentlich sein, um beim sogenannten "Handelsblatt" Artikelüberschriften zusammenstümpern zu dürfen?

Das Niveau ist inzwischen deutlich unter dem der BLÖD-Zeitung gelandet.

Eine Meisterleistung journalistischer Debilität.

Rechner

02.06.2013, 02:46 Uhr

KORREKTUR:

Und zwar muß er das, um eine Eigenkapitalquote zu erreichen (> 35%), die es den kreditgebenden Banken ermöglicht die auslaufenden Fremdfinanzierungen zu refinanzieren.

(Die FREMDKAPOTALQUOTE muß entsprechen < 76% liegen)

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