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06.11.2014

11:22 Uhr

Immobilienkrise in den USA

Die Rettung vor den „Zombie-Häusern“

Am US-Häusermarkt sind „Zombie“-Siedlungen mittlerweile eine feste Größe – seit der Immobilienkrise verkommen ganze Stadtteile. Neue Gesetze und Auktionen riesiger Immobilienpakete sollen das Problem lösen.

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Detroit - eine Stadt im Wandel

Video: Detroit - eine Stadt im Wandel

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New YorkDie Immobilienkrise hat in Amerika ein Feld der Verwüstung hinterlassen. In etlichen Bundesstaaten gibt es Gegenden, in denen sich ein „Zombie-Haus“ ans nächste reiht. Branchenexperten verwenden den Begriff für verlassene Immobilien, die sich im langwierigen Prozess der Zwangsvollstreckung befinden. Vor allem in sozial schwachen Gegenden sorgen Leerstand und Verfall für Gruselatmosphäre.

„Das beste Heilmittel gegen Zombie-Befall ist ein schneller und effizienter Prozess der Zwangsvollstreckung“, sagt Experte Daren Blomquist vom Analysehaus RealtyTrac. Davon sind viele Bundesstaaten und Städte zwar noch weit entfernt, doch immer mehr suchen nach Mitteln und Wegen. „Cleveland und erst kürzlich Chicago haben aggressive Programme gestartet, um leerstehende Gebäude übernehmen und sanieren oder abzureißen zu können.“

Wie die Zinsen sinken und die Preise steigen

Analyse

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken hat für Handelsblatt Online die Kaufpreise in den vier begehrtesten Metropolen Deutschlands berechnet. Im Vergleich mit der Zinsstatistik der Bundesbank für Baugeld zeigt sich: Die Zinsen fallen, die Immobilienpreise steigen.

2007

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 5,03%
Immobilienpreise:
Hamburg: 3191 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 2302 Euro pro Quadratmeter
München: 4232 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 2949 Euro pro Quadratmeter

2008

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 4,83%
Immobilienpreise:
Hamburg: 3302 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 2385 Euro pro Quadratmeter
München: 4283 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 2975 Euro pro Quadratmeter

2009

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 4,29%
Immobilienpreise:
Hamburg: 3414 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 2438 Euro pro Quadratmeter
München: 4384 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 3090 Euro pro Quadratmeter

2010

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 3,70 %
Immobilienpreise:
Hamburg: 3503 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 2521 Euro pro Quadratmeter
München: 4524 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 3137 Euro pro Quadratmeter

2011

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 3,54 %
Immobilienpreise:
Hamburg: 3768 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 2721 Euro pro Quadratmeter
München: 4905 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 3320 Euro pro Quadratmeter

2012

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 2,78 %
Immobilienpreise:
Hamburg: 4023 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 2949 Euro pro Quadratmeter
München: 5252 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 3494 Euro pro Quadratmeter

2013

Zins für Baugeld (5 bis 10 Jahre Zinsbindung): 2,85 %
Immobilienpreise:
Hamburg: 4287 Euro pro Quadratmeter
Berlin: 3166 Euro pro Quadratmeter
München: 5590 Euro pro Quadratmeter
Frankfurt: 3660 Euro pro Quadratmeter

Die Pleitestadt Detroit macht es ähnlich. Ihr Kämmerer versteigerte in der vergangenen Woche 6000 marode Häuser auf einen Schlag. Ein Investor erhielt für 3,2 Millionen Dollar den Zuschlag. Für den Preis ist in Manhattan mit Glück ein Luxusapartment zu ergattern. Doch die Stadt musste reagieren, die vor sich hindarbenden Gebäude machen die Sozialstruktur kaputt und ziehen die Nachbarschaft runter.

Detroit ist ein Extrembeispiel, die einst als Motown und Motorcity boomende Metropole ist heute das Schlusslicht am US-Immobilienmarkt. Der industrielle Niedergang und das Versagen der lokalen Politik haben die Stadt in die Insolvenz getrieben. Das Problem der „Zombie“-Häuser betrifft aber ganz Amerika. Über 18 Prozent der mehr als eine Million in der Zwangsvollstreckung steckenden Immobilien standen im dritten Quartal leer.

Kommentare (1)

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Herr Peter Weber

06.11.2014, 13:38 Uhr

Einfach "bündeln" und verbriefen, dann einen tollen Namen geben (z.B. asset backed securities) und diese dann in Europa an die Banken verkaufen. Fliegt der Schwindel dann irgendwann auf, kauft dank "alter Seilschaften" die EZB die Papiere auf und der Deutsche Steuerzahler haftet dafür. Problem gelöst! Zumindest für Amerika!

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