Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.10.2014

19:40 Uhr

Immobilienmarkt Dubai

Die Geisterstadt erwacht wieder zum Leben

VonSimona Foltyn

Verlassene Autos, Bauruinen: Während der Immobilienkrise glich Dubai einer Geisterstadt. Nun wird in dem Emirat wieder gebaut. Das Anlegervertrauen kehrt zurück – und damit auch die Megalomanie?

„Mall of the World“

Dubai plant futuristische Mega-Einkaufsstadt

„Mall of the World“: Dubai plant futuristische Mega-Einkaufsstadt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DubaiDer Bauboom ist Wüstenemirat Dubai wieder voll im Gange: Neue Baukräne schießen wie Pilze aus bislang leerstehenden Parzellen. Baubedingte Verkehrsumleitungen und rund-um-die-Uhr Baustellenlärm stehen wie einst wieder auf der Tagesordnung. Auch Emaar, der größte Immobilienentwickler des Emirates, der Anfang Oktober durch einen Mega-Börsengang 1,3 Milliarden Euro eingenommen hat, treibt die Expansion des markanten Kernstadtbezirkes rund um Burj Khalifa wieder intensiv voran. Besonders eifrig wird an einem hochmodernen Opernareal gebaut, das schon Jahre in Planung stand und nun im Eiltempo bereits 2016 fertiggestellt werden soll.

Mit der Bautätigkeit scheint schließlich auch das Vertrauen der Anleger in Dubais Immobilienmarkt wieder zurückzukehren: Mehr als 35.000 Investoren und Besucher waren vergangenen Monat zur Cityscape Immobilienexpo in Dubai gekommen, um die aufwendig aufbereiteten Modelle von Dutzenden neuen Megaprojekten in Milliardenhöhe zu bewundern – ein Rekord.

Das Signal: Dubai hat die Krise, die 2009 den Immobilienboom im Sand versickern ließ, hinter sich gelassen. „The Mall of the World“ soll eines der neuen Aushängeschildprojekte der Regierung werden, und auch ausländischen Investoren vermitteln: Dubai ist wieder auf Erfolgskurs.

Ganz im Sinne des Lieblingsmottos von Herrscher Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum („Es gibt nur die Nummer eins. Wer Zweiter wird, interessiert keinen.“) soll auch dieses Projekt das erste seiner Art werden. Der klimatisierte Stadtteil soll sich über 450 Hektar erstrecken und eine Fußgängerzone, den größten Familienfreizeitpark der Welt, einen Kultur- und Wellnessbezirk sowie ein direkt mit 100 Hotels verbundenes Einkaufszentrum umfassen.

Fakten zu Dubai

Die Stadt

Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Persischen Golf und die Hauptstadt des Emirats Dubai.

Die Einwohner

Dubai hat rund 2,2 Millionen Einwohner. Rund 85 Prozent der Bevölkerung des Emirates lebt demnach in der Stadt.

Die Wolkenkratzer

Dubai hat sechs Wolkenkratzer, die höher als 300 Meter sind. Außerdem steht in Dubai mit dem Burji Kalifa das höchste Gebäude der Welt. Vom Boden bis zur Spitze misst das Gebäude rund 828 Meter. Bei guter Sicht kann man den Burji Kalifa noch in einer Entfernung von 95 Kilometern sehen.

Das Wetter

Die Durchschnittstemperatur in Dubai beträgt 27,2 Grad Celsius. Der jährliche Niederschlag beträgt 94 Millimeter pro Jahr, wobei von Juni bis Oktober in der Regel kein Regen in Dubai fällt. Innerhalb eines Jahres gibt es nur sieben Regentage. Insgesamt scheint in Dubai pro Tag knapp zehn Stunden die Sonne.

Die Baukräne

Das schnelle Wachstum von Dubais Immobilienmarkt hat zur Folge, dass sich jeder vierte Baukran der Welt in Dubai befindet.

Die Palmeninsel

Dubais Palmeninsel erforderte beim Bau riesige Sandmassen. Insgesamt wurden 94 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Mit dieser Masse könnte man das Empire State Building rund 2,5 Mal bis zum Dach mit Sand befüllen.

Die Polizei

Auch die Polizei zeigt was sie hat. In Dubai jagen die Beamten Verbrecher mit Supersportwagen. Im Fuhrpark der Polizei stehen neben einem Ferrari FF (Preis: 500.000 Dollar) und einem Lamborghini Aventador (397.000 Dollar) auch ein Aston Martin One-77 (Preis: knapp 1,8 Millionen Dollar).

Der Ramadan

Die extreme Höhe von 828 Metern des Burji Kalifa hat besondere Auswirkungen für Muslime. Denn wer auf dem 150. Stock residiert, muss während des Ramadans länger fasten. Der Grund: Im letzten bewohnbaren Stock des Burj Khalifa ist die Sonne deutlich länger zu sehen, als am Boden.

Die Milliardäre

Die vier reichsten Menschen in Dubai (Abdul Aziz Al Ghurair, Majid Al Futtaim, Khalaf Al Habtoor, and Abdulla Al Futtaim) kommen zusammen auf ein Vermögen von etwa 18,7 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Honduras.

In der Krise sind die Immobilienwerte im Emirat um bis zu 65 Prozent eingebrochen. Nun hat sich der Markt erstaunlich schnell wieder erholt. Das Transaktionsvolumen von 19 Milliarden Dirham (4,1 Milliarden Euro) im ersten Halbjahr 2014 liegt zwar noch immer 57 Prozent unter den 46,5 Milliarden Dirham (9,9 Milliarden Euro) im gleichen Zeitraum des Jahres 2008. Seit 2010 hat es sich aber mehr als verdoppelt.

Die Quadratmeterpreise sind seit 2012 um insgesamt 74 Prozent angestiegen, und haben laut Angaben der Immobilienberatung Knight Frank nun fast Spitzenwerte aus dem Jahr 2008 erreicht.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Pia Paff

24.10.2014, 10:15 Uhr

Die Wüste wird sich alles zurückholen. Mit dem Ende das Öls ... Geisterstadt.
Kein prod. Gewerbe. Mit Geld Geld verdienen funktioniert nur zeitlich begrenzt.

Herr Tom Schmidt

24.10.2014, 12:04 Uhr

"Doch in einem unlängst veröffentlichten Bericht versicherte Dubais Finanzbehörde den Investoren, die Lehre aus der Krise gezogen zu haben."

Jaja!!! Natürlich, genau wie unsere Banken, die ihre Bilanzen seit 2009 reduziert... äh ausgeweitet haben. Und dieses Mal ist alles anders... natürlich!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×