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22.10.2013

14:17 Uhr

Immobilienmarkt

Experten sehen keine Preisblase

Keine Anzeichen für einen plötzlichen Einbruch: Der deutsche Immobilienmarkt entwickelt sich trotz steigender Preise stabil. Entwicklungen, die erneut eine Finanzkrise auslösen könnten, sind scheinbar auszuschließen.

Wohnhäuser an den Marco-Polo-Terrassen in der Hafencity in Hamburg. Deutsche Immobilien sind solide finanziert. dpa

Wohnhäuser an den Marco-Polo-Terrassen in der Hafencity in Hamburg. Deutsche Immobilien sind solide finanziert.

BerlinTrotz stark steigender Preise droht dem deutschen Wohnungs- und Häusermarkt nach Ansicht von Forschern keine Überhitzung. „Wir erkennen keine Immobilienblase, keine flächendeckende Blase“, sagte Co-Autor Tobias Just bei der Vorlage eines Gutachtens zur Immobilienwirtschaft am Dienstag in Berlin.

Besonders in Großstädten wie Berlin, Frankfurt und Hamburg seien die Preise zum Teil allerdings deutlich angezogen. „Das ist eine Reaktion auf Marktknappheiten, das ist keine spekulative Übertreibung“, sagte Immobilienexperte Just von der Universität Regensburg. Denn die gestiegenen Preise spiegelten die Fundamentaldaten wie niedrige Zinsen und steigende Einkommen wider.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Die Forscher, darunter auch das arbeitgebernahe Institut IW Köln, kommen zu dem Schluss, dass der hiesige Immobilienmarkt deutlich stabiler ist als in anderen Ländern. Es habe über die vergangenen 20 Jahre viel weniger Preisschwankungen gegeben. Grund sei ein funktionierender Mietmarkt und eine solidere Immobilienfinanzierung.

Konkret: Viele deutsche Wohnungs- und Hauskäufer haben mehr Eigenkapital als ihre Pendants in Spanien, Irland und den USA. Dort hatten sich viele Bürger - auch aus einem mangelnden Angebot auf dem Mietmarkt - mit Käufen übernommen. Die Folge: Als die Immobilienmärkte zusammenbrachen, waren viele Menschen überschuldet, die Banken gerieten in Schieflage und die Länder rutschen in tiefe Rezessionen.

Auch die Bundesbank hatte am Montag zum Immobilienmarkt Stellung genommen und Käufer vor möglichen Preiskorrekturen gewarnt. In Städten seien Wohnungen im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Prozent überbewertet. Die Preissteigerung passe nicht zu den längerfristigen demografischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren. In attraktiven Großstädten wie Hamburg, München und Frankfurt seien die Preise sogar bis zu 20 Prozent übertrieben. Diese Entwicklung breite sich von den Städten ins Umland aus.

Die Preise für Einfamilienhäuser sind laut Bundesbank bisher noch nicht von der Übertreibung erfasst. Sie haben sich sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum „nicht wahrnehmbar vom fundamental gerechtfertigten Niveau entfernt“, so die Bundesbank. Kurzfristig werde der Preisdruck auf den Wohnimmobilienmärkten aller Voraussicht nach jedoch nicht nachlassen.

Zwar sieht auch die Bundesbank durch die Preise am Wohnungsmarkt „keine erheblichen makroökonomischen Risiken“. Sie warnt jedoch, dass mögliche Preiskorrekturen „empfindliche Vermögenverluste bei den Haushalten verursachen“ könnten.

Kommentare (2)

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RumpelstilzchenA

22.10.2013, 19:31 Uhr

Experten erweisen sich des Öfteren als Nieten!

Avvocato

25.10.2013, 19:43 Uhr

In meiner unmittelbaren Nachbarschaft hier in München sind die Immobilienpreise nach Aussage eines hier tätigen Maklers in den vergangenen 2 Jahren um 45% gestiegen. Nach einer gesunden Entwicklung sieht das für mich nicht mehr aus.

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