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09.06.2012

15:46 Uhr

Immobilienmarkt Österreich

Käufer zieht es in Weinregionen

VonStefan Menzel

Die Weingegenden um Wien gelten als Toskana Österreichs. In der Wachau und am Neusiedler See sind interessante Ferienobjekte zu bekommen. Besonders die gute Erreichbarkeit ist für deutsche Käufer ein Vorteil.

Neben gutem Wein bieten die Gegenden rund um Wien auch erschwingliche Immobilienpreise. gms

Neben gutem Wein bieten die Gegenden rund um Wien auch erschwingliche Immobilienpreise.

WienHäuser und Wohnungen sind auch in Österreich der Renner: Die Angst vor Inflation treibt Anleger ins Immobilieninvestment. Besonders in Wien hat die jüngste Entwicklung dazu geführt, dass der Markt ziemlich leer gekauft ist. Die Flucht aufs Land war fast eine logische Antwort der Anleger. Ein ganz neuer Trend ist der Kauf von Immobilien in Österreichs Weingegenden, die sich auch für deutsche Anleger zu einer interessanten Alternative entwickeln.

"Wohnobjekte in Weingegenden sind in Mode gekommen", bestätigt Anton Holzapfel, Geschäftsführer des ÖVI, des österreichischen Interessenverbands der Immobilienmakler. Was früher die Toskana gewesen sei, lasse sich heute auch im erweiterten Wiener Umland finden. Die Immobilienbranche profitiert dabei auch vom Umschwung beim österreichischen Wein. Der Glykolskandal hatte die Winzer der Alpenrepublik vor 25 Jahren arg in Misskredit gebracht. Doch seitdem hat sich die Branche gewandelt: Die Weinbauern aus Österreich suchen ihr Glück heute mit Spitzenweinen und verbesserter Qualität.

Österreichs bekannteste Weingegenden liegen alle relativ nahe zu Wien. Deshalb haben zunächst die Immobilieninvestoren aus der Hauptstadt die Weingegenden entdeckt. Die Wachau, das Carnuntum und der Neusiedler See sind weniger als eine Autostunde von Wien entfernt. Die Nähe zur Hauptstadt macht die Weinregionen auch für deutsche Investoren interessant: Teilweise sind sie nur 30 oder 40 Kilometer vom Wiener Flughafen entfernt und damit auch für Käufer aus Deutschland vergleichsweise leicht erreichbar.

Entscheidendes Argument für den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses ist aber der Preis. "Bei Baugrundstücken und Eigentumswohnungen hatten wir im vergangenen Jahr einen Preisanstieg von mehr als sechs Prozent zu verzeichnen", sagt Thomas Malloth, Chef der Immobiliensparte in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), über die durchschnittliche Preisentwicklung für die gesamte Alpenrepublik. In den Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, dort wo die meisten Winzer des Landes zu Hause sind, ist die Preissteigerung deutlich moderater ausgefallen.

In Niederösterreich ist der Quadratmeterpreis für eine neue Eigentumswohnung im vergangenen Jahr um gut zwei Prozent auf 1 750 Euro und im Burgenland um drei Prozent auf 1 580 Euro gestiegen. Zum Vergleich: In Wien beträgt der Zuwachs fast zehn Prozent auf 3 300 Euro. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen kostet der Quadratmeter in den Weinregionen nur gut 1 000 Euro.

ÖVI-Geschäftsführer Holzapfel sieht in den Weingegenden von Niederösterreich und Burgenland einen deutlichen Vorzug gegenüber Tirol und Salzburg, wo sich deutsche Investoren bislang am häufigsten für den Kauf einer Immobilie entschieden haben. "Im Burgenland bewegt man sich in einer völlig anderen Preisregion", sagt Holzapfel. Für 200 000 oder 300 000 Euro bekomme man dort "schon sehr schnell etwas Ordentliches". Spitzenreiter bei den Immobilienpreisen ist Kitzbühel in Tirol, wo ausländische Investoren häufig genug einen Millionenbetrag auf den Tisch legen müssen.

Und es gibt noch einen Unterschied: In Tirol und im benachbarten Bundesland Salzburg ist der Zuzug reglementiert. Viele Gemeinden lassen den Bau neuer Objekte nur dann zu, wenn die Investoren dort auch ihren ersten Wohnsitz nehmen. Im Osten Österreichs in den Weinregionen rund um Wien sind solche Regelungen völlig unbekannt. Käufer von Ferienimmobilien können sich mit Zweitwohnsitz anmelden.

Kommentare (3)

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aruba

09.06.2012, 17:53 Uhr

Guten Tag,... Ein Freund wohnt in Oberperfuss bei Innsbruck, .... Ich war zeitweise in Schladming in der Steiermark;.... Gleichwohl;... beides ist am Arsch der Welt. Ich mach die Wiener " Schmaeh ",... ja sogar die sinnlose Ueberhoeflichkeit. Jeder grauhaarige ist ein Geheimrat und jeder Puffbesucher ein Doktor. Mein Leben koennte Ich dort nicht verbringen. Hier in Suedfrankreich kostet ein Studio soviel wie in der Wachau ein ganzes Dorf. Aber was um alles in der Welt tun wir in der Wachau,... es gibt NIX. Die Fuechse sagen sich nicht einmal mehr " Gute Nacht ",.... nein, sie stehen Morgens nicht einmal mehr auf. Keinen Cent wuerde Ich da investieren. Besten Dank.

pedrobergerac

10.06.2012, 00:22 Uhr

als toskana österreichs gilt nur die südsteidrische weinstraße.
schlecht recherchiert

Account gelöscht!

10.06.2012, 09:55 Uhr

Das kann ich nicht für richtig halten,in Weinregionen Österreichs ist es schön und romantisch,Freundlichkeit der Menschen in Ordnung und das bodenständige Essen voll in Ordnung.Ich war schon oft dort und bin immer wieder begeistert.Wenn ich 20 Jahre jünger wäre würde ich mich sofort dort niederlassen.Natürlich für Menschen die nur Action,ständig Handy und Laptop brauchen sind dort überflüssig.

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