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06.08.2013

10:07 Uhr

Immobilienmarkt

Spanien – Mit der Abrissbirne gegen die Krise

Spanien muss teuer für seinen Immobilienboom bezahlen. Bei vielen Bauprojekten wurden inzwischen die Arbeiten eingestellt. Der Weiterbau lohnt nicht mehr. Experten plädieren für eine radikale Lösung.

Bauruine in Playa Honda-La Manga am Mar Menor in der Provinz Murcia. dpa

Bauruine in Playa Honda-La Manga am Mar Menor in der Provinz Murcia.

Die spanische Bad Bank Sareb hat einen Baustopp für einige unvollendete Projekte verhängt, von denen ein Teil nun unter Umständen abgerissen werden soll. Von 650 halbfertigen Objekten wurden bei etwa 160 alle Arbeiten eingestellt, während entschieden werden soll, ob sich der Weiterbau lohnt. Die neuen Abriss-Pläne werden als positives Zeichen gesehen, während die Hoffnung auf eine Wende am Immobilienmarkt keimt, an dem die Preise seit Jahren sinken.

Eine Entscheidung von Sareb, unvollendete Projekte abzureißen, würde zeigen, dass dies sinnvoller sei als auf einen Verkauf zu hoffen, sagt Fernando Rodriguez de Acuna, Projekt-Manager beim Immobilien-Berater RR de Acuna & Asociados in Madrid. Immerhin schrumpft die Wirtschaft des Landes bereits das sechste Jahr in Folge.

„Wenn mit dem Abriss in größerem Rahmen gestartet wird, könnte das ein positives Signal setzen. Es würde zeigen, dass erkannt wurde, wie unmöglich es ist, diese Objekte unter irgendwelchen Umständen zu verkaufen”, erklärte Rodriguez de Acuna. „Zumindest kann das Land nach dem Abriss anderweitig genutzt werden.”

Spanien muss teuer für seinen Immobilienboom bezahlen, der ein Jahrzehnt angehalten hat, bevor er kollabierte. Seit Anfang 2008 sind die Hauspreise um etwa 30 Prozent eingebrochen und die Arbeitslosenquote ist auf 26 Prozent gestiegen. Bei den Banken haben sich die faulen Kredite aufgehäuft; sie vergeben nur zögerlich neue Kredite.

Die Bad Bank wurde von Spanien im vergangenen Jahr aufgesetzt, um angeschlagene Immobilien-Vermögenswerte von acht Banken zu absorbieren. Insgesamt gingen 107.000 Liegenschaften an Sareb, wovon 76.000 leerstehende Wohnimmobilien sind, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos im März. Für dieses Jahr hat Sareb Verkäufe von Vermögenswerten im Volumen von 1,5 Milliarden Euro geplant, erklärte er.

Kommentare (12)

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Ofelas

06.08.2013, 10:25 Uhr

Nein, Spanien wird nicht teuer bezahlen sondern Deutschland. Die direkte Bankenfinanzierung ist genau das Ziel, die kommende Bankunion wird Spanien, Frankreich und andere erlauben ihre Banken auf Kosten der hiesigen Sparer zu sanieren - aus die Maus

Account gelöscht!

06.08.2013, 10:33 Uhr

Das ist Keynes pur: erst die Häuser (Ruinen) aufbauen und dann wieder abreißen (na gut, bei Keynes waren es Löcher buddeln, aber wir sollten das nicht so eng sehen). Das ist wirklich super für das BSP!!!

Spanien wird durch konsequente Ausnutzung dieses ökonomischen Prinzips bestimmt das reichste Land in Europa, ja der Welt, denn das Ganze läßt sich beliebig oft wiederholen, ja es läßt sich auch parallel betreiben (gleichzeitig bauen und abreißen) und es schafft beliebig viele Arbeitsplätze.

Wird endlich Zeit, daß unsere Block-Sozialisten-Parteien ebenfalls auf dieses erfolgreiche Wirtschafts-Modell aufmerksam werden. Vollbeschäftigung für alle!

Account gelöscht!

06.08.2013, 10:36 Uhr

@Ofelas

ja, das ist das Problem bei der Übertragung meines obigen Keynes-Modells auf Deutschland. Uns fehlt leider der Sponsor für dieses wirtschaftliche Perpeduum Mobile. Die anderen haben ja "uns" dafür - mittlerweile auf verschiedenen Wegen, die "Banken"-Union ist nur eine davon.

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