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15.03.2017

14:04 Uhr

Immobilienmesse Mipim

Risiken – welche Risiken?

VonReiner Reichel

Trump, Brexit, steigende Zinsen können einen Immobilien-Menschen doch nicht erschüttern. Nicht, wenn er mit mehr Geld zugeschüttet wird als er ausgeben kann. Also strahlt die Branche in Cannes mit der Sonne um die Wette.

Die MIPIM ist eine der größten Immobilienmessen der Welt. AFP; Files; Francois Guillot

Besucher der MIPIM schauen auf ein Modell eines Viertels in Dubai.

Die MIPIM ist eine der größten Immobilienmessen der Welt.

CannesYachten blinken in der Sonne, das weiße Palais de Festival reflektiert das Frühlingslicht, in den Strandpavillons haben die Herren teils das Jackett abgelegt. Willkommen in Cannes. Willkommen auf der Mipim, der großen europäischen Immobilienmesse bei frühsommerlichen Temperaturen im März. Die Sonne strahlt, die Branche strahlt. Ein unberechenbarer US-Präsident Donald Trump, der Austritt der Briten aus der Europäischen Union und das Risiko steigender Zinsen verderben hier keinem die gute Laune. Auch nicht die gegenüber dem Vorjahr nochmals verschärften Sicherheitskontrollen, die zu langen Schlangen vor den Messeeingängen führen. Dabei gäbe es genug, was nachdenklich stimmen sollte.

Stichwort Trump: Volkswirte prophezeien Schaden für die US-Wirtschaft, wenn sich das Land wie von Trump betrieben abschottet und den freien Handel einschränkt. Hält das Anleger davon ab, in US-Immobilien zu investieren? Nein! „Die internationalen Investoren sehen in großen US-Städten liquide, professionelle Immobilienmärkte“, sagt Yvo Postleb, Deutschland-Chef des Immobilienberatungsunternehmens Cushman & Wakefield. Mit Blick auf New York ist er sicher: „Diesen Markt kann ein großer institutioneller Immobilieninvestor nicht ignorieren.“

Auch die deutschen Investoren tun dies nicht, bestätigt Peter Schreppel, der in gleicher Position CBRE, den weltgrößten Immobiliendienstleister, vertritt: „Amerika ist Zielmarkt“, ist die Botschaft, die er aus den Jahresauftaktgesprächen mit großen deutschen institutionellen Investoren wie Versicherern und Offenen Immobilienfonds mitgenommen hat. Das Geld, das sie investieren, kommt von Privatpersonen, die damit ihren Lebensunterhalt im Alter absichern oder in Immobilien statt in Aktien oder Anleihen sparen.

Privatanleger, die selbst entscheiden, auf welchen Immobilienmarkt ihr Geld fließen soll, schreckt Trump ebenso wenig ab. Eigentlich hatte Christoph Kahl, Geschäftsführender Gesellschafter von Jamestown, erwartet, dass er wegen Trump weniger Geld für seinen aktuellen Fonds einwirbt. Doch der Chef des mit Abstand größten Anbieters geschlossener US-Immobilienfonds, stellte im Vorfeld der Mipim fest: „Die Kunden zeichnen weiter Beteiligungen.“ Sein im vergangenen Jahr aufgelegter Fonds Nr. 30 hat bisher 325 Millionen Dollar eingesammelt. Viel mehr, als einzelne Deutschland-Fonds.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

15.03.2017, 15:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Reichel,

die Börse ist bekanntlich eine Schwatzbude. Jeder weiß was, muß es unbedingt erzählen und sich wichtig tun. Nach Ihrem Bericht von der Immobilienmesse scheint dies auch in der Immobilienwirtschaft der Fall zu sein.

Sich mit einzelnen Aussagen näher zu befassen, lohnt in meinen Augen nicht. Mir scheint, dass die Vertreter der Immobilienwirtschaft mit dem Tagesgeschäft voll ausgelastet sind und über die Zukunft weder reflektieren wollen noch können.

Bemerkenswert finde ich nur eine einzige Aussage, die sich mit dem Zustand des deutschen Immobilienmarktes befaßt. Danach kann ein US-Investor mit amerikanischen Staatsanleihen höhere Renditen erzielen als mit den Mieten für gute Büros an den deutschen Top-Standorten. Besser und kürzer läßt sich der deutsche Immobilienmarkt wohl kaum beschreiben.

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