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25.09.2011

17:24 Uhr

Immobilienpreise

Auch in München schaut man auf's Geld

VonAnette Kiefer

Jahrelang gab es für die Preise am Münchener Wohnungsmarkt nur eine Richtung: nach ganz oben. Doch das ändert sich derzeit. Teuer sind Häuser und Wohnungen noch immer - teurer werden sie zurzeit aber nicht mehr.

Auch in München zahlen Immobilienkäufer nicht mehr jeden Preis. dpa

Auch in München zahlen Immobilienkäufer nicht mehr jeden Preis.

DortmundJahrelang gab es für die Preise am Münchener Wohnungsmarkt nur eine Richtung: nach ganz oben. Doch das ändert sich derzeit - laut einer Statistik des größten deutschen Onlinemarktplatzes Immobilienscout24 sind die Angebotspreise für neu gebaute Wohnungen in München im zweiten Quartal 2011 spürbar gesunken. Und das, obwohl der Deutschlandtrend in die andere Richtung weist: Die Preise sowohl für Neubau- als auch für Bestandswohnungen erreichten im Sommer den höchsten Stand seit langem, zeigt der Index.

Was lange unmöglich schien, trifft jetzt offenbar ein: Auch auf dem Münchener Wohnungsmarkt gibt es eine natürliche Grenze für Preissteigerungen, und diese scheint inzwischen erreicht. Das bestätigt Carl Stinglwagner, Geschäftsführer des Immobilienmanagers Stiwa. "Bisher ist in München noch jeder Preis gezahlt worden, aber das ändert sich im Moment." Auch die Banken träten auf die Bremse und bewilligten statt eines Beleihungswerts von 70 Prozent des Kaufpreises oft nur noch 60 Prozent, sagt Stinglwagner.

Im August etwa mussten die Münchener für neu gebaute Wohnhäuser ein Prozent weniger auf den Tisch legen als im Vormonat. Bei Bestandshäusern rutschten die Preise sogar um zweieinhalb Prozent ab und im Vergleich zum Vorjahresmonat um ganze fünf Prozent. Deutschlandweit lag der Index für neu gebaute Wohnungen dagegen acht Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau, sagt Michael Kiefer, Leiter der Sparte Immobilienbewertung bei Immoscout24.

Echte Absatzschwierigkeiten bekommen die Eigentümer von 30 bis 40 Jahre alten Münchener Objekten zu spüren. Denn selbst wenn die Häuser laufend renoviert wurden, entsprechen sie oft nicht mehr dem aktuellen optischen und vor allem energetischen Standard. "Die Käufer sind wesentlich kritischer geworden und nicht mehr bereit, für jedes Angebot jeden Preis zu zahlen", sagt Ulrike Stüdemann, Projektleiterin beim Hamburger Immobilienberater F + B. "Deshalb stagnieren bei einigen Objektklassen, gerade in den Speckgürteln Münchens, inzwischen die Preise."

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