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01.07.2011

16:21 Uhr

Immobilienpreise steigen

Kanadischer Häusermarkt zieht an

Während die Krise den Häusermarkt in den USA noch fest im Griff hat, kann Kanada eine stattliche Preisentwicklung vorweisen. Skeptiker fürchten eine neue Immobilienblase.

Die Skyline von Vancouver. Quelle: Reuters

Die Skyline von Vancouver.

OttawaGlückliches Kanada: Hier kollabierten keine Banken; hier fiel die Rezession weniger heftig aus als in den meisten anderen Ländern der Welt, zudem war sie vergleichsweise schnell zu Ende; auch die Beschäftigtenzahlen liegen schon wieder auf Vorkrisenniveau. All das hat sich positiv auf den Markt für Häuser und Wohnungen ausgewirkt. Beflügelt durch günstige Hypothekenzinsen und großzügige steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Renovierungskosten bleiben die Kanadier ihrer Tradition treu und ziehen die eigenen vier Wände der Mietwohnung vor: Die Nachfrage nach Häusern ist hoch, die Kaufpreise sind daher durchweg gestiegen – seit dem Tiefpunkt Ende 2008 um 31 Prozent – und liegen heute wieder über dem Niveau vor der Krise. Schon warnt der Gouverneur der Notenbank, Mark J. Carney, deshalb sogar vor einer erneuten Überhitzung des Markts. Von einer „Blase“ wollen die meisten Marktbeobachter aber noch nicht sprechen.

Steigende Zinsen heizen die Nachfrage weiter an

Die Canadian Mortgage and Housing Corporation (CMHC) erwartet, dass der durchschnittliche Preis für ein Einfamilienhaus 2011 bei gut 360000 kanadischen Dollar (256000 Euro) liegen und im kommenden Jahr erneut leicht steigen wird. Im vergangenen Jahr waren die durchschnittlichen Preise landesweit um 5,4 Prozent gestiegen, in diesem Jahr sollen es vier Prozent sein. Regional allerdings zeigen sich starke Unterschiede. Absoluter Spitzenreiter bei den Hauspreisen ist Vancouver in der Pazifikprovinz British Columbia. Hier kletterte der Durchschnittspreis im Mai auf 831000 Dollar, ein Plus von 25 Prozent gegenüber Mai 2010. Toronto verzeichnet eine Preissteigerung von 8,7 Prozent, Montreal von sechs Prozent gegenüber Mai 2010.

„Hauskäufer rechnen damit, dass die Hypothekenzinsen steigen werden“, erklärt Gary Morse, Präsident des Immobilienverbands Canadian Real Estate Association (CREA). Tatsächlich hat die Bank of Canada (BOC) im vergangenen Jahr den Leitzins von rekordverdächtig niedrigen 0,25 Prozent bis Herbst 2010 auf ein Prozent angehoben, seitdem aber nicht mehr verändert. Nun wird mit einem Anstieg erst gegen Jahresende gerechnet.

BOC-Gouverneur Carney mahnt seit Monaten die Kanadier, Schulden abzubauen. Aber, urteilen die Analysten Douglas Porter und Sal Guatieri von der BMO Bank of Montreal: „Dem Lockruf niedriger Zinsen können kanadische Haushalte nicht vollkommen widerstehen.“ Zwar hat sich der Zuwachs der Verschuldung etwas verlangsamt, dennoch sind die Verbindlichkeiten der Privathaushalte im ersten Quartal auf 1,5 Billionen Dollar gestiegen. Durchschnittlich steht jeder kanadische Haushalt mit dem Anderthalbfachen seines verfügbaren Jahreseinkommens bei der Bank in der Kreide – ein Rekord, der sogar die US-Quote übersteigt. Die Gefahr einer Überschuldung wachse mit den anhaltend niedrigen Zinsen, so die beiden Bankanalysten. Um die Verschuldung zu stabilisieren, sei vor allem bei den Hypothekenschulden eine „Abkühlung“ notwendig.

Kommentare (2)

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02.07.2011, 10:24 Uhr

Kanada ist von den Absichten der USA bedroht, eine gemeinsame nord- und mittelamerikanische Währung einzuführen, gemeinsam mit Mexiko. Die USA sind der wichtigste Wirtschaftspartner Kanadas und damit ein konjunktureller Hauptfaktor. Man kann davon ausgehen, daß sich zunehmend mehr US-Bürger in Richtung Kanada abzusetzen versuchen oder wenigstens ihr Kapital transferieren. So gewinnt alles, was käuflich ist, dort an Wert... ein Boom ganz eigener Art, hinter dem keine wirkliche Erfolgsstory steht.

heinrich

03.07.2011, 12:02 Uhr

Woher haben Sie diese Informationen ?

Kanada ist eines der wenigen Länder weltweit mit guten und stabilen Zukunftsaussichten.

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