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26.09.2012

10:09 Uhr

Immobilienpreise

Wo die Wohnung am meisten kostet

VonIngo Narat

Die Deutschen zieht es immer stärker in die Großstädte. Dort warten auf sie allerdings auch für mittlere Wohnlagen schon drastische Preissteigerungen. Es geht aber auch billiger – falls man das Leben auf dem Land mag.

Häuserfassaden in München: Bayerns Landeshauptstadt ist am beliebtesten. dpa

Häuserfassaden in München: Bayerns Landeshauptstadt ist am beliebtesten.

FrankfurtWohnen in Deutschland wird teurer. Die Preise für Eigentumswohnungen liegen derzeit im Schnitt um 3,1 Prozent höher als vor einem Jahr, die Mieten stiegen um 2,3 Prozent, wie der Branchenverband IVD mitteilte. Stadtbewohner müssen allerdings mit wesentlich höheren Preissteigerungen zurechtkommen - teils um mehr als 20 Prozent - als Käufer und Mieter auf dem Land. Experten sehen keine Überhitzung, sondern sprechen von Aufholbedarf nach jahrelanger Stagnation. "Das ist eine gesunde Entwicklung", meint IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick.

Die Menschen zieht es in die Großstädte der Ballungsgebiete, vor allem in die Innenstädte. Das spiegeln die Preisveränderungen wie auch die absoluten Preise in allen wichtigen Immobiliensegmenten wider: bei Eigentumswohnungen, Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und bei den Mieten.

Wohnmarkt

Daten

Der Wohn-Preisspiegel des Branchenverbands IVD erfasst die Entwicklung des Immobilienmarktes in etwa 390 Städten in Deutschland. Grundlage sind Marktpreise im zweiten und dritten Quartal. Berücksichtigt sind Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mietwohnungen.

Ergebnisse

Als Faustformel gilt: je größer die Stadt, desto höher die Preise und die Preissteigerungen. Laut IVD sind die Preissteigerungen von der Nachfrage gedeckt. Im internationalen Vergleich besteht zudem Nachholbedarf.

Ein gutes Beispiel sind die Eigentumswohnungen. Auf dem Land und in Kleinstädten ist dieser Wohnraum nur ein Prozent teurer als im vergangenen Jahr.

Sehr viel kostspieliger ist es für jene, die erst jetzt in beliebte Städte umziehen und je höher die Ansprüche an die Wohnqualität sind. Wer in den Westteil Berlins abwandert, zahlt schon bei mittlerer Wohnlage 7,1 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, in München satte 21,3 Prozent. In Bayerns Hauptstadt ist auch der Quadratmeterpreis am höchsten: 2 850 Euro.

Bei den Mieten sieht es ähnlich aus. Zwischen billig und teuer liegen hier Welten, genauer gesagt zwischen 2,20 Euro und 17 Euro. So wenig kostet der Quadratmeter einer einfacher Wohnung im rheinland-pfälzischen Sinzig, so kostspielig ist eine Top-Lage in München. Das sind die Extremwerte im Wohn-Preisspiegel 2012/13 des IVD, der Interessenvertretung der Beratungs- und Dienstleistungsberufe in der Immobilienwirtschaft.

"Viele Menschen wandern in die Großstädte zu, aber das Angebot hält damit nicht Schritt", begründet Schick den Preistrend. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Deutsche Hypo in einer Studie über die deutschen Wohnungsmärkte.

Wo ein Haus mit 140 qm am meisten kostet

Harlaching (München)

1.089.100 Euro

Tegernsee (Miesbach)

1.165.900 Euro

Frauenkopf (Stuttgart)

1.178.500 Euro

Schwabing (München)

1.381.600 Euro

Oberkassel (Düsseldorf)

1.396.600 Euro

Hoheluft-Ost (Hamburg)

1.435.400 Euro

Harvestehude (Hamburg)

1.459.700 Euro

Haidhausen (München)

1.469.300 Euro

Lehel (München)

1.509.400 Euro

Neuhausen (München)

1.520.500 Euro

Quelle: Für die Analyse wertete das Immobilienportal ImmobilienScout24 über 2,5 Millionen Immobilienangebote aus. Um Vergleichbarkeit herzustellen, wurde hierbei ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 m² in durchschnittlicher Lage im Gemeindebereich berechnet. Das durchschnittliche Baujahr beträgt 1982. Stand: August 2012.

Vorstand Andreas Pohl nennt einige Faktoren für den Run auf die Ballungszentren: Die Einkommen steigen, es gibt immer mehr Single-Haushalte, Senioren wechseln im Alter kaum mehr in kleinere Wohnungen.

Kommentare (3)

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TSN

26.09.2012, 10:30 Uhr

Das diese sogenannten Experten uns auch noch einreden wollen, dass es keine Blase gibt ist ja wohl ein Witz. Schauen Sie sich doch einmal die Entwicklung der Preise fuer Eigentumswohnungen in deutschen Grossstaedten an, 25% Steigerung in einem Jahr hat doch nichts mehr mit gesundem Aufholungsprozess zu tun! Und die Behauptung, dass die Mieten ja in gleichem Umfang steigen ist schlichtweg falsch, oder ist Ihre Miete innerhalb des letzten Jahres um mehr als 20% gestiegen. Hier sieht man ganz klar die Auswirkungen der Geldschwemme, die die Notenbanken weltweit angefacht haben. Irgendwo muss das Geld ja investiert werden, und so treibt es eben die Preise fuer Immobilien, andere Vermoegensgegenstaende und Aktien. Bin mal gespannt, wo das noch hinfuehren soll!

Account gelöscht!

26.09.2012, 10:35 Uhr

Alles Folgen der EURO Rettungs=Inflationssteigerungs-Politik!

marinetochterbiancaruft

26.09.2012, 11:55 Uhr

Es kann auch sehr schön sein, am Rand oder außerhalb mehrerer Großstädte zu wohnen und diese abwechselnd ab er in Stille schlafen könnend, besuchen zu können.

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