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04.04.2006

07:52 Uhr

Immobilienverkäufe

Dax-Konzerne heben Schätze

VonGertrud Hussla

Der kürzlich angekündigte Verkauf der Karstadt-Quelle-Häuser ist nur der jüngste Fall: Immer mehr börsennotierte deutsche Unternehmen gehen dazu über, Immobilienbestände zu veräußern. Von den frei werdenden Milliarden profitieren nicht zuletzt die Anleger.

Karstadt hat alle seine Immobilien verkauft. Foto: dpa

Karstadt hat alle seine Immobilien verkauft. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Nach Aussage von Experten dürfte der Trend den Aktionären Kursgewinne bescheren. Denn die Konzerne heben in Gebäuden und Grundstücken gebundenes Kapital, um es in ihr Kerngeschäft zu investieren. „Es wird zunehmend erkannt, dass das in Immobilien gebundene Kapital dem Anleger mehr Wert bringt, wenn es im Kerngeschäft eingesetzt wird“, sagt Fabian Godbersen von Blackstones Immobiliengruppe.

Bei internationalen Aktieninvestoren gelten die Erträge von Immobilien, die sich häufig nur mit drei Prozent verzinsen, als zu mager. „Das ist eine Belastung des eingesetzten Kapitals, die dazu führt, dass es niedriger bewertet wird“, sagt Europastratege Bernd Meyer von der Deutschen Bank. Gleichzeitig hat sich der Markt für gewerbliche Immobilien in Deutschland deutlich verbessert. Internationale Finanzinvestoren haben ihn entdeckt und trauen sich zu, die Renditen dort erheblich zu steigern. „Da ist inzwischen unglaublich viel Geld da, das nach Anlagemöglichkeiten dürstet“, sagt Ralf Heuser, der bei der Maklerfirma Jones Lang LaSalle für Großkonzerne zuständig ist.

Dabei gibt es in Deutschland mehr zu versilbern als in anderen Ländern. Etwa 20 Prozent des Gesamtkapitals der Dax-Unternehmen stecken in Grundstücken und Gebäuden. Potenzial schlummere besonders bei Konzernen wie Volkswagen, Thyssen-Krupp oder Münchener Rück, errechneten Analysten.

Die Deutsche Bank hat bereits Büroflächen im Wert von 1,3 Mrd. an die Investorengruppen Blackstone und Fortress verkauft. Der Daimler-Chrysler-Konzern durchforstet seinen Bestand auf Verwertbarkeit. Die bisher größte Transaktion vollzog der Eon-Konzern: Er veräußerte die Immobilientochter Viterra für sieben Mrd. Euro.

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