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19.09.2014

13:39 Uhr

Immobilienwahn in New York

Ein Parkplatz für eine Million Dollar

Der Größenwahn an New Yorks Immobilienmarkt wird immer grotesker. Superreiche zahlen für einen Parkplatz vier Mal so viel wie Otto-Normalverdiener für ein durchschnittliches Eigenheim. Droht die Blase bald zu platzen?

Der Wohnungsmarkt in New York nimmt wahnwitzige Züge an. Das ehemalige Apartment des verstorbenen Tenors Luciano Pavarotti in Manhattan gehört mit 13,7 Millionen Dollar noch zu den günstigen Immobilien. dpa

Der Wohnungsmarkt in New York nimmt wahnwitzige Züge an. Das ehemalige Apartment des verstorbenen Tenors Luciano Pavarotti in Manhattan gehört mit 13,7 Millionen Dollar noch zu den günstigen Immobilien.

New York.Only in New York: Parkplätze für jeweils eine Million Dollar in SoHo sind das neueste Symbol für den Größenwahn an Manhattans Immobilienmarkt. Ein paar Quadratmeter Tiefgarage, viermal so teuer wie das durchschnittliche Eigenheim im Land. Die Metropole am Hudson macht dem Motto des Bundesstaats New York mal wieder alle Ehre: „Excelsior“ – höher hinaus. Wie lange kann das gut gehen?

Manhattans Wohnungsmarkt ist eine schillernde Zurschaustellung des Exzesses: Das ehemalige Apartment des verstorbenen Tenors Luciano Pavarotti am Central Park ist mit 13,7 Millionen Dollar noch relativ günstig, ebenso die Dreizimmer-Wohnung von Hollywood-Star Kirsten Dunst. Wer wirklich Aufsehen erregen will, kauft für 118,5 Millionen Dollar ein Penthouse am Battery Park mit Blick auf die Freiheitsstatue.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

Umfrage

Welche Städte sind bei Investoren besonders beliebt? Die Daten sind dem Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt von EY Real Estate entommen. Es wurden 15 europäische Immobilienmärkte inklusive Deutschland untersucht. Geantwortet haben insgesamt rund 500 europäische Unternehmen und Investoren. Wortlaut der Frage: „Welche deutschen Standorte stehen im Jahr 2014 besonders in Ihrem Investmentfokus?“

Platz 7

Stuttgart

20 Prozent

Platz 6

Düsseldorf

21 Prozent

Platz 5

Frankfurt

22 Prozent

Platz 4

Hamburg

23 Prozent

Platz 3

München

25 Prozent

Platz 2

Köln

26 Prozent

Platz 1

Berlin

36 Prozent

Der Boom nimmt immer krassere Formen an: Alleine in den letzten 90 Tagen sind die Preise für Eigentumswohnungen in Manhattan um 13 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich lag das Plus im August bei rund fünf Prozent. „Macht euch bereit für das Platzen der Immobilienblase“, warnt Todd Schoenberger vom Vermögensverwalter J. Streicher Asset Management. „Alarmstufe rot“ rief das „New York Business Journal“ bereits im Juli aus.

Doch auch wenn die Preise viel stärker anziehen als die Einkommen – die Nachfrage will einfach nicht abreißen. Sehr viel Kundschaft komme aus dem Ausland, sagt der aus der TV-Serie „Million Dollar Listing New York“ bekannte Makler Ryan Serhant. „Wir können an die ganze Welt verkaufen.“ Internationale Investoren haben ihr Engagement in den USA zuletzt kräftig ausgebaut. Luxusobjekte in New York sind besonders begehrt.

Vor allem Chinesen stehen Schlange. Sie machen inzwischen fast ein Viertel der ausländischen Käufer am US-Markt aus. Eileen Hsu, die Englisch und Mandarin spricht, hat sich auf superreiche chinesische Eltern spezialisiert, die ihre studierenden Kinder in New York unterbringen wollen. Das Konzept hat sie und ihr Team schon vier Mal zu Mitarbeitern des Jahres der größten New Yorker Makler-Firma Douglas Elliman gemacht.

Kommentare (1)

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Herr Ralf Müller

19.09.2014, 16:59 Uhr

Man braucht kein Wirtschaftswachstum, damit die Preise für Luxusimmobilien völlig zurecht stark ansteigen.
Dafür genügt eine steigende Ungleichverteilung der Einkommen.
Die Reichen werden auch ohne Wirtschaftswachstum im Durchschnitt reicher und haben mehr Geld für ihre Wohnungen zur Verfügung.
Gleichzeitig fallen die Preise für Schrottimmobilien, zum Beispiel in Detroit, ins bodenlose.

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