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07.02.2012

18:30 Uhr

ImmoInvest

SEB deutet Aus für Fonds-Flagschiff an

Dem offenen Immobilienfonds ImmoInvest droht die Abwicklung. Managerin Barbara Knoflach deutete an, der sechs Milliarden Euro schwere Fonds könnte liquidiert werden.

Bürogebäude am Potsdamer Platz. dpa

Bürogebäude am Potsdamer Platz.

FrankfurtDie Zukunft des Offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest steht auf der Kippe. Erstmals deutete Fondsmanagerin Barbara Knoflach an, dass der sechs Milliarden Euro schwere Fonds liquidiert werden könnte. „Wir haben eine Chance, und wir werden alles tun, um die Chance zu nutzen“, sagte Knoflach am Dienstag am Rande eines Pressegesprächs des Fondsverbands BVI. Sie fügte dann aber hinzu: „Selbst wenn liquidiert wird und wir genügend Zeit haben, bin ich guter Dinge, dass die Anleger mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ohne Verluste rauskommen.“

Der SEB ImmoInvest gilt als eines der Flagschiffe der Offenen Immobilienfonds. Bis Mai hat der Fonds noch Zeit, seine Kasse für eine Wiederöffnung zu füllen. Sollte er bis dahin nicht liquide genug sein, um potenzielle Auszahlungswünsche der Anteilseigner bedienen zu können, muss er abgewickelt werden. Experten zufolge hat sich für eine Wiederöffnung eine Liquiditätsquote von 30 Prozent bewährt. Der ImmoInvest hatte zuletzt 21 Prozent und deshalb auch die eigentlich noch für 2011 angepeilte Wiederöffnung abgesagt.

Durch die Veräußerung des Tafelsilbers des Fonds, den Potsdamer Platz, könnte der Fonds die notwendigen Mittel erhalten. 19 Immobilien - fast das gesamte Ensemble - stecken im ImmoInvest. Doch im von der Schuldenkrise geprägten Umfeld erweist es sich als äußerst schwierig, die Gebäude mit einem Verkehrswert von 1,4 Milliarden Euro loszuschlagen. Potenzielle Käufer lassen sich Zeit, und den Anbietern läuft diese davon.

Sollte es der SEB ImmoInvest nicht schaffen, wäre er nicht der erste Offene Immobilienfonds, aber der mit Abstand größte, der abgewickelt würde. Das Fondsmanagement wäre gezwungen, alle Immobilien des Fonds zu verkaufen. Die Erlöse würden etappenweise an die Anleger ausgezahlt. Damit müssten die Investoren selbst nach zwei Jahren Wartezeit noch Monate warten, bis sie Geld sehen. Neben dem SEB ImmoInvest hält noch ein anderes Schwergewicht die Branche in Atem. Denn auch für den CS Euroreal heißt es im Mai hopp oder topp.

Von

rtr

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