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25.02.2013

10:38 Uhr

Interview

„Immobilien sind für Private kein professionelles Investment“

VonJens Hagen

Viele Immobilienkäufer zahlen aktuell viel zu hohe Preise. Estavis-Chef Andreas Lewandowski verrät im Interview, wo der Kauf noch lohnt, warum die Mieten viel zu günstig sind und wie er den Börsenwert verdreifachen will.

Ehrgeizig: Andreas Lewandowski, Vorstand beim Immobilienunternehmen Estavis. www.marco-urban.dePR

Ehrgeizig: Andreas Lewandowski, Vorstand beim Immobilienunternehmen Estavis.

Herr Lewandowski, Sie gelten als einer der cleversten professionellen Immobilienkäufer des Landes. Wenn Sie privat eine Wohnung als Investment kaufen würden, wo würden sie dann zuschlagen?
Das hängt immer sehr von dem jeweiligen Objekt ab. Zwar gibt es in den Metropolen noch Chancen, Privatinvestoren müssen aber lange suchen. In Berlin werden beispielsweise schon Kaufpreise vom 25-fachen der Jahresmiete bezahlt. Ein gutes Geschäft ist das eher nicht.

Wie sieht es in den anderen Metropolen aus?
In Hamburg und München gibt es fast keine Schnäppchen mehr, auch in Frankfurt kaum noch.

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Immobilien sind in Deutschland Partythema. Warum kaufen die Deutschen, ohne auf die hohen Preise zu achten?
Man sagt, wenn die Putzfrau einsteigt, sei es an der Zeit auszusteigen. Inflationsängste treiben viele Vermögende zum Immobilienkauf. Wer ein Objekt in einer Top-Lage in einer Metropole erwirbt, macht meistens nicht viel verkehrt. Das Objekt lässt sich oft zu einem ähnlichen Preis wiederverkaufen, schlimmstenfalls droht ein kleiner Verlust. Aber ein gutes Geschäft ist das nicht. Die wenigsten schaffen es die Preiszyklen zu treffen und kaufen zu teuer.

Wo gibt es denn noch Schnäppchen?
In Mittelzentren mit steigender oder zumindest konstanter Bevölkerungszahl ist der Markt noch nicht abgegrast. Empfehlenswert sind Unistädte, weil dort ein steter Bedarf an Mietwohnungen gibt. Interessant sind auch Oststädte wie Dresden, Chemnitz, Leipzig oder Magdeburg.

In Leipzig gibt es große Leerstände.
Das betrifft aber nur die unsanierten Wohnungen sowie Altbauten im Zentrum, die einzelnen West-Eigentümern gehören. Ost-Immobilien sind zum Ankauf deswegen oft interessant, da sie häufig mit Steuermitteln erst vor wenigen Jahren saniert wurden. Das ist im Westen nicht immer der Fall.

Kommentare (14)

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Gast

25.02.2013, 11:06 Uhr

"Mieten viel zu günstig"
"ist der Markt noch nicht abgegrast"
Das braucht man ja eigentlich nicht mehr zu Kommentieren...

"Plattenbauten...Beliebt?
Ja, auch Mieter denken ökonomisch."
Es ist wohl eher so, dass denen keine andere Wahl bleibt. Aber das ist ja nur zu ihrem Profit, nicht wahr, Herr Lewandowski?

Und der Artikel zu diesem Interview klingt auch nicht im Geringsten besser. Diese unglaubliche Gier...

Ganz grosse Nummer.

MBoudik

25.02.2013, 11:16 Uhr

Die Aussagen stimmen sicher für Kleinanleger, die sich nur eine einzige Mietwohnung kaufen! Jeder sollte sich überlegen, ob er Vermieter werden will. Achtung: Klumpenrisiko!

Die selbstgenutzte Wohnimmobilie ist jedoch oftmals lohnend. Hier wird in einer anderen Liga gespielt.

Die Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten sind sicher nicht zu unterschätzen.

Es gibt aber auch Freiberufler (Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ärzte, Apotheker, Architekten ... ), selbständige Handwerker, reiche Familien und Firmeninhaber, die sich mehrere Immobilien bzw. Mietshäuser leisten können.

Hier gibt es erhebliche Synergien zum „Tagesgeschäft“, so dass man hier oftmals billiger als ein Immobilien-Unternehmen wirtschaften kann. Insbesondere bei den Finanzierungskosten mit hohem Eigenkapital....

Puenktchen

25.02.2013, 11:20 Uhr

Dieses Interview wurde mit einem Menchen geführt, der rein gar nichts aus der aktuellen Finanzkrise gelernt hat.
Genau die dort dokumetierte "Denke" hat uns die aktuelle Situation gebracht und sie muss enden. Ansonsten wird unser Wirtschaftsystem immer mehr Menchen in die Verelendung treiben.
Solchen Interviewpartnern sollte man als renommierte Tageszeitung nicht die Plattform bieten, um fossile Strategien am Leben zu halten.

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