Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2005

08:37 Uhr

Investition mit steuerlichem Vorteil

Immobilienfonds: Juwelen aus dem Osten

VonManuela Frey-Broich

In den letzten Jahren galt vor allem Holland - aber auch Österreich - als das Immobilienparadies Europas. Doch schon beginnen Polen, Tschechien und Ungarn ein neues europäisches Immobilienzentrum zu bilden. Seit ihrem Beitritt zur EU am ersten Mai 2004 gelten diese Länder als die Wachstumsmärkte bei geschlossenen Immobilienfonds.

In Warschau, Prag und Budapest liegen derzeit die Juwelen der Branche. Hier fehlt es vor allem an modernen Büros, denn viele internationale Dienstleistungsfirmen möchten auch dort einen Sitz oder gar eine Niederlassung haben, um die Märkte für sich zu erschließen. "Ich prognostiziere für die nächsten fünf bis zehn Jahre noch erhebliches Wachstumspotenzial, während in den meisten westeuropäischen Metropolen die Wachstumsgrenzen erreicht sind", sagt Hans Heinrichs, Geschäftsführer von SachsenFonds. Somit führt zum einen der Mangel an modernen Büroräumlichkeiten zu einer steigenden Nachfrage. Zum anderen besteht aber auch ein Nachholbedarf an Verkaufsflächen. Dadurch ist weiteres Potenzial für ein Fondsangebot sowohl im Bereich Büroimmobilien als auch bei Einzelhandelsimmobilien gegeben.

Die Gesamtnachfrage nach Auslandsimmobilienfonds ist in den letzten beiden Jahren stetig gestiegen. Dennoch haben traditionelle Standorte wie USA und Holland an Umsatz verloren. Im Jahr 2003 platzierten die USA, laut dem Beteiligungskompass 2004 von Edmund Pelikan, 25 Prozent weniger Eigenkapital und Holland sogar 30 Prozent weniger. Hingegen erzielten Immobilienfonds aus Österreich und Kanada ein Umsatzplus von 200 Prozent. Immer begehrter werden vor allem Standorte aus Zentraleuropa. "Hier befinden wir uns ganz am Anfang einer Boomphase. Der Marktanteil der Zentraleuropa-Fonds an geschlossenen Immobilienfonds liegt derzeit bei fünf Prozent und wird in Zukunft auf zehn Prozent steigen", so Edmund Pelikan, Geschäftsführer der Landshuter Unternehmensberatung Edmund Pelikan Kompetenz.

Geschlossene Auslandsimmobilienfonds sind ähnlich wie andere geschlossene Fonds konzipiert. Dabei beteiligt sich der Anleger an einer GmbH & Co. KG und nimmt somit die Rolle eines Kommanditisten ein. Er wird dadurch zum Mitunternehmer. Die Fondsgesellschaft erwirbt eine oder mehrere Immobilien im Ausland, vermietet und verwaltet diese. Zu einem späteren Zeitpunkt veräußert sie die Objekte. Durch seine unternehmerische Beteiligung partizipiert der Anleger an den Mieterträgen und am Veräußerungserlös. Darüber hinaus beinhalten Zentraleuropa-Fonds vornehmlich gewerbliche Immobilien, wie Bürogebäude und Einkaufszentren. Allerdings sind Büroimmobilien flexibler einsetzbar, da sie nicht auf einen bestimmten Benutzer zugeschnitten sind, wie dies im Einzelhandel der Fall ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×