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15.09.2012

12:30 Uhr

Investitionen in Berlin

Die Immobilien-Wende am Kudamm

VonChristian Hunziker

„Wind of Change“ im Berliner Westen: Luxus-Läden wie Gucci und Trendsetter wie Apple zieht es an den Kurfürstendamm. Auch Büroflächen sind gefragt. Für Investoren ein spannender Markt mit viel Potenzial.

Der Kurfürstendamm, bevor er modern wurde. ap

Der Kurfürstendamm, bevor er modern wurde.

BerlinWenn am morgigen Samstag die Investoren von Haus Cumberland das Richtfest feiern, dürfte die Stimmung glänzend sein. Lediglich sieben Monate brauchten die Investoren Dirk Germandi und Detlef Maruhn, um die 180 Wohnungen im repräsentativen Baudenkmal am Kurfürstendamm zu verkaufen. Und auch die Büros, Läden und Restaurants sind vermietet, sagt Mitinvestor Thomas Bscher.

Mit diesem Erfolg ist das Haus Cumberland kein Einzelfall. „Die City-West hat in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen“, sagt Boris Matuszczak, Niederlassungsleiter Berlin der HSH Nordbank. Christoph Scharf, Leiter Einzelhandelsvermietung beim Maklerhaus BNP Paribas Real Estate in Berlin, spricht von „einem klaren Trend Richtung City-West“. Damit war vor einigen Jahren nicht zu rechnen. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten verlief die Tendenz in die entgegengesetzte Richtung: Büronutzer zogen in die neuen Büropaläste am Gendarmenmarkt, die Friedrichstraße machte mit ihren Luxusläden dem Kurfürstendamm Konkurrenz.

Inzwischen hat der Wind gedreht – gerade auf dem Wohnungsmarkt. Rackham F. Schröder vom Maklerhaus Engel & Völkers berichtet von jungen Internetunternehmern, die in den Seitenstraßen des Kudamms nach einer Wohnung suchen. Und selbst vor ausgesprochenen Luxusprojekten schrecken Entwickler nicht mehr zurück. So bereitet eine Investorengemeinschaft aus den Unternehmen Pantera und F&B die Sanierung von zwei Gründerzeitwohnhäusern direkt hinter dem berühmten Kaufhaus des Westens, dem Kadewe vor. 9.800 Euro pro Quadratmeter sollen die teuersten der bis zu 290 Quadratmeter großen Wohnungen kosten, sagt Pantera-Vorstand Michael Ries.

Stark vertreten ist das gehobene Segment auch im Einzelhandelsbereich. „Die Friedrichstraße hat bei Luxusmarken deutlich verloren“, stellt Christoph Scharf von BNP Paribas fest. Am Kudamm hingegen reihen sich zwischen Bleibtreustraße und Olivaer Platz Edelhändler wie Gucci, Prada und Hermès. Doch auch innovative Konzepte stoßen in die City-West vor.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

Berlin

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

* Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

Bremen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

Dortmund

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

Dresden

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

Düsseldorf

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

Erfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Essen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

Frankfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Freiburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

Hamburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

Hannover

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Kiel

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Köln

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Leipzig

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

Magdeburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mainz

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mannheim

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

München

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

Nürnberg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

Stuttgart

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

„Insbesondere bei Einzelhändlern, die sich erstmals in der Hauptstadt ansiedeln, verzeichnen wir eine hohe Nachfrage“, sagt Lars Kirmse von Argoneo Real Estate, die das Neue Kranzler Eck betreut. Dort eröffnete vor kurzem Urban Outfitters, Anbieter von Kleidung und Wohnaccessoires, einen Laden. Im Bikini Berlin, dem denkmalgeschützten Ensemble am Bahnhof Zoo, das Eigentümerin Bayerische Hausbau derzeit revitalisiert, soll 2013 sogar ein 1.200 Quadratmeter großes Design-Geschäft eröffnen, das man eher am trendigen Hackeschen Markt in Berlin-Mitte erwarten würde. „Es soll en vogue sein, ins Bikini Berlin zu gehen“, wünscht sich Jürgen Büllesbach, Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau.

En vogue wird die City-West allmählich auch für Büronutzer. „Gerade mittelständische Rechtsanwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften“, bestätigt Boris Matuszczak von der HSH, „finden den Westen attraktiv.“ Allerdings sei das Angebot an großen, modernen Büroflächen beschränkt – noch: Gleich mehrere Vorhaben sind in der Planung.

Kommentare (1)

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pleiteschneide

15.09.2012, 15:52 Uhr

der trend zum ku.damm is schon seit der zeitenwende zu beobachetn und das billige baugeld tut sein übriges zu.

die superimmobilien seis wohnen und gewerbe sind die zum teil die bankverwertungen und zwangsversteigerungen in fünf spätestens in 10 jahren.

hatten wir alles schon im goldenen viereck charlottengrads und islamaburg nach der wende.

brrrrhhhh brauner ,ganz ruhig....

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