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16.09.2016

11:58 Uhr

IVG-Tochter, Vonovia, Deutsche Wohnen

Hochkonjunktur am Immobilienmarkt

VonMatthias Streit

Deutschlands Immobilienmarkt boomt. Die börsennotierten Konzerne erfreuen sich an üppigen Kursgewinnen. Nun will auch Officefirst davon profitieren. Schon Mitte Oktober könnte die IVG-Tochter an die Börse gehen.

Analyser to go

Vonovia - In Zeiten der Niedrigzinsen boomt der Immobilienmarkt

Analyser to go: Vonovia - In Zeiten der Niedrigzinsen boomt der Immobilienmarkt

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Frankfurt am MainBei Immobilienunternehmen herrscht in Zeiten der Niedrigzinsphase Hochkonjunktur. Zwar sinkt die Rendite, doch die Preise steigen seit Jahren. Eine immer wieder befürchtete Preiskorrektur scheint bislang nicht in Sicht. Auch an der Börse läuft es hervorragend. Während die großen deutschen Indizes in diesem Jahr noch immer um ihre Vorjahresniveaus kämpfen, kennen die Titel der größten beiden börsennotierten Immobilienunternehmen nur den Weg nach oben: Die im Dax notierte Vonovia konnte seit Jahresbeginn um fast ein Fünftel zulegen, bei Deutsche Wohnen im MDax beläuft sich der Wertgewinn gar auf ein Viertel.

Von der positiven Stimmung am Immobilien- und Aktienmarkt möchte nun auch Officefirst profitieren. Am Freitag verkündete die IVG-Tochter ihre Pläne, an die Börse zu gehen und bestätigte damit Informationen, die das Handelsblatt am Donnerstag aus Finanzkreisen erfuhr. Damit kehrt ein Teil des einst größten börsennotierten Immobilienunternehmens Deutschland, der IVG, an den Aktienmarkt zurück. Bei Officefirst ist mit den Büroimmobilien das Kerngeschäft der IVG gebündelt.

Deutschlands größte Makler

Makler für Gewerbeimmobilien

Bürogebäude, Shoppingcenter, Lagerhallen oder Hotels sind bei Investoren beliebter denn je. Davon profitieren auch die internationalen Maklerhäuser. Das zeigt eine Auswertung der Fachzeitschrift „Immobilienmanager“.

Die Redaktion hat die Geschäftszahlen der Branche für das Jahr 2015 auswertet. In allen Segmenten stiegen 2015 die Preise und damit auch die Umsatzerlöse. Auch im Vermietungsgeschäft hatten die Makler, die Gewerbeobjekte vermitteln, wenig Grund zur Klage.

Gewerbemakler Platz 3

Corpus Sireo, ein Tochterunternehmen der Swiss-Life-Gruppe, zählt zu den führenden deutschen Maklerhäusern und vermittelt sowohl Büro- und Einzelhandelsgebäude als auch Wohnimmobilien. Im Segment der gewerblichen Immobilien schaffen es die Kölner unter die Top-3. Der Nettoumsatz lag 2015 bei gut 73 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es 69 Millionen.

Gewerbemakler Platz 2

An Nummer zwei der größten deutschen Gewerbemakler steht die deutsche Tochter des internationalen Immobilienberatungshauses BNP Paribas Real Estate. Das Unternehmen gehört zum französischen Finanzkonzern BNP Paribas und unterhält Niederlassungen in weltweit 36 Ländern.

In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 700 Mitarbeiter an zwölf Standorten. Laut Angaben des „Immobilienmanagers“ lag der Umsatz 2015 bei 114,7 Millionen Euro nach 91 Millionen im Jahr zuvor.

Gewerbemakler Platz 1

Mit deutlichem Vorsprung vor dem französischen Konkurrenten führt die deutsche Tochter des US-Immobilienberatungshauses JLL die Rangliste der größten Gewerbemakler in Deutschland an. JLL - das Kürzel steht für Jones Lang LaSalle - ist ein an der New Yorker Börse notierter, weltweit agierender Dienstleister, Berater und Investmentmanager im Immobilienbereich. Weltweit mehr als 60.000 Mitarbeiter in etwa 280 Büros erwirtschafteten 2015 einen Jahresumsatz aus Honoraren von 5,2 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland setzte JLL 2015 175 Millionen Euro um nach 121 Millionen Euro im Jahr 2014. Ein Plus von 45 Prozent und eine höhere Steigerungsrate als jeder Gewerbemakler.

Wohnungsmakler

Anders als bei den Gewerbemaklern legt bei den auf Wohnimmobilien spezialisierten Vermittlern nur das Geschäft mit Käufen und Verkäufen kräftig zu. Die Provisionen für die Vermittlung von Mietwohnungen hingegen sind bei allen Maklerhäusern, die an der Auswertung der Fachzeitschrift „Immobilienmanager“ teilgenommen haben, rückläufig.

Der wichtigste Grund: Für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt seit Juni 2015 das sogenannte Bestellerprinzip. Danach zahlt derjenige den Makler, der ihn auch beauftragt, und nicht wie zuvor meist der Mieter. Eigentümer mit wenigen Wohnungen nehmen seitdem die Vermietung oft selbst in die Hand. Und größere Wohnungseigentümer handeln mit Maklern Pauschalen aus, die geringere Provisionen als früher üblich vorsehen.

Wohnungsmakler Platz 3

Die Bausparkassen-Tocher LBS Immobilien Nordwest gehört zu den größten deutschen Wohnimmobilienmaklern. Ihr Geschäftsgebiet umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Berlin - ein Markt, in dem mehr als ein Drittel der Deutschen leben und in dem jährlich etwa 250.000 Wohnimmobilien im Wert von 40 Milliarden Euro den Besitzer wechseln.

In etwa 150 Kunden-Centern und bei den etwa 100 Partner-Sparkassen vermittelte die LBS Immobilien Nordwest 2015 nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Immobilien im Wert von 2,3 Milliarden Euro an neue Käufer. Mit einem gegenüber 2014 leicht gestiegenen Umsatz von 105,3 Millionen Euro (2014: 104,1 Millionen Euro) belegt die LBS Immobilien Nordwest im Maklerranking Platz 3.

Wohnungsmakler Platz 2

Das 1977 gegründete Maklerhaus Engel & Völkers mit Stammsitz in Hamburg gilt als Spezialist für die Vermittlung von Wohnimmobilien in guten und sehr guten Lagen. Das Franchiseunternehmen, das inzwischen Lizenzen an Makler in 32 Ländern vergeben hat, die an mehr als 700 Standorten präsent sind und etwa 8.000 Mitarbeiter beschäftigen, hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Der Courtageumsatz der Gruppe stieg von 173 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 410 Millionen Euro im Jahr 2015.

In Deutschland stieg der Nettoumsatz der Engel-&-Völkers-Büro 2015 auf 123,6 Millionen Euro nach 110 Millionen Euro im Jahr zuvor. Für die Hamburger Marke bedeutet das: Platz 2 unter Deutschlands Wohnungsmaklern.

Wohnungsmakler Platz 1

Mit riesigem Abstand zum Zweitplatzierten führt die Sparkassen-Finanzgruppe das Ranking der deutschen Wohnungsmakler an. Die Immobilienabteilungen der gut 400 deutschen Sparkassen vermitteln den Löwenanteil der deutschen Häuser und Wohnungen an neue Käufer und Mieter.

Zugute kommt ihnen dabei ihre große Vertriebsstärke: Mit ihrem Netz von rund 14.450 Geschäftsstellen sind sie nicht nur in Großstädten, sondern auch in dem meisten kleinen Gemeinden vertreten.

Das schlägt sich deutlich im Vermittlungsumsatz nieder: 2015 erreichte er ein Volumen von 418 Millionen Euro nach 388 Millionen im Jahr zuvor. Für die Sparkassenmakler heißt das: Platz 1 im Maklerranking.

Bis Ende des Jahres soll der Börsengang über die Bühne gehen. Tatsächlich könnte dies aber deutlich eher der Fall sein. Einem Insider zufolge sei offenbar der 14. Oktober als Termin avisiert. Officefirst wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Ungewöhnlich wäre es jedenfalls nicht: Zwischen Verkündung der Pläne (im Fachjargon „Intention to float“ genannt) und tatsächlichem Börsengang liegt meist nur ein Monat.

Im Rahmen einer Kapitalerhöhung sollen Aktien im Volumen von 450 Millionen Euro platziert werden. Hinzu kämen indes noch Aktien aus dem Bestand der IVG. Zuletzt war von einem gesamten Emissionsvolumen von 800 bis 900 Millionen Euro spekuliert worden.

Ab Ende September wolle Officefirst dem Vernehmen nach auf „Roadshow“ gehen und bei möglichen Investoren für sich werben. Locken soll dabei schon eine Dividende im laufenden Jahr: 2016 soll 50 Prozent des operativen Ergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. 2017 soll die Quote dann schon 65 bis 70 Prozent betragen.

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Nach dem verlorenen Übernahmepoker um die Deutsche Wohnen greift der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia wieder an. Sein neues Ziel ist die österreichische Immobilienfirma Conwert. Sein Zauberwort: Skaleneffekte.

Wie hoch die Dividende pro Anteilsschein tatsächlich liegt, wie viele Aktien ausgegeben werden und welcher Preis für ein Wertpapier fällig wird ist allerdings noch nicht klar. Darüber werde noch eifrig debattiert, berichtet ein Insider.

Die Geschäfte laufen, wie üblich vor einem geplanten Börsengang, gut: Im ersten Halbjahr 2016 stieg das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 46,6 Millionen Euro. Die Vermietungsquote liegt bei 91,4 Prozent und generiert Mieteinnahmen von 207 Millionen Euro.

„Das Unternehmen ist gut aufgestellt für den Börsengang. Damit eröffnen wir uns den Zugang zu den Kapitalmärkten und können unserer Kapitalstruktur weiter verbessern“, sagt Officefirst Geschäftsführer Michiel Jaski.

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