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14.01.2011

09:42 Uhr

Jones Lang Lasalle

Immobilienberater in Aufbruchstimmung

VonReiner Reichel

Der Immobilienberater schwört seine Führungskräfte in Berlin auf einen neuen Kurs ein: langfristige Profite statt schnellen Geldes. Damit soll auf den europäischen Markt reagiert werden, der sich entscheident vom US-Markt unterscheidet.

Hotel Berlin, Berlin: In Berlins größter Kongressherberge verkündete Lasalle seine neuen Ziele. Pressebild

Hotel Berlin, Berlin: In Berlins größter Kongressherberge verkündete Lasalle seine neuen Ziele.

DÜSSELDORF . Die Krise war für Jones Lang Lasalle (JLL) gestern. Heute verkündet Christian Ulbrich, Europa-Chef des weltweit zweitgrößten Immobiliendienstleisters, in Berlin vor 600 Führungskräften aus 25 Ländern Europas, des Nahen Ostens und Afrika (EMEA-Region) den Aufbruch. Um das Konzept "Target 2014" vorzustellen und die Mannschaft darauf einzuschwören, hat JLL für drei Tage die 700-Zimmer-Herberge "Hotel Berlin, Berlin", das größte Kongress-Hotel der Bundeshauptstadt, gemietet.

Der Aufwand lässt die Bedeutung erahnen. Ein neues Geschäftsmodell, das stetige Gebühreneinnahmen verspricht, soll nachhaltiges Wachstum sichern. Denn zu groß ist im Europa-Geschäft die Abhängigkeit von schwankenden Provisionseinnahmen aus der Vermittlung von Kaufverträgen geworden. "Das Dienstleistungsgeschäft macht in den USA 80 Prozent des Umsatzes aus, in Europa nur 18 Prozent", erläutert Ulbrich das Dilemma.

Pünktlich zum Kongress bekommt der JLL-Europa-Club noch ein neues Mitglied. Zwar sind noch nicht alle Verträge unterzeichnet, doch das Unternehmen bestätigt die Übernahme der in der Schweiz ansässigen Sal. Oppenheim Real Estate, die dort künftig als Jones Lang Lasalle AG firmieren wird. Damit verschwindet für JLL ein weißer Fleck auf der Europa-Karte, der das Management schon deshalb störte, weil Wettbewerber CB Richard Ellis (CBRE) bereits seit 2004 auf dem eidgenössischen Markt präsent ist.

Die große Herausforderung für Ulbrich ist es, das Europa-Geschäft profitabler zu machen. Die Regionen Nord- und Südamerika und Asien-Pazifik zeigen bessere Ergebnisse, seit der Investmentboom in Europa 2007 zu Ende gegangen ist. Als vielversprechende neue Geschäftsfelder definiert Ulbrich in "Target 2014" Dienstleistungen für Firmen und rund um Einzelhandelsgebäude.

Weltweit tätige Großkonzerne erwarten von einem Makler heute, dass er aktuell genutzte Flächen optimiert, künftigen Flächenbedarf ermittelt, neue Räume sucht und einen Umzug organisiert. Zu den Auftraggebern für ein solches Servicepaket zählt beispielsweise der Softwarekonzern Microsoft. Aus Frankreich übernimmt Ulbrich eine neue, weiterführende Geschäftsidee, die er bis 2014 in ganz Europa anbieten will. Die JLL-Tochter Tétris baut als Generalunternehmer die Räume eines Mieters zum Festpreis nach dessen Vorgaben aus, möbliert sie und übergibt sie schlüsselfertig. "Wir erwarten damit schon in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz", sagt er.

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