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25.04.2013

17:16 Uhr

Käufer abgeschreckt

Immobilienmarkt in Paris kommt zum Erliegen

Das Geld für Immobilien sitzt bei den Franzosen nicht mehr so locker. Auch die Banken sind vorsichtiger geworden. Makler beklagen sinkende Verkaufszahlen in der Hauptstadt.

Franzosen halten sich mit Immobilienkäufen zurück. Reuters

Franzosen halten sich mit Immobilienkäufen zurück.

New York Mittlerweile klafft die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf dem Pariser Immobilienmarkt deutlich auseinander. Käufer und Verkäufer könnten sich einfach nicht auf einen Preis einigen, sagt Christine Perrissel vom französischen Immobilienmakler Agence Etoile der Nachrichtenagentur Bloomberg. “Ich habe einige Angebote, die zu teuer sind, und die Verkäufer wollen die Preise nicht senken”. Gleichzeitig seien die Käufer deutlich wählerischer. Jedes vierte Apartment von Agence Etoile sei unverkäuflich, obwohl die Hypothekenzinsen auf einem Rekordtief sind.

Landesweit zögern die Franzosen, Kredite für den Immobilienkauf aufzunehmen. Die Wirtschaft stagniert seit zwei Jahren, die Arbeitslosenquote ist auf den höchsten Stand seit 15 Jahren geklettert, die Grundstückspreise befinden sich nahe ihrem Rekordhoch. Außerdem drücken noch zusätzliche Steuern auf die Stimmung. Das macht wenig Lust auf einen Wohnungs- oder Hauskauf.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Nicht einmal Niedrigstzinsen können da noch locken. Für einen Immobilienkredit mussten in den ersten zwei Monaten des Jahres im Schnitt lediglich 3,34 Prozent Zinsen gezahlt werden, das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr. Dennoch brach das Volumen neuer Hypotheken in den zwölf Monaten bis Ende Februar um 27 Prozent auf 98,4 Mrd. Euro ein, wie aus Zahlen der französischen Notenbank hervorgeht.

Der Verkauf von neuen Immobilien sackte in 2012 um 18 Prozent auf 77.900 ab, und bei bereits bestehenden Objekten ging es um zwölf Prozent auf 709.000 abwärts. In den zwölf Monaten bis Februar betrug der Rückgang sogar 22 Prozent.

Kommentare (6)

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25.04.2013, 18:16 Uhr

Günstig sind Grundstücke erst dann, wenn sie, wie im Westerwald in Autobahnnähe zu Frankfurt um die 60 €/qm liegen.

Alles andere entspricht noch den längst verjährten Phantasiepreis-Erwartungen.

Wenn das eintritt, was zu erwarten ist, werden 50% der Immobilien-Finanzierungen notleidend.

Ein Investor mit Cash hat dann die beste Gelegenheit, zum Spottpreis zu kaufen.

Carsten

25.04.2013, 19:14 Uhr

Saugeil!!!

geldmengenflut und Billigzinsen führen seit Jahren zu Blasen.

Wenn in Paris die Blase platzt ist der EUR tot und auch Deutschland dank der von Chef-Red. Steingart propagierten scheiternden EURO-Rettung mit pleite.

Account gelöscht!

25.04.2013, 19:34 Uhr

Paris ist eine dreckige, völlig überteuerte und kriminalitätsdurchseuchte Stadt. Wer dort wohnt ist zu bemitleiden, wer dort eine Immobilie kauft, der muss geistesgestört sein.

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