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02.06.2012

08:35 Uhr

Kleine Städte als Chance

Es kommt nicht auf die Größe an

Investments in Kassel, Braunschweig und Jena sind nicht riskanter als in München. In kleinen und mittelgroßen Städten schwanken die Preise nämlich weniger. Wo das Geld am sichersten und die Rendite am höchsten ist:

Ein Traum für Investoren: Bielefeld. picture-alliance

Ein Traum für Investoren: Bielefeld.

BerlinWer sich mit dem Gedanken trägt, sein Geld in Wohnungen zu investieren, sollte Bielefeld unter die Lupe nehmen - dort lässt sich nämlich bei ausgesprochen geringem Risiko eine hohe Rendite von gut acht Prozent erzielen. Und für Anleger, die auf Büros oder Einzelhandelsimmobilien spezialisiert sind, dürften Kassel beziehungsweise Dortmund mit Renditen von mehr als sechs Prozent pro Jahr und ebenfalls geringem Investitionsrisiko höchst interessant sein.

Das geht aus der Studie "Investitionschancen in deutschen Mittelstädten" hervor, die das Beratungsunternehmen Wüest & Partner im Auftrag des Immobilienunternehmens TLG Immobilien erstellt hat. Wüest & Partner analysierte die Wohn-, Büro- und Einzelhandelsmärkte in 25 ausgewählten deutschen Städten zwischen 100 000 und 600 000 Einwohnern. Die Researcher stellten dabei fest, dass diese mittelgroßen Städte oft ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis aufweisen als die sieben sogenannten A-Städte. Zu ihnen gehören München, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Köln, Düsseldorf und Stuttgart.

Chancen und Risiken

Halle a. d. Saale

Auf dem letzten Platz liegt Halle. Hier liegt das Risiko bei 3,30 (auf einer Skala von 1-5). Dafür ist die durchschnittliche Rendite mit 9,9 Prozent am höchsten.

Duisburg

Die Ruhrpott-Stadt weißt ein eher hohes Risiko auf: 2,97. Die Rendite von 9,0 Prozent lockt dafür umso mehr.

Magdeburg

Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt birgt mit 2,97 ein eher hohes Risiko. Dafür liegt die Rendite aber auch bei 9,6 Prozent.

Kassel

Kassel bewegt sich wie Bochum mit 2,64 im mittleren Risiko-Bereich. Rentabel ist sie mit 8,9 Prozent aber allemal.

Bochum

Die Stadt im Ruhrpott birgt ein Risiko von 2,64. Dafür weist sie eine Rendite von 9,3 Prozent auf.

Augsburg

Wie auch in Heilbronn liegt das Risiko bei 2,31. Allerdings ist die Rendite in Augsburg mit 6,9 Prozent am geringsten.

Heilbronn

Bei den Schwaben liegt das Risiko bei 2,31 und die Rendite beträgt 7,2 Prozent.

Aachen

Zusammen mit Braunschweig belegt Aachen mit 1,98 Platz 2. Allerdings ist die Rendite hier nicht so hoch, sondern liegt nur bei 7,1 Prozent.

Braunschweig

Die kleine Stadt im Norden ist auch sicher. Mit 1,98 teilt sie sich den Platz mit Aachen. Die Rendite beträgt 8,3 Prozent.

Bielefeld

Der klare Sieger ist Bielefeld. Hier liegt das Risiko bei gerade einmal 1,65. Die Rendite erreicht mit 8,3 Prozent immerhin das Mittelfeld.

Das Investitionsrisiko errechneten die Fachleute von Wüest & Partner aufgrund von Kennzahlen wie Wohnungsleerstand, Verhältnis von Wohnkosten und durchschnittlicher Kaufkraft der örtlichen Haushalte (Wohnkostenbelastungsquote) sowie der Entwicklung des Arbeitsmarkts. Bielefeld zum Beispiel schneidet im Segment Wohnen deshalb so gut ab, weil es in der westfälischen 300.000-Einwohner-Stadt zu wenige Wohnungen gibt, die demografischen Aussichten dabei aber positiv sind, Bevölkerung und Zahl der Haushalte also zunehmen werden.

Zudem besteht als Folge geringer Wohnkosten ein erhebliches Mietsteigerungspotenzial besteht. Gleichzeitig dürfen Investoren eine fast doppelt so hohe Rendite wie in München erwarten: Für Bielefeld ermittelten die Researcher eine jährliche Durchschnittsrendite für Wohninvestments von 8,3 Prozent, in München geben sich Anleger mit gerade einmal 4,5 Prozent Ertrag aus der Wohnungsvermietung zufrieden.

Kommentare (10)

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EinKasseler

02.06.2012, 10:17 Uhr

Ich rate ab, in Kassel zu investieren oder sich dort niederzulassen.

Engagements von Firmen jüngerer Zeit wählten nicht Kassel direkt, sondern immer Gemeinden im Umland aus.
Dies hat seinen Grund.

Gut, das Autobahnkreuz Kassel mit seinen Verbindungen ins Ruhrgebiet und Richtung Hamburg und Frankfurt, sind als Pluspunkt zu nennen.

Wurde Kassel jahrelang seiner wirtschaftlichen Schwäche jahrelang als Zonenrandgebiet entschuldigt, so liegt es heute mitten in Deutschland. Die ökonomische Situation hat sich aber nicht groß geändert.

Ich erwähne nur das jahrelange Drama um den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden oder den Weiterbau der
A49. Sehr ermunternd für Unternehmer, die investieren möchten.

Nach wie vor sind diesselben rückständigen Politgeister am Werk, die damals schon Volkswagen nicht in Kassel haben wollten.

Wer heute einmal durch die Innenstadt von Kassel fährt, säumen reihenweise leerstehende Geschäfte die Straßen.
Kleinstädte wie Göttingen oder Fulda sind da attraktiver.

Kassel? Ja, das kennt man vom vorbeifahren an der Autobahn. So sollte es auch bleiben, wenn man Geld und Nerven schonen will.

(Und komme mir bitte keiner mit der 'Kultur', wie z.B. die documenta. Eine Kunstausstellung, die sonst niemand haben wollte).

rfogen

02.06.2012, 10:47 Uhr

Inzwischen weiss doch wohl jeder, dass es Bielefeld gar nicht gibt: http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeldverschwörung

Account gelöscht!

02.06.2012, 12:14 Uhr

Stimmt! Auf Jamaika steht an jeder Straßenecke ein Bob Marley,doch in der Stadt der Erbsenzähler steht an jeder Ecke ein Hans Eichel!
Auch die Dunn's River Falls sind mir lieber als die Kaskaden!
Naja, an der Völkerwanderung haben die Chatten auch nicht teilgenommen. So haben sie eben ein schiefes Weltbild.

http://de.uncyclopedia.org/wiki/Kassel

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