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31.12.2014

12:33 Uhr

Kredit 2015

Baugeld ist so günstig wie nie

VonJens Hagen

ExklusivWährend Sparer unter dem Zinstief ächzen, profitieren Kreditnehmer von historisch günstigen Konditionen bei Baugeld und Ratenkrediten. Wie Immobilienbesitzer tausende Euro sparen und wann die Zinsen wieder steigen.

Die Kurve zeigt nach unten: Seit dem Jahr 2008 sank der durchschnittliche Zins für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung um fast vier Prozentpunkte.

Die Kurve zeigt nach unten: Seit dem Jahr 2008 sank der durchschnittliche Zins für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung um fast vier Prozentpunkte.

Kurz vor Weihnachten war es soweit. Die Renditen für Pfandbriefe fielen auf ein neues Allzeittief. Kurz zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) die Erwartungen der Märkte auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik im neuen Jahr genährt.

Über die Folgen freuen sich viele Immobilienbesitzer. Denn Baugeld fiel auf einen neuen historischen Tiefststand. Aktuell bieten mehrere Vermittler Standarddarlehen über 200.000 Euro mit einer Beleihung von 80 Prozent und einer Tilgung von zwei Prozent zu einem Effektivzins von knapp 1,5 Prozent an. Das Sparpotenzial liegt im fünfstelligen Eurobereich: Vor fünf Jahren haben Kunden noch rund vier Prozent gezahlt.

Die aktuelle Lage am Zinsmarkt führt zu absurden Konstellationen. So liegen die Zinsen für variable Darlehen aktuell nur wenig unter den Sätzen für Darlehen mit langer Zinsbindung. „Banker fürchten bei einem schnellen Wechsel auf den hohen Kosten für Bearbeitung und Vermittlung sitzen zu bleiben“, erklärt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung das Phänomen. „Der eigentliche Zins spielt in der aktuellen Lage eher eine untergeordnete Rolle.“

Immobilienrenditen privater Anleger

Negative Rendite

6,9 Prozent
Erklärung: 6,9 Prozent aller privaten Anleger haben im Jahr 2012 mit Immobilieninvestitionen eine negative Bruttorendite erzielt. Alle hierauf folgenden Werte beziehen sich auf das Jahr 2012. Quelle: DIW, SOEP-Panel.

Keine Rendite

35,8 Prozent

Bis 2,0 Prozent Rendite

14,7 Prozent

2,1 bis 4,0 Prozent Rendite

20 Prozent

4,1 bis 6,0 Prozent Rendite

10,7 Prozent

6,1 bis 8,0 Prozent Rendite

6,2 Prozent

Über 8,0 Prozent Rendite

5,5 Prozent

Viele Kreditnehmer fragen sich jetzt, wie lange das Zinstief noch anhält. In einer Umfrage von Handelsblatt Online wagen Banker, Vermittler und Immobilienexperten eine Zinsprognose für das nächste Jahr und geben Tipps für die beste Finanzierungsstrategie fürs Haus. Ein Zinsvergleich zeigt, wo es die günstigsten Ratenkredite gibt.

Wie lange bleiben die Zinsen niedrig?

Immobilienbesitzer können ihre Finanzierungsstrategie das nächste Jahr in aller Ruhe angehen. Keiner der Finanzexperten rechnet mit einem plötzlichen, starken Zinsanstieg in den nächsten Monaten. „Wir erwarten zumindest in der ersten Jahreshälfte 2015 eher Seitwärtsbewegungen und auch für die zweite Jahreshälfte keine signifikanten Anstiege“, sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher des Finanzdienstleisters Dr. Klein.

Die letzten Aussagen der Notenbanker deuten darauf hin, dass die Europäische Zentralbank vor allem die Konjunktur beleben möchte. Die EZB möchte das günstige Zinsniveau über einen längeren Zeitraum halten, auch wenn sich die Wirtschaft wieder belebt. „Kurzfristig sehen wir bei der Zinsentwicklung keine Trendwende“, sagt Michiel Goris, Vorstandssprecher des Baugeld-Vermittlers Interhyp. „Langfristigere Prognosen abzugeben ist aber schlichtweg unseriös. Wenn sich die Konjunkturstimmung nachhaltig aufhellen sollte, werden die Zeiten immer neuer Tiefstände vorübergehen“, so Goris.

Die Deutsche Bank erwartet bis Ende 2015 einen mäßigen Zinsanstieg bei zehnjährigen Bundesanleihen auf rund 1,1 Prozent. Aktuell liegt der Zins bei 0,55 Prozent. „Im nächsten Jahr rechnen wir zunächst weiterhin mit attraktiven Bauzinsen“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. „Wir erwarten bis auf weiteres bei den Zinsen eine Seitwärtsbewegung mit kleineren Ausschlägen nach oben und unten.“

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