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27.01.2005

08:10 Uhr

Kreditnehmer sollten nicht vor einem Bankenwechsel zurückscheuen

Günstige Bauzinsen gibt es auf Vorrat

VonCarolyn Braun (Handelsblatt)

Wer heute eine Hypothek aufnimmt, kann sich über ausgesprochen niedrige Zinsen freuen. Was aber, wenn die Anschlussfinanzierung ansteht? Schließlich sind sich die meisten Experten einig, dass die Zinsen demnächst wieder steigen dürften. Kreditnehmer, die die Zinsentwicklung ähnlich einschätzen, können sich die heutigen Konditionen sichern – mit einem Forward-Darlehen oder einem Bereitstellungskredit. Aber eine Absicherung kostet Geld.

DÜSSELDORF. Bei einem Forward-Darlehen sichert die Bank zu, auf den in der Zukunft anstehenden Kredit die heutigen Zinsen zu veranschlagen, allerdings nur gegen einen Aufschlag. Die Bank erhöht die Kreditzinsen für jedem Monat, der bis zum Fälligkeitszeitpunkt verstreicht: „Typisch ist ein Aufschlag für Forward-Darlehen von 0,025 Prozent pro Monat“, sagt der Immobilienökonom Peter Edinger. Pro Jahr ergibt das einen Zinsaufschlag von 0,3 Prozent.

Eine andere Möglichkeit der vorgezogenen Anschlussfinanzierung stellen Kredite dar, die bereits heute vereinbart, aber erst in einiger Zeit abgerufen werden. „Auf diese Weise reserviert die Bank die Refinanzierung für den Kreditnehmer“, erläutert Edinger. Für eine Zeitspanne von drei Monaten ist das meist kostenlos. Danach kostet es in der Regel 0,25 Prozent Zinsen pro Monat. „Das gilt nur für die Zeit der Bereitstellung, in der der Kreditnehmer den Kredit nicht abruft“, sagt Edinger. „Im Gegensatz zum Forward-Darlehen werden hier nicht die Kreditzinsen für die gesamte Laufzeit angehoben.“

Mittlerweile gibt es auch Institute, die für bis zu zwölf Monate keine Bereitstellungszinsen von ihrem Kunden verlangen – manche Sparda- oder PSD-Banken beispielsweise. „Wenn das möglich ist, ist das für jemanden, der bereits in einem Jahr eine Anschlussfinanzierung sucht, die günstigere Alternative als das Forward-Darlehen“, sagt Edinger. Max Herbst von der unabhängigen Finanzberatung FMH warnt jedoch davor, dass sich einige Banken die zinsfreie Zeit hinterher mit schlechteren Kreditkonditionen vergüten lassen. Zudem muss man sich die Bereitstellungsvariante wegen der Doppelbelastung auch leisten können. Vor Abruf des neuen Kredits zahlt der Kunde doppelt Zinsen – einmal für den noch laufenden Kredit, zum Zweiten die Bereitstellungszinsen. „Die Liquiditätsbelastung ist höher“, sagt Herbst. Zudem verkürze sich die tatsächliche Laufzeit des Kredits um die Jahre bis zur Ablösung des Altdarlehens. Die vereinbarte Zinsbindungsfrist bei Forward-Darlehen hingegen beginnt erst mit dem Ende des vorhergehenden Kredits – allerdings nicht immer: „Es lohnt sich auch hier, auf das Enddatum zu schauen“, sagt Herbst.

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