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08.05.2012

10:12 Uhr

Lagefrage

Die geteilte Stadt

VonAnne Wiktorin

Köln ist nicht gleich Köln. Die Einheimischen entscheiden sich bei der Wohnort-Wahl immer noch klar zwischen der linken und rechten Seite des Rheins.

KölnÜber sieben Brücken kann der Kölner gehen, um auf die jeweils andere Rheinseite seiner Stadt zu gelangen. Der Graben zwischen der vermeintlichen besseren Hälfte links des Stroms und der schlechteren auf der rechten, der "schäl Sick", oder schielenden Seite der Domstadt lässt sich dadurch offenbar nicht überwinden. Vor allem bei den Mieten - aber auch bei den Kaufpreisen - sind die Unterschiede immer noch groß. Mieten jenseits von zehn Euro, in Lindenthal, im Belgischen Viertel oder in Sülz üblich, sind in den rechtsrheinischen Stadtteilen die Ausnahme. "Das höhere Mietniveau macht Bauträgermaßnahmen in den linksrheinischen Stadtteilen attraktiver", sagt deshalb Marktanalyst Marcus Cieleback vom Immobilienunternehmen Patrizia. Und Andreas Krämer, Finanzierungsexperte der HSH Nordbank, ergänzt: "Im Rechtsrheinischen sind die Verkaufspreise niedriger, die Baukosten aber genauso hoch wie in den linksrheinischen Stadtteilen." Das mag erklären, warum sich die Hoffnung auf einen durchgreifenden Imagewandel der "schäl Sick" bislang nicht erfüllt hat. Potenzial böten am ehesten Deutz und Mülheim, sagt Entwickler Andreas Gräf von Hochtief Formart und ergänzt: "Im Bereich preiswerterer Neubauwohnungen hat sich auch Kalk erstaunlich gut entwickelt."

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