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18.08.2014

11:49 Uhr

Londoner Immobilien

Größter Preisrutsch seit sechs Jahren

Die Angst vor einer Blase am britischen Immobilienmarkt nimmt zu. Im Juli brachen die Preise in London kräftig ein. Und das lag nicht nur am besonders regenreichem Sommer.

„The Gherkin“: Der Wolkenkratzer, auf deutsch „die Gurke“, gehört zu den Hauptwerken des Stararchitekten Norman Foster. Das Bürogebäude soll verkauft werden. AFP

„The Gherkin“: Der Wolkenkratzer, auf deutsch „die Gurke“, gehört zu den Hauptwerken des Stararchitekten Norman Foster. Das Bürogebäude soll verkauft werden.

Sommerschlussverkauf auf britisch: Die Immobilienverkäufer in London haben die Preise für ihre Häuser in diesem Sommer so stark gesenkt wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr. Finanzexperten registrieren solche Nachrichten mit Argwohn. Denn die sinkenden Preise signalisieren eine Abkühlung des überhitzten Immobilienmarktes in der britischen Hauptstadt.

Die geforderten Preise für Häuser in London sind gegenüber Juli um 5,6 Prozent gesunken. Im Schnitt kostet jedes Objekt in der Hauptstadt durchschnittlich 552.783 Pfund (690.690 Euro). Das ist der größte Preisrutsch seit Dezember 2007, wie die Immobilien-Internetseite Rightmove mitteilte. Landesweit gingen die Preise um 2,9 Prozent zurück, was einem Rekord für den Monat August entspricht.

Zwar schwächt sich die Nachfrage nach Immobilien im Sommer üblicherweise ab, doch war der Rückgang Rightmove zufolge in diesem Jahr stärker als erwartet. Die Gründe: Mark Carney, der Gouverneur der Bank von England, hat schärfere Regeln für die Hypothekenvergabe eingeführt. Zudem wird ein Anstieg der Zinsen erwartet. Das belastet einen Markt, dessen Preissteigerungen zuvor Besorgnis über eine Blasenbildung ausgelöst hatten.

„Käufer und Verkäufer machen sich zunehmend Gedanken über die persönliche Finanzlage, zumal die Kosten für Hypotheken steigen und die Aufseher versuchen, die Verfügbarkeit zu verringern“, sagte Miles Shipside, Direktor bei Rightmove. „Das begrenzt, was die Käufer zu bezahlen in der Lage oder willens sind, und hilft den Verkäufern, ihre Preisvorstellungen anzupassen.“

Einige der deutlichsten Preisrückgänge waren in den teuren Stadtvierteln festzustellen, darunter Kensington und Chelsea, Camden, Hammersmith und Fulham, wie Rightmove berichtet. In diesen „Eine-Million-Pfund-Plus“-Gegenden sanken die geforderten Preise, so beispielsweise in Kensington, um sieben Prozent auf durchschnittlich 2,2 Millionen Pfund, in Camden um 7,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr lagen die Preise in Kensington um 1,4 Prozent niedriger. Kensington war auch der einzige Stadtteil, in dem im Jahresvergleich ein Preisrückgang stattfand. Dagegen stieg der durchschnittliche Preis für eine Londoner Immobilie in dem Zeitraum um 10,3 Prozent.

Landesweit verlangsamte sich der Preisanstieg auf Jahresbasis im August auf 5,3 Prozent nach 6,5 Prozent im Juli. Der geforderte Preis lag durchschnittlich bei 262.401 Pfund. Rightmove zufolge ist der monatliche Preisrückgang ein wichtiger „Indikator für einen schwächeren Markt in der zweiten Jahreshälfte“.

Kommentare (1)

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Herr Hans Kammerer

18.08.2014, 12:34 Uhr

Relativ bald werden wir solche Nachrichten auch über Hamburg, Berlin, München, Franfurt, etc. lesen.
Übertreibungsspiralen gibt es immer in beide Richtungen. Erst in die eine, dann in die andere.

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