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08.04.2014

11:05 Uhr

Londoner Immobilienmarkt

„Keine Häuser mehr für Multimillionäre!“

Wohnen in Großbritanniens Hauptstadt wird immer teurer. Während sich vor allem Ausländer bei schicken Luxusimmobilien einkaufen, wird bezahlbarer Wohnraum für echte Londoner knapp. Der Druck auf die Politiker wächst.

Wer mitten in London leben will, muss blechen: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2014 um 18 Prozent, so viel, wie seit 11 Jahren nicht mehr. dpa

Wer mitten in London leben will, muss blechen: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2014 um 18 Prozent, so viel, wie seit 11 Jahren nicht mehr.

LondonAls Piraten verkleidete Demonstranten versammelten sich dieser Tage draußen vor dem Londoner Rathaus. „Keine weiteren Häuser für Millionäre”, ruft Cheryl Coyne. Drinnen genehmigte Bürgermeister Boris Johnson das Vorhaben der Investmentgesellschaft Hutchison Whampoa aus Hongkong, bis zu 3500 Häuser nahe Coynes Wohngegend zu bauen.

„Das ist die Art von Häusern, die sich die Leute in der Gegend dort niemals werden leisten können”, sagt die 63-jährige Lehrerin, die kurz vor der Pensionierung steht. „Es gibt Tausende von Menschen in der Gegend, die Häuser brauchen. Und stattdessen bauen sie Wohnungen für Multimillionäre.”

Die britische Hauptstadt ist zu einem Magneten für vermögende Immobilienkäufer aus dem Ausland geworden. Das treibt die Preise in vielen Wohngegenden auf ein Niveau, dass sich die meisten Londoner nicht leisten können. Der Druck auf Politiker und Immobilienentwickler wächst, die Alteingesessenen davon zu überzeugen, dass sie bei all dem Umwerben der ausländischen Investoren nicht vergessen wurden.

Die größten Wohnimmobilien-Deals 2013

Platz 1

Verkäufer: GSW-Aktionäre
Käufer: Deutsche Wohnen
Wohneinheiten: 60.000
Preis: 3,3 Milliarden Euro
Quartal: 4. Quartal 2013
Target: 90-prozentiger Anteil an GSW

Platz 2

Verkäufer: Bayern LB
Käufer: Investorenkonsorium unter der Führung von Patrizia AG
Wohneinheiten: 32.000
Preis: 2,45 Milliarden Euro
Quartal: 2. Quartal 2013
Target: 92-prozentiger Anteil an GWB

Platz 3

Verkäufer: Goldmann Sachs/Whitehall, Perry
Käufer: Institutionelle Investoren
Wohneinheiten: 91.000
Preis: 1,34 Milliarden Euro
Quartal: 1. Quartal 2013
Target: Initial Public Offering, LEG NRW (57,5 Prozent)

Platz 4

Verkäufer: Terra Firma
Käufer: Institutionelle Investoren
Wohneinheiten: 180.000
Preis: 575 Millionen Euro
Quartal: 3. Quartal 2013
Target: Initial Public Offering, Deutsche Annington (15,5 Prozent)

Platz 5

Verkäufer: Blackstone
Käufer: Deutsche Wohnen AG
Wohneinheiten: 6.900
Preis: 370 Millionen Euro
Quartal: 2. Quartal 2013
Target: Wohnportfolio Berlin

Platz 6

Verkäufer: JP Residential
Käufer: Foncière des Régions
Wohneinheiten: 4.000
Preis: 351 Millionen Euro
Quartal: 3. Quartal 2013
Target: Wohnportfolio Berlin/Dresden

Platz 7

Verkäufer: Corestate Capital AG
Käufer: Diverse Käufer
Wohneinheiten: 3.700
Preis: 250 Millionen Euro
Quartal: 1. Quartal 2013
Target: Deutschlandweites Wohnportfolio

Platz 8

Verkäufer: Immeo Wohnen
Käufer: Adler Real Estate AG
Wohneinheiten: 4.040
Preis: 210 Millionen Euro
Quartal: 2. Quartal 2013
Target: Wohnportfolio NRW

In den letzten zwei Jahren bis Juni entfielen auf ausländische Erwerber 69 Prozent der Neubaukäufe in der Londoner Innenstadt, wobei 28 Prozent der Käufer außerhalb Großbritanniens lebten, weiß Makler Knight Frank. Die Preise für Wohnimmobilien lagen nach Angaben der Nationwide Building Society vom 2. April im ersten Quartal dieses Jahres um 18 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Das war der größte Preisanstieg seit 2003.

„Es baut sich Druck auf, wenn die Leute diese so unfaire Situation sehen, und sie fordern starke Maßnahmen”, sagt Darren Johnson, Vorsitzender des Wohnungsbauausschusses in der London Assembly. „Spekulation bringt London gar nichts – außer, dass die Preise noch höher getrieben werden”, fügt er an.

Im Wohnbauprojekt Battersea Power Station konnten die malaysischen Bauherren die ersten 866 Häuser im Januar in nur drei Tagen verkaufen; mehr als die Hälfte der Immobilien ging an ausländische Käufer. In einer zweiten Phase sollen mehr als 200 Wohnungen an einem Tag, dem 1. Mai, veräußert werden.

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