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02.10.2011

15:34 Uhr

Luxus-Immobilien

Das Leben der Superreichen

VonMatthias Thibaut

Es gibt die Welt des Luxus - und die des Ultra-Luxus. Auch im Immobilienuniversum. Hier gelten ganz eigene Gesetze, Häuser kauft man wie Kunst. Bezahlung in bar, versteht sich. Deutschland ist Billigmarkt.

Ein Quadratmeter mit Blick auf den Eiffelturm kostet um die 30.000 Euro. URBA IMAGES

Ein Quadratmeter mit Blick auf den Eiffelturm kostet um die 30.000 Euro.

LondonSie feilschen nicht lange, zahlen Cash und von Rendite ist keine Rede. "Eine außergewöhnliche Immobilie wird für den Genuss gekauft wie edler Wein oder ein Gemälde", weiß Giles Hannah, der als Verkaufschef Europa bei Christie's International Real Estate russischen und chinesischen Milliardären über die Schulter schaut. "Immobilien können sie anfassen, anders als Vermögen, das nur aus Zahlen einer Tabellenkalkulation besteht".

Laut einem anlässlich der Jahreskonferenz des Christie's Immobilien-Netzwerks in London vorgelegten Marktberichts melden 67 Prozent der 129 angeschlossenen Makler in aller Welt eine Zunahme der Aktivität im Luxussegment. Der Markt ist nicht so teuer wie 2007, aber besser als 2010. "Wir werden in diesem Jahr 60 bis 70 Häuser über fünf Millionen Dollar verkaufen, davon zwanzig über 20 Millionen Dollar", berichtet Jeff Hyland von dem Beverly Hills Broker Hilton & Hyland.

Bereits verkauft hat er das "Candy Spelling Mansion". Die Witwe eines TV-Produzenten brachte das Hollywood-Schloss vor zwei Jahren mit einer Preisvorstellung von 150 Millionen Dollar auf den Markt, verkauft wurde für 85 Millionen Dollar an die 22-jährige Petra Ecclestone, Tochter des Formel-1-Begründers Bernie Ecclestone. Offenbar fehlte der jungen Engländerin die russische Begeisterung für Superpreise, von der Makler in London berichten.

Hyland verkaufte jüngst sein erstes 20 Millionen Dollar Haus an einen Chinesen - der Verkauf im San Diego Valley habe 20 Minuten gedauert.

Die Preise machen Russen und Chinesen

Etwa 50 Prozent der Transaktionen an den Spitzenplätzen gehen an Ausländer. Wer in New York, London, Hongkong und Los Angeles Immobilien bis zehn Millionen Dollar kauft, ist eher Einheimischer, arbeitet noch, nutzt die Immobilie als Hauptwohnsitz und braucht vielleicht sogar Kredit. Darüber beginnt der "Ultraprime Markt" mit seinen eigene Regeln. Hier wird Cash bezahlt. Wenn Verkäufer akzeptieren, "dass ihre Immobilie vielleicht weniger Wert ist als 2007, können sie auch warten, denn es handelt sich meist um eine Zweit- oder Dritt-Residenz. "Die einzige wirkliche Herausforderung ist der Mangel an hochwertigen Objekten", so Neil Palmer, Chef des Christie's Netzwerks.

Die Preise machen Russen und Chinesen. "Russen wollen Trophäen und Status, hohe Räume, Platz für Partys und Gäste. Sie vermieten nicht, viele haben vier, fünf Prestigehäuser und besuchen sie für ein paar Wochen im Jahr", berichtet Giles Hannah. London gilt ihnen als sicherer Hafen.

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