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02.03.2017

12:06 Uhr

Luxus-Immobilien trotzen Brexit

London wird immer attraktiver für Superreiche

Trotz des geplanten EU-Austritts von Großbritannien wird London immer attraktiver für Superreiche. Während der Immobilienmarkt stagniert, boomen die Luxus-Objekte. In welche Städte Milliardäre außerdem investieren.

Die Preise für Luxusimmobilien sind 2016 um 6,3 Prozent gesunken. Imago

Häuserzeile im Londoner Nobelviertel Knightsbridge

Die Preise für Luxusimmobilien sind 2016 um 6,3 Prozent gesunken.

LondonDer EU-Austritt von Großbritannien steht bevor und verursacht in der Hauptstadt London so manchem Kopfzerbrechen. Sorgen darum, dass die Metropole an der Themse für die Superreichen dieser Welt an Attraktivität verliert, muss sich in London laut einer aktuellen Studie aber niemand machen.

Die im Auftrag des Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank von der Marktforschungsfirma New World Wealth aus Johannesburg durchgeführte Untersuchung geht davon aus, dass die Zahl superreicher Londoner in den kommenden zehn Jahren um 30 Prozent steigen wird: Bis 2026 sollen genau 6.058 Superreiche in der britischen Hauptstadt ein Domizil besitzen.

Immobilien weltweit – Tops und Flops

Verrückte Preise

Der deutsche Häusermarkt spielt verrückt? Andernorts schwanken die Quadratmeter-Preise oft noch krasser, zeigen die Experten von Knight Frank.

Nanjing City: +43%

Nirgendwo stiegen die Preise pro Quadratmeter im dritten Quartal 2016 stärker gegenüber dem Vorjahr als in dieser ostchinesischen Millionenstadt.

Vancouver: +24%

Vancouver folgt als Stadt mit dem größten Preisplus außerhalb Chinas erst auf Platz neun des Rankings – hinter Schanghai, Peking und anderen China-Metropolen.

Budapest: +24%

Budapest konnte nach der Rundung ein ebenso hohes Preisplus verbuchen – damit ist die ungarische Hauptstadt Spitzenreiter in Europa und liegt global auf Rang elf.

Moskau: -10%

Wer dort investierte, hat sich 2016 gründlich verzockt. Von sehr hohem Niveau gingen die Preise steil begab, Hauptgrund: die schwache Wirtschaft in Russland.

Aberdeen: -11%

Einen Platz hinter Moskau zeigte die schottische Ölmetropole den stärksten Preisverfall weltweit. Der bis zum Herbst sehr niedrige Ölpreis kostete viele Jobs.

Laut Definition der Studienautoren darf sich derjenige zu den Superreichen zählen, der ein Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar sein eigen nennt. Das macht sie bei bedeutenden Vermögensverwaltern wie der UBS Group und der Citigroup zu einer sehr umworbenen Zielgruppe. New York bleibt allerdings für die Superreichen die attraktivste Stadt, heißt es in der Studie.

Die Prognose für eine höhere Superreichendichte in London dämpft jüngste Befürchtungen über eine sinkende Attraktivität der Stadt. Sie waren genährt worden, weil de Zahl sogenannter Investoren-Visa 2016 um 80 Prozent eingebrochen war. Im Jahr zuvor waren von den Behörden neue Kontrollen gegen die Geldwäsche eingeführt worden. Regierungsangaben zufolge sind im vergangenen Jahr nicht mehr als 215 derartige Visa ausgestellt worden.

„Der bevorstehende Brexit-Prozess wird nicht zu einem niedrigeren Anteil extrem Wohlhabender in Großbritannien führen“, schrieb Studienleiter Andrew Amoils von New World Wealth. Es sei im Gegenteil mit dem Zuzug weiterer sogenannter High-Net-Worth-Individuals (HNWI) zu rechnen. Vermögende, die nach Großbritannien ziehen, betrachteten das Land als dominierendes Zentrum der Finanzwirtschaft in Europa. Es sei zudem die einzige große englischsprachige Volkswirtschaft des Kontinents. Weiteres Ergebnis: Die traditionellen Beziehungen der Briten zu den USA, Kanada, Australien und Neuseeland werden sich nach dem Brexit wieder verstärken.

Die isolierte Betrachtung des Marktes für Luxusimmobilien lässt London laut der Studie allerdings auf einen schwachen 92. Rang abfallen. Die Preise sind demnach 2016 um 6,3 Prozent gesunken, was vornehmlich auf eine veränderte Besteuerung zurückzuführen war, hieß es von Knight Frank. Gegen Ende des Jahres stieg das Verkaufsvolumen an, ebenso wie das Marktsentiment. Für 2017 sei mit stagnierenden Luxusimmobilienpreisen zu rechnen, was London von anderen Weltmetropolen wie Schanghai und Sydney unterscheide, wo weiter anziehende Preise zu erwarten seien.

Kommentare (2)

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02.03.2017, 12:17 Uhr

VerkehrsStaus, Menschenmassen und Feinstaub gibt's quasi kostenfrei obendrauf.

Enrico Caruso

02.03.2017, 13:28 Uhr

Das ist doch dem Briefkasten wurscht.

Herr J. Schwarz02.03.2017, 12:17 Uhr
VerkehrsStaus, Menschenmassen und Feinstaub gibt's quasi kostenfrei obendrauf.

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