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15.08.2011

12:00 Uhr

Luxus in London

Krawalle lassen Superreiche kalt

VonMichael Maisch

War da was? Plündernde Banden ziehen durch London. Doch die Superreichen schert das wenig. Der Markt für Luxusimmobilien in der englischen Hauptstadt boomt. Die Preise steigen in schwindelerregende Höhen.

Luxusapartments in Londons angesagtester Adresse, „Hyde Park One“, finden noch immer ihre Käufer. Quelle: dpa/picture alliance

Luxusapartments in Londons angesagtester Adresse, „Hyde Park One“, finden noch immer ihre Käufer.

LondonDer Immobilienentwickler Michael Spink hat gerade das denkmalgeschützte Landhaus "Park Place" im idyllischen Themsetal vor den Toren Londons für 140 Millionen Pfund an einen russischen Investor verkauft. Umgerechnet sind das aktuell rund 160 Millionen Euro. Wer genau den Rekordpreis für den Landsitz bezahlt hat, der einst für den ältesten Sohn von König Georg den II gebaut wurde, ist unbekannt.

Auch für den ukrainischen Milliardär Rinat Akhmetov war es offenbar kein größeres Problem, im April dieses Jahres 136 Millionen Pfund für sein neues Penthouse in London hinzublättern. Jeden einzelnen der 2.300 Quadratmeter der Luxuswohnung in dem Apartmentblock mit dem Namen „Hyde Park One“ ließ sich der reichste Mann der Ukraine mehr als 59.000 Pfund kosten. Das ist mehr als viermal so viel, wie sonst in den Edelstadtteilen Kensington und Knightsbridge fällig wird. Damit stellte Akhmetov einen neuen Rekord auf.

Im Wettkampf um Londons prestigeträchtigste Adresse gibt es noch einen weiteren Herausforderer: Insgesamt 300 Millionen Pfund will der Hedge-Fonds Orion in einen Gebäudekomplex namens „The Glebe“ im Nobelviertel Chelsea investieren. Die Planung für die sechs Apartments, zwei Villen plus ein Duplex-Penthouse hat das Büro des Stararchitekten Norman Foster übernommen.

Jede einzelne Wohnung soll ihren eigenen Swimmingpool bekommen und einen privaten Lift. Allein für das Grundstück in der Nähe der noblen Kings Road, wo auch Kate Middleton gerne shoppen geht, legte Orion nach Informationen britischer Medien 85 Millionen Pfund auf den Tisch.

Während in manchen Londoner Stadtteilen in den vergangenen Tagen soziale Unruhen ausbrachen, hat der Markt für Super-Luxusapartments die Krise schon lange hinter sich gelassen. Wohnungen und Häuser aus der Preiskategorie ab einer Million Pfund und im Londoner Zentrum gelegen haben seit dem Höhepunkt der Finanzkrise mehr als ein Drittel an Wert gewonnen. Allein in diesem Jahr stiegen die Preise um 9,6 Prozent, während Wohnimmobilien im Rest des Landes 0,4 Prozent an Wert verloren. Allein im Stadtteil Knightsbridge, in unmittelbarer Nachbarschaft der Nobeladresse „Hyde Park One“ wechselten in den vergangenen zwölf Monaten gut 13 Wohnungen für jeweils mehr als zehn Millionen Pfund den Besitzer.

Kommentare (12)

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Pendler

15.08.2011, 12:07 Uhr

Ist doch klar, dass sich die Reichen nicht mit dem breiten volk indentifizieren. Sie leben in ihrer eigenen Welt und sie bleiben auch weiterhin unerreichbar für uns.

Alleine schon der Gedanke daran, dass wir sie jetzt ordentlich zur adelr lassen wollen, mit einer Reichensteuer, zeugt nicht gerade von Kompetenz.

Account gelöscht!

15.08.2011, 12:42 Uhr

George A.Romeros "Land of the dead"war doch ein schönes Gleichnis für unsere Gesellschaft.Und die Untoten werden einem immer Sympathischer angesichts der Menschverachtung der herrschenden Oberschicht.
Wir werden ernten,was wir gesäht haben.

Account gelöscht!

15.08.2011, 12:48 Uhr

Ein System, in dem die Schere zwischen arm und reich immer größer wird, neigt sich langsam aber sicher seinem Ende zu! Das haben manche Superreiche dies und jenseits des Atlantiks noch nicht begriffen. Sie sollten mal einen Blick in die Geschichte der Menschheit werfen.

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