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18.09.2013

15:21 Uhr

Luxusimmobilien

Die teuersten Straßen der Republik

VonJörg Hackhausen, Jens Hagen

Der Markt für Luxusimmobilien boomt. In Top-Lagen sind die Preise um bis zu 50 Prozent gestiegen - und das in einem Jahr. Wo die Reichen fünfstellige Summen pro Quadratmeter zahlen und was sie dafür erwarten.

Neubau im Harvestehuder Weg in Hamburg - eine der teuersten Adressen in Deutschland. Presssefoto

Neubau im Harvestehuder Weg in Hamburg - eine der teuersten Adressen in Deutschland.

DüsseldorfDie Anzeige liest sich verlockend: Ein „Neubau in bester Kampener Lage“ steht zum Verkauf, auf halbem Weg zum Wattenmeer, in zweiter Baureihe, ruhig und nicht einsehbar gelegen. 160 Quadratmeter, Reetdach, Friesenstil, natürlich mit erstklassiger Ausstattung. Ein Traum – und genau das wird er für die meisten Menschen auch bleiben. Der vernschlagte Kaufpreis: 5,2 Millionen Euro.

Kampen auf Sylt ist die teuerste Wohngegend in Deutschland. Hier erreicht so manche Immobilie, etwa im Hobokenweg, Preise von 35.000 Euro pro Quadratmeter. Tendenz steigend. Auch in München, Hamburg, Düsseldorf und selbst in Berlin steigen die Preise für Luxusimmobilien. Die Nachfrage ist groß, das Angebot knapp. Seit der Finanzkrise investieren Millionäre bevorzugt in teure Villen oder Landhäuser.

„Insbesondere im Luxussegment war 2012 ein signifikanter Nachfrageanstieg zu verzeichnen“, erklärt Kai Enders, Vorstand der Engel & Völkers AG. Das vergleichsweise kleine Marktsegment habe ein neues Spitzenniveau erreicht. Engel & Völkers ist spezialisiert auf Immobilien in den oberen Preislagen. In einer aktuellen Analyse stellt die Maklergesellschaft vor, wo die teuersten Häuser der Republik stehen.

Deutschlands teuerste Wohnstraßen

Platz 15

Altestadt (Altstadt), Düsseldorf
Höchstpreise: 13.500 Euro je Quadratmeter

Platz 14

Rottach-Egern, Tegernsee

Höchstpreise: 15.000 Euro je Quadratmeter

Platz 13

Bad Wiessee (Ortsteil Abwinkel), Tegernsee

Höchstpreise: 15.000 Euro je Quadratmeter

Platz 12

Flemingstraße (Bogenhausen-Herzogpark), München

Höchstpreise: 15.000 Euro je Quadratmeter

Platz 11

Große Elbstraße (Hafenrand), Hamburg

Höchstpreise: 15.000 Euro je Quadratmeter

Platz 10

Am Zirkus, Werderscher Markt (Mitte), Berlin

Höchstpreise: 15.000 Euro je Quadratmeter

Platz 9

Harvestehuder Weg (Harvestehude), Hamburg

Höchstpreise: 16.000 Euro je Quadratmeter

Platz 8

Strandpromenade (Juist), Juist

Höchstpreise: 16.400 Euro je Quadratmeter

Platz 7

Maria-Theresia-Straße (Alt-Bogenhausen), München

Höchstpreise: 18.000 Euro je Quadratmeter

Platz 6

Königinstraße, Seestraße, Mandlstraße (Schwabing), München

Höchstpreise: 20.000 Euro je Quadratmeter

Platz 5

Südliche Seestraße (Ostufer Ammerland), Starnberger See

Höchstpreise: 25.000 Euro je Quadratmeter

Platz 4

Müllerstraße (Glockenbachviertel), München

Höchstpreise: 25.000 Euro je Quadratmeter

Platz 3

Heideweg/Heidewinkel, Wiesenweg (Kampen), Sylt

Höchstpreise: 28.000 Euro je Quadratmeter

Platz 2

Ostheideweg (Kampen), Sylt

Höchstpreise: 30.000 Euro je Quadratmeter

Platz 1

Hobokenweg (Kampen), Sylt

Höchstpreise: 35.000 Euro je Quadratmeter

Quelle

Engel & Völkers, Analyse des Luxuswohnimmobilienmarkts 2012/13

Was ist überhaupt eine Luxusimmobilie? Da wäre zunächst der Preis. Alles unter einem Kaufpreis von 750.000 Euro fällt für die Makler schon mal nicht in diese Kategorie, richtig interessant wird es ab siebenstelligen Beträgen. Daneben müssen weitere Voraussetzungen gegeben sein, natürlich eine einzigartige Lage, gerne auch ein besonders schöner Ausblick sowie eine erstklassige Ausstattung. Nur Objekte, die alle Kriterien erfüllen, erzielen Höchstpreise. Selbst in den teuren Lagen trifft das nur auf wenige Häuser zu, mitunter nur auf einzelne Stockwerke.

Der Markt für Luxusimmobilien ist so klein, dass die Bezeichnung Markt eigentlich gar nicht angebracht ist. In dem Geschäft bleibt man unter sich. Sobald ein Objekt in einer begehrten Lage angeboten wird, stehen potente Käufer oft schon bereit. Die Luxusmakler können derzeit nicht über mangelnde Beschäftigung klagen – und das obwohl sie bei Vertragsabschluss üblicherweise eine Courtage von rund sechs Prozent auf den Kaufpreis kassieren.

Kleingeld spielt für die Käufer eine untergeordnete Rolle. Sie wollen vor allem Sicherheit. Die Finanzkrise hat viele Wohlhabenden aufgeschreckt. Klassische Investments wie Anleihen werfen kaum noch Zinsen ab, Aktien gelten als riskant. Deshalb stecken viele reiche Privatanleger ihr Geld lieber in Immobilien. „Diese Flucht in Betongold, führte in den letzten 18 Monaten zu deutlichen Preissteigerungen“, heißt es bei Dahler & Company, ebenfalls ein Makler, der sich auf betuchte Kunden spezialisiert hat. Dabei stehe für Käufer nicht die kurzfristige Rendite, sondern die langfristige Wertsicherung im Vordergrund.

Kommentare (8)

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Eisbaer

18.09.2013, 18:50 Uhr

Sylt, da kann man bei klarer Sicht doch die Südspitze von Spitzbergen sehen (Brrhhh).
Wo wohnt eigentlich Flash Gordon?

Account gelöscht!

18.09.2013, 19:04 Uhr

Auf Sylt ist man wenigstens unter sich.

Geht_Sterben

18.09.2013, 19:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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