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20.04.2012

09:46 Uhr

Markt und Methode

Kompass für Haus- und Wohnungskäufer

VonAnne Wiktorin

Einfach ist es nicht, in Deutschland an verlässliche Daten zu Hauskäufen zu kommen. Die Preise werden zwar gesammelt, aber nicht veröffentlicht. Das macht es für Käufer schwer, das örtliche Preisgefüge zu beurteilen. Das Handelsblatt und Immobilienscout24 helfen.

Frankfurt bei Nacht. Jochen Günther / jgfotoMesse Frankfurt

Frankfurt bei Nacht.

DüsseldorfAmerika, du hast es besser: Wer verlässliche Daten über die Wohnungspreise und deren Entwicklung zum Beispiel in New York braucht, muss nicht lange suchen. Denn erstens wird jeder Verkauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung – inklusive Angaben zum Käufer, Verkäufer und dem erzielten Preis – erfasst. Und zweitens sind die Informationen öffentlich zugänglich und über das Internet binnen weniger Tage nach Kaufabschluss ziemlich komfortabel einsehbar.

Ein Traum für private Hauskäufer und professionelle Analysten des deutschen Wohnimmobilienmarktes. Denn: „Anders als in den USA ist uns in Deutschland der Zugang zu solchen Transaktionsdaten aus erster Hand verschlossen“, sagt Henrik Baumunk, zuständig für die Bewertung von Wohngebäuden beim internationalen Immobilienberatungshaus CBRE.

Zwar werden Kaufpreise auch hierzulande penibel gesammelt, nur ist der Kreis derer, die sie zu sehen bekommen, ziemlich überschaubar. Zu den Eingeweihten gehören die über die ganze Republik verteilten Gutachterausschüsse für Grundstückswerte. Von den Notaren erhalten sie eine Kopie jedes Immobilienkaufvertrags in ihrem Zuständigkeitsbereich. Alle wertrelevanten Daten fassen sie in der sogenannten Kaufpreissammlung zusammen. Einziger Haken: Alle Angaben unterliegen dem Datenschutz – für Privatpersonen ist die Statistik deshalb tabu.

Immobilienkäufer, die das örtliche Preisgefüge beurteilen wollen, sind daher genauso wie Marktanalysten auf gefilterte Informationen aus zweiter Hand angewiesen. Dazu zählen die Marktberichte überregionaler und lokaler Maklerhäuser, der örtlichen Sparkassen und Landesbausparkassen oder auch die Preisspiegel des Branchenverbandes IVD. Alle diese Berichte – so sorgfältig sie im Bemühen um Objektivität im Einzelfall auch erstellt sein mögen – basieren jedoch auf den (subjektiv gefärbten) Markteinschätzungen des einzelnen Immobilienvermittlers.

„Streng genommen ist das nicht mehr als eine fundierte Meinungsäußerung“, sagt deshalb Marcus Cieleback, Researchleiter beim börsennotierten Augsburger Wohnimmobilienunternehmen Patrizia. Zudem bieten die Reports nur Durchschnittspreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in der gesamten Stadt. Für den ernsthaft interessierten Käufer kann dies nur eine erste Orientierung sein. Er will wissen, was er für die eigenen vier Wände in einem ganz bestimmten Wohnviertel ausgeben muss und ob der geforderte auch ein fairer Preis ist. Außerdem wollen Käufer halbwegs sicher gehen, dass ihre Investition langfristig werthaltig bleibt.

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