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27.12.2011

13:16 Uhr

Max Herbst im Interview

„Christian Wulff ist ein Finanzgenie“

VonJens Hagen

Christian Wulff hat bei seinem Kredit einen fünfstelligen Betrag gespart, verrät Baufinanzierungsexperte Max Herbst im Interview. Was der Kreditdeal die BW-Bank und die Familie Geerkens wahrscheinlich gekostet hat.

Max Herbst gilt als Deutschlands Baufinanzierungspapst. Seit Jahrzehnten erhebt und vergleicht der Inhaber der FMH-Finanzberatung Konditionen der wichtigsten Banken. ©  Marcus  ThelenPR

Max Herbst gilt als Deutschlands Baufinanzierungspapst. Seit Jahrzehnten erhebt und vergleicht der Inhaber der FMH-Finanzberatung Konditionen der wichtigsten Banken.

Herr Herbst, die Baufinanzierung unseres Bundespräsidenten ist in die Schlagzeilen geraten. Ist es üblich, sich unter Freunden so hohe Summen zu leihen? 

Eher nicht. Denn Gläubiger gehen beim Geldverleih an private Kreditnehmer ein erhöhtes Ausfallrisiko ein. Sie müssen sich im Notfall um die Rückzahlung kümmern, auch um Ratenstundungen oder der Zwangsversteigerung der Immobilie. 

Dafür haben die Unternehmer Geerkens von Wulff einen ordentlichen Zins erhalten. 

Nein das stimmt nicht. Zu der Zeit, als Wulff das Geld bekam, waren Anlagezinsen von mehr als fünf Prozent für Festgelder oder Sparbriefe – je nach Laufzeit - möglich. Diese Sätze gab es bei sicheren Instituten, die über die deutsche Einlagensicherung abgesichert waren. Geerkens haben ein schlechtes Geschäft gemacht. 

Wie hoch war der Vorteil für Christian Wulff? 

Bei der kolportierten Kreditsumme von rund 520.000 Euro und einer Beleihung von gut hundert Prozent hätte er bei einem günstigen Institut wie der ING-Diba schon bis hundert Prozent Beleihung rund 5,4 Prozent gezahlt. Dann liegt die Ersparnis für ein Jahr bei rund 7.000 Euro. Die Familie Geerkens hat im Gegenzug auf einen ähnlichen Betrag verzichtet und ist ein erhöhtes Risiko eingegangen. 

Wie häufig finanzieren Häuslebauer ihr Objekt bei guten Freunden? 

Zuschüsse von der Familie sind üblich, Kredite in dieser Höhe bei einer vollständigen Beleihung und zu diesem Zins von guten Freunden wahrscheinlich so häufig wie ein Sechser im Lotto. 

Wie beurteilen Sie das Folgedarlehen durch die BW-Bank, einen variablen Kredit? Medien berichten wieder über Top-Konditionen. 

Solche Kredite sind nicht unüblich. Ein Abschluss lohnt, wenn die Kunden mit sinkenden oder gleichbleibenden Zinsen rechnen oder öfters größere Beträge außerplanmäßig zurückzahlen wollen. Das Risiko hielt sich in Grenzen, angesichts der Aussicht auf eine fortdauernde Wirtschaftskrise hielt sich das Risiko steigender Zinsen in Grenzen.

 

Kommentare (28)

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HandelsblattIstPabst

27.12.2011, 13:38 Uhr

Bildunterschrift: "Max Herbst gilt als Deutschlands Baufinanzierungspabst."

Wikipedia sagt dazu: "Ein Speibecken oder Pabst ist eine wassergespülte Sanitärinstallation zur hygienischen Entsorgung von menschlichen Ausscheidungen, die durch den Mund abgegeben werden, wie Speichel, Wasser, Blut oder Erbrochenem, aber auch von aufgenommenen Fremdkörpern wie Ruß."

Mit anderen Worten: Entweder der Autor dieses Artikels hat die beim PISA-geschädigten Handelsblatt üblichen Schwierigkeiten mit den Regeln der deutschen Sprache – oder er macht sich in bemerkenswert subtiler Weise über den Häuptling eines bestimmten Religionsvereins sowie selbsternannte Finanzgurus lustig.

Radiputz

27.12.2011, 14:08 Uhr

Schön und beruhigend zu wissen, dass wir an der Spitze des deutsche Staates ein "Finanzgenie" haben.
Seitdem ich das weiß, werde ich wieder besser schlafen können. Im Zeifelsfall muß Herr Schäuble nur Herrn Wulff kontaktieren und die Sache läuft wie geschmiert.(!)

Account gelöscht!

27.12.2011, 14:19 Uhr

Aha... mal wieder ein Bauernfänger Artikel von Herrn Herbst.

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