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27.04.2015

16:23 Uhr

Mieterverein kritisiert

Energieausweis wird nur selten vorgelegt

Der Energieausweis wird nur selten genutzt: Laut einer Stichprobe wird nur rund einem Drittel aller wohnungsinteressierten der neue Ausweis vorgelegt. Dies sei „ein katastrophales Ergebnis“, sagt der Deutsche Mieterbund.

Mieter, Käufer und Pächter von Wohnungen und anderen Gebäuden sollen vor Vertragsschluss auf einen Blick erkennen können, welche Energiekosten auf sie zukommen. Doch der Energieausweis ist nur selten einsehbar. ASSOCIATED PRESS

Die alte Tour

Mieter, Käufer und Pächter von Wohnungen und anderen Gebäuden sollen vor Vertragsschluss auf einen Blick erkennen können, welche Energiekosten auf sie zukommen. Doch der Energieausweis ist nur selten einsehbar.

BerlinSeit rund einem Jahr müssen Verkäufer einer Immobilie oder Vermieter einer Wohnung Käufer oder Mieter über den energetischen Zustand des Gebäudes aufklären. Dies tun laut einer Stichprobe mehrerer Mietervereine jedoch nur die wenigsten, wie der Deutsche Mieterbund am Montag in Berlin mitteilte. Kontrolliert wird die neue Informationspflicht seitens der Bundesländer überhaupt nicht, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte.

Seit dem 1. Mai 2014 gilt die neue Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV), mit der die Bundesregierung die Energieeffizienz von Eigenheimen erhöhen will. Käufer und Mieter einer Immobilie sollen direkt erkennen können, wie es etwa um die Heizungsanlage und Dämmung des neuen Heims bestellt ist.

´Der Stichprobe der Mietervereine Berlin, München, Hannover und Stuttgart zufolge legten 75 Prozent der Makler oder Vermieter bei Wohnungsbesichtigungen nicht wie vorgeschrieben unaufgefordert den Energieausweis vor und auf Nachfrage der Tester taten dies auch nur 25 Prozent. Die Hälfte der Vermieter machte damit selbst auf Nachfrage keine Angaben zur Energieeffizienz der Wohnung. „Ein katastrophales Ergebnis“, urteilt der Deutsche Mieterbund.

Immobilienrenditen privater Anleger

Negative Rendite

6,9 Prozent
Erklärung: 6,9 Prozent aller privaten Anleger haben im Jahr 2012 mit Immobilieninvestitionen eine negative Bruttorendite erzielt. Alle hierauf folgenden Werte beziehen sich auf das Jahr 2012. Quelle: DIW, SOEP-Panel.

Keine Rendite

35,8 Prozent

Bis 2,0 Prozent Rendite

14,7 Prozent

2,1 bis 4,0 Prozent Rendite

20 Prozent

4,1 bis 6,0 Prozent Rendite

10,7 Prozent

6,1 bis 8,0 Prozent Rendite

6,2 Prozent

Über 8,0 Prozent Rendite

5,5 Prozent

Die DUH untersuchte rund 3500 Immobilienanzeigen. Bei Vermietungs- und Verkaufsangeboten gewerblicher Anbieter informierten demnach 66 Prozent über Energiekennwerte, bei privaten Vermietern und Verkäufern seien es nur 14 Prozent gewesen. Die DUH befragte zudem die zuständigen Landesbehörden, ob sie die Vorlage des Energieausweises kontrollieren. Dies tut laut der Organisation kein Bundesland. Vier Bundesländer erklärten, sie würden bei ausdrücklichen Beschwerden tätig.

Von

afp

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