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05.09.2016

15:30 Uhr

Mietpreisbremse

Vermieter umgehen Obergrenze mit möblierten Wohnungen

Der Anteil möbliert angebotener Wohnungen hat sich seit Einführung der Mietpreisbremse deutlich erhöht. Manche Vermieter wollen so die Obergrenzen umgehen. Der Mieterbund appelliert an den Gesetzgeber.

Möblierte Wohnungen werden deutlich teurer vermietet als Wohnungen ohne Einrichtung. dpa

Wohnung zu vermieten

Möblierte Wohnungen werden deutlich teurer vermietet als Wohnungen ohne Einrichtung.

OsnabrückDer Deutsche Mieterbund (DMB) verlangt angesichts der Tricks vieler Vermieter mit möblierten Wohnungen eine Nachbesserung der Mietpreisbremse. „Wir fordern, dass Möblierungszuschläge in Cent und Euro explizit im Mietvertrag ausgewiesen werden müssen“, sagte DMB-Direktor Lukas Siebenkotten der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Einer Studie zufolge hat sich der Anteil möbliert angebotener Wohnungen seit Einführung der Mietpreisbremse deutlich erhöht.

„Vor allem in Großstädten werden immer häufiger Appartements oder Wohnungen im hochpreisigen Segment möbliert angeboten“, sagte Siebenkotten. Das Problem sei, dass es keine Vergleichsmieten für möblierte Wohnungen gebe und manche Vermieter die Obergrenzen umgehen oder verschleiern wollten. Dies müsse der Gesetzgeber verhindern.

In Großstädten bieten Vermieter immer mehr Mietwohnungen möbliert an, um so die Mietpreisbremse zu umgehen. In München entfielen mittlerweile 60 Prozent aller Inserate auf möblierte Wohnungen, vor vier Jahren seien es nur 35 Prozent gewesen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag unter Berufung auf eine Auswertung des Beratungsunternehmens Empirica. In Stuttgart erhöhte sich der Anteil im selben Zeitraum demnach von 34 auf 61 Prozent, in Frankfurt von 31 auf 40 Prozent.

Möblierte Wohnungen werden deutlich teurer vermietet als Wohnungen ohne Einrichtung. So koste ein möbliertes Apartment in München im Schnitt 26,28 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter - Wohnungen ohne Einrichtung würden im Schnitt für 16,26 Euro angeboten, berichtete die „Süddeutsche“. In Stuttgart liegt die durchschnittliche Miete demnach bei 22,02 Euro statt 11,81 Euro, in Frankfurt bei 20,70 Euro anstelle von 13,11 Euro.

Die Mietpreisbremse wurde im vergangenen Sommer für ausgewählte Städte eingeführt. Dort dürfen Mieten bei neuen Verträgen in der Regel nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, wie sie im Mietspiegel festgelegt ist. Wer Wohnungen möbliert vermietet, darf über die ortsübliche Vergleichsmiete hinaus einen Möblierungszuschlag verlangen, dessen Höhe nicht pauschal festgelegt ist.

Von

afp

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