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04.02.2012

09:09 Uhr

Mietpreise

Ein Rekordjahr für deutsche Immobilien

VonAnne Wiktorin

Nach zwei schwachen Jahrzehnten legten die Preise und Mieten in deutschen Städten 2011 kräftig zu. Vor allem der Markt für Eigentumswohnungen befindet sich im Höhenflug.

Der florierende Wohnungsmarkt hat einen großen Anteil am Aufschwung. dapd

Der florierende Wohnungsmarkt hat einen großen Anteil am Aufschwung.

KölnDer deutsche Immobilienmarkt hat ein Rekordjahr hinter sich: Erstmals seit 1993 legte der vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Bulwien-Gesa ermittelte Immobilienindex im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozent zu. Der Index berücksichtigt die Veränderungen der Mieten für Wohnungen, Büros und Läden sowie der Kaufpreise für Eigenheime, Eigentumswohnungen und Baugrundstücke in 125 deutschen Städten.

Getragen wird der Aufschwung insbesondere vom Wohnungsmarkt, für den die Münchener Analysten ein Plus von 4,7 Prozent ermittelten. Gewerbliche Immobilien waren indes nur mit einer Steigerungsrate von 1,6 Prozent an dem insgesamt positiven Ergebnis beteiligt. Vor allem der Markt für Eigentumswohnungen befindet sich im Höhenflug.

Nach zwei mageren Jahrzehnten mit einer durchschnittlichen jährlichen Preissteigerung von gerade einmal 1,2 Prozent verteuerten sich die vier Wände auf der Etage 2011 auf einen Schlag um 7,3 Prozent. Auch die Mieten stiegen überdurchschnittlich: Für Neubauwohnungen, die zum ersten Mal vermietet wurden, setzten Eigentümer 5,2 Prozent mehr Miete als 2010 durch. Wer für bestehende Wohnungen neue Mieter suchte, verlangte im Mittel 4,6 Prozent mehr. Vergleichsweise mager wirken demgegenüber die Mietsteigerungen für Büros (1,3 Prozent) und Ladenlokale (2,5 Prozent)

Das gute Ergebnis des vergangenen Jahres ändert allerdings nichts daran, dass steigende Mieten und Kaufpreise die Inflation in den vergangenen 20 Jahren nicht haben ausgleichen können. Zwischen 1990 und 2011 stieg der Immobilienindex jährlich nur um 0,7 Prozent

2012 werde der Markt langsamer wachsen, so Bulwien-Gesa. Grund seien die zunehmenden konjunkturellen Risiken infolge der Euro-Krise. Stabilisierend dürften sich jedoch die weiter günstigen Finanzierungsbedingungen auswirken.

Kommentare (10)

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hbleser

04.02.2012, 10:33 Uhr

Spannend wäre zu wissen, wieviel Prozent der Immobilienverkäufe von Inländern an Ausländer erfolgt sind?
Da über das TARGET2-System viel Geld von den GIPSIF geschöpft wurde, und u.a. als Fluchtgeld in riesigen Strömen nach Deutschland fließt, stellt sich die Frage, ob hier nicht ein Ausverkauf Deutschlands stattfindet mit Geldscheinchen, die (die derzeitige Inflation vernachlässigt) immer weniger wert sind. Vergleichbar mit dem Ende des Bretton-Woods-System.

blackmac

04.02.2012, 10:53 Uhr

Ich persönlich finde den Hype um den Immobilienmarkt völlig übertrieben. Standardwohnungen und Häuser sind für Normalverdiener, realistisch gerechnet, nicht bezahlbar. Aber ich schätze; das will auch niemand bezahlbar haben. Man stelle sich vor, Jedermann hätte eine Eigentumswohung ( also das Gemäuer wo man nur die Luft zwischen 2 Wänden besitzt und stronomische Summen dafür zahlt ) oder ein eigenes Haus auf eigenem Grund und Boden.

Treffer44

04.02.2012, 11:54 Uhr

Die Immobilienpreise und Mieten steigen, ja. Die Steigerungen finden in den Großstädten München, Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt … vielleicht noch in Dortmund statt. Nahezu ausschließlich.

Selbst in Großraum München (Ausnahme vielleicht Landkreise München und Starnberg etc.) fallen die Preise jedoch schon im Bereich des Umlandes, da Pendeln teuer geworden ist und niemand mehr heute über 1 Stunde zur Arbeit fahren will.

In den Großstädten ist aber die Eigentums-Quote gering, oft bei nur 20 %.

Die Masse der Eigenheims-Besitzer auf dem Land hat von der Preissteigerung gar nichts und erlebt ihr „blaues Wunder“, dass das Einzelhaus im bayrischen Wald, gekauft vor 25 Jahren für DM 460.000 heute kaum mehr für 120.000 Euro an den Käufer gebracht werden kann…

Von den Preissteigerung profitieren die, die ohnehin viel haben…


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