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03.09.2012

15:55 Uhr

Milliardengeschäft Ost-Immobilien

Alle lieben die gute alte „DDR-Platte“

Schön sind sie nicht, die vielen Plattenbauten in Ostdeutschland. Und doch reißen sich Investoren aus aller Welt um die wenig schmucken Immobilien. Dafür gibt es übrigens Gründe.

Blick auf die Platte in Dresden. dpa

Blick auf die Platte in Dresden.

BerlinKleine Fenster, niedrige Decken und triste Fassaden sind die Markenzeichen von Plattenbauten. Die Wohnblocks aus Betonfertigteilen entstanden vor allem zu DDR-Zeiten in Ostdeutschland. Jetzt werden sie begehrte Kaufobjekte in einem deutschen Immobilienboom, getrieben von ausländischen Investoren auf der Suche nach sicheren Investments.
Die nächste große Transaktion könnte der Verkauf von 38.000 Dresdener Wohnungen, darunter viele aus Vor-Wendezeiten, aus dem Eigentum der Fortress Investment Group sein. Zuletzt waren die New Yorker Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus Capital Management in Deutschland auf Einkaufstour gewesen und hatten auch Plattenbauten gekauft.

Wo ein Haus mit 140 qm am günstigsten ist

Eßleben-Teutleben

55.000 Euro

Lichte

54.000 Euro

Saxler

53.000 Euro

Witzleben

52.000 Euro

Straguth

52.000 Euro

Bechstedt

52.000 Euro

Oberhain

50.000 Euro

Schwobfeld

47.000 Euro

Pennewitz

45.000 Euro

Schäplitz

38.000 Euro

Quelle: Für die aktuelle Analyse wertete das Immobilienportal ImmobilienScout24 über 2,5 Millionen Immobilienangebote aus. Um Vergleichbarkeit herzustellen, wurde hierbei ein Durchschnittshaus mit einer Wohnfläche von 140 m² in durchschnittlicher Lage im Gemeindebereich berechnet. Das durchschnittliche Baujahr beträgt 1982.

“Deutsche Wohnungen werden den Leuten aus den Händen gerissen”, sagt Andre Adami, Analyst für Wohnungsinvestments bei der Berliner Marktforschungsfirma BulwienGesa “Jedes Portfolio das auf den Markt kommt, trifft auf hohe Nachfrage.”
Ausländische Investitionen in den deutschen Wohnimmobilienmarkt haben seit diesem Jahr Konjunktur. Private- Equity-Firmen, Versicherer und Pensionsfonds sind auf der Suche nach höheren Renditen, seit Zentralbanken weltweit die Anleiherenditen drücken. Dabei meiden die Investoren Länder, die von der Schuldenkrise in der Eurozone erschüttert werden.

Etwa die Hälfte der Käufe von deutschen Immobilien in der Größenordnung von mehr als zehn Wohneinheiten werden von Käufern aus dem Ausland getätigt. Daten vom Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle. zeigen, dass diese im ersten Halbjahr 3,3 Milliarden Euro ausgegeben haben - so viel wie noch nie seit 2008 und mehr als die 2,4 Milliarden Euro, die sie im gesamten letzten Jahr investierten.

Wo ein Haus mit 140 qm am meisten kostet

Rottach Egern

780.000 Euro

Icking

790.000 Euro

Spiekeroog

795.000 Euro

Sylt

810.000 Euro

Kampen

860.000 Euro

Gräfelfing

885.000 Euro

Grünwald

945.000 Euro

Pullach

975.000 Euro

Wenningstedt-Braderup

1.000.000 Euro

Tegernsee

1.200.000 Euro

Quelle: Für die aktuelle Analyse wertete das Immobilienportal ImmobilienScout24 über 2,5 Millionen Immobilienangebote aus. Um Vergleichbarkeit herzustellen, wurde hierbei ein Durchschnittshaus mit einer Wohnfläche von 140 m² in durchschnittlicher Lage im Gemeindebereich berechnet. Das durchschnittliche Baujahr beträgt 1982.

“Deutsche Wohnimmobilien sind eine der attraktiveren Anlageklassen in Europa”, sagt Roger Orf, Leiter Immobilien Europa bei Apollo Global Management. Die New Yorker Private- Equity-Gesellschaft ist mit 15 Prozent an der Deutsche Annington Immobilien AG, Deutschlands größtem Wohnungsvermieter, beteiligt.

Kommentare (19)

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Wolfgang

03.09.2012, 17:28 Uhr

Liebes HB, Ihr Artikel befasstich mit deutschen Immobilien,es handelt sich geografisch also um Mitteldeutschland und nicht um Ostdeutschland welches wir im letzten Krieg verloren haben!!!

Account gelöscht!

03.09.2012, 17:59 Uhr


falsch
Es handelt sich um das aktuelle Ostdeutschland.

"Wolfgang" scheint der Vergangenheit politisch nachzutrauern.

Vicario

03.09.2012, 19:34 Uhr

Einen größeren Nonsens habe ich noch nicht gelesen : die Welt reißt sich um die Ossi-Betonsilos mit Asbestbeigeschmack....? Da würde ich die Slams in Mexico bevorziehen ! Für 600 Mrd Euro Neuschulden, die die Mutti-Patin in ihrer Amtszeit Deutschland aufgebürdet hat, hätte man diesen Mist schon längst abreisen können und blühende Landschaften erzeugen !

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