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17.03.2014

18:36 Uhr

Milliardenschulden

Chinesische Immobilienfirma vor dem Bankrott

Der chinesische Immobilienentwickler Zhejiang Xingrun Real Estate geht wegen Milliardenschulden bankrott und muss nun eine Klage wegen illegalen Geldeinsammelns fürchten. Investoren hatten die Risiken überschätzt.

Die chinesisch Immobilienbranche birgt enorme Risiken für Investoren. Zahlreiche Immobilienentwickler gingen Bankrott. dpa

Die chinesisch Immobilienbranche birgt enorme Risiken für Investoren. Zahlreiche Immobilienentwickler gingen Bankrott.

Ein nicht börsennotierter Immobilienentwickler in China mit Schulden von 3,5 Milliarden Yuan (407 Millioenen Euro) ist in sich zusammengebrochen. Das erfuhr Bloomberg News am Montag aus Regierungskreisen. Der größte Aktionär sei festgesetzt worden.

Den Angaben zufolge hat Zhejiang Xingrun Real Estate nicht genug Kapital, um Gläubiger zu bezahlen – darunter über 15 Banken wie China Construction Bank. Der Mehrheitsaktionär und sein Sohn seien in Gewahrsam genommen worden. Sie müssen nun mit einer Klage wegen des illegalen Einsammelns von Geld rechnen, hieß es weiter.

Der Kollaps verschärft Befürchtungen über die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt des Landes.

Refinanzierungsbedarf der größten Staaten der Welt 2014

USA

Fällige Bonds: 3,1 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 218 Milliarden Dollar

Japan

Fällige Bonds: 2,4 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 87 Milliarden Dollar

Italien

Fällige Bonds: 468 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 79 Milliarden Dollar

Frankreich

Fällige Bonds: 410 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 61 Milliarden Dollar

Deutschland

Fällige Bonds: 268 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 39 Milliarden Dollar

Kanada

Fällige Bonds: 248 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 13 Milliarden Dollar

Großbritannien

Fällige Bonds: 181 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 75 Milliarden Dollar

China

Fällige Bonds: 143 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 58 Milliarden Dollar

Brasilien

Fällige Bonds: 121 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 24 Milliarden Dollar

Indien

Fällige Bonds: 85 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 47 Milliarden Dollar

Russland

Fällige Bonds: 10 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 11 Milliarden Dollar

Zudem war es vor weniger als zwei Wochen zum ersten Anleiheausfall einer chinesischen Firma gekommen. Die Unfähigkeit von Shanghai Chaori Solar Energy Science & Technology , Schulden abzuzahlen, könnte zu Chinas „Bear-Stearns-Moment“ werden – bei welchem Investoren ihrer Risiken überdenken, so wie nach der Rettung der US-Bank in 2008, ist in einer Analyse der Bank of America zu lesen.

Einer Studie von Nomura zufolge gibt es auf dem Immobilienmarkt kleinerer chinesischer Städte „das echte Risiko einer scharfen Korrektur“ auf Grund eines Überangebots. Investoren hätten möglicherweise in diesem Bereich die Risiken unterschätzt.

„Wir glauben der Ausfall des Immobilienentwicklers wird die Banken alarmieren, die Risiken bei Entwicklern zu reduzieren”, erklärte Immobilienanalyst Johnson Hu von CIMB-GK Securities Research. „Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Banken ihre Kreditpolitik mit Blick auf Immobilien überdenken und einen strengeren Standpunkt bei Immobilien- Entwicklungs-Krediten einnehmen könnten.“

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