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28.10.2015

13:24 Uhr

Mitbewohner auf Zeit

Nicht ohne meinen Vermieter

VonJulia Löffelholz

Warum doppelt Miete zahlen, wenn es auch anders geht? Ob Student oder Berufstätiger, wer die eigene Wohnung vorübergehend nicht nutzt, kann sie untervermieten. Doch wann ist das erlaubt und was ist zu beachten?

Hauptmieter haften auch für ihre Untermieter. dpa

Wohnung vorübergehend zu vermieten

Hauptmieter haften auch für ihre Untermieter.

FrankfurtEin Auslandssemester während des Studiums, ein berufliches Projekt in einer anderen Stadt oder ein ausgedehnter Urlaub – es gibt viele Gründe, sein zu Hause einmal für längere Zeit zu verlassen. Doch was passiert mit der Wohnung? Doppelt Miete zu zahlen kostet Geld, nach der Rückkehr eine neue Wohnung zu suchen Zeit und Nerven.

Viele vermieten ihre Wohnung deshalb an Menschen unter, die ebenfalls nur für kurze Zeit eine Bleibe suchen. Auf Portalen wie „WG gesucht“ oder in speziellen Facebook-Gruppen finden Mieter und Vermieter zueinander. Zwischenmiete wird dieses Mietverhältnis genannt.

Doch ist es eigentlich erlaubt, eine Mietwohnung einfach an jemand anderen weiterzuvermieten? Ja, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund, aber nur wenn der Vermieter dies erlaubt. Dieser hat häufig jedoch gar keine andere Wahl. „Soll die Wohnung als Ganzes untervermietet werden, ist der Vermieter in seiner Entscheidung frei“, erklärt Ropertz.

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Die steigende Zahl privat untervermieteter Wohnungen als Feriendomizil sorgt für persönliche und juristische Konflikte. Berlin schiebt dem nun einen Riegel vor. Aber nicht nur deshalb haben die Gegner derzeit Oberwasser.

Bei Vermietung einzelner Räume dagegen, wie zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft, sei der Vermieter verpflichtet, seine Erlaubnis zu geben, wenn der Mieter „vernünftige und nachvollziehbare Gründe“ habe, seine Wohnung zwischenzeitlich zu vermieten. Ein Grund könne zum Beispiel sein, dass der Mieter sonst nicht mehr in der Lage ist, seine Miete zu zahlen.

Ein Schlupfloch gibt es für den Vermieter allerdings doch. Nämlich dann, wenn  die Vermietung für den Vermieter unzumutbar ist. „Unzumutbar wäre es zum Beispiel, wenn jemand in das Zimmer  ziehen soll,  dem der Vermieter einmal fristlos gekündigt hat, weil er gegen die Hausordnung verstoßen hat“, sagt Ropertz. Verweigert der Vermieter seine Erlaubnis, ohne dafür einen triftigen Grund zu haben, kann der Mieter ihn sogar auf Schadensersatz verklagen.

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