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24.04.2012

13:04 Uhr

München

Das Mekka des Immobilienbooms

VonAnette Kiefer

Der Münchner Immobilienmarkt bricht alle Rekorde. Nirgendwo zahlen Mieter und Käufer so viel wie an der Isar. Welche Quartiere jetzt noch für Käufer interessant sind - und ob der Boom weitergeht oder die Blase platzt.

Der Münchener Immobilienmarkt ist einer der teuersten in Europa.

Der Münchener Immobilienmarkt ist einer der teuersten in Europa.

München"Weltstadt mit Herz“ ist zwar nicht mehr der offizielle Werbeslogan Münchens – doch er wirkt noch immer. Millionen von Touristen fühlen sich vom typisch bayerischen Flair der Isar-Metropole angezogen. Shopper aus dem Umland finden in Haute-Couture-Boutiquen ebenso wie in Ein-Euro-Shops, was ihr Herz begehrt. Und mögen die Wohnungsmieten noch so hoch sein – 90 000 Studenten genießen nach der Mühsal des Lernens das Partyleben in München.

So kommt es, dass München Jahr um Jahr wächst. In den vergangenen fünf Jahren zogen 20 000 Menschen mehr in die Stadt als sie verließen. Im vergangenen Jahr kletterte die Einwohnerzahl zum ersten Mal über 1,4 Millionen.

Die Statistiker rechnen damit, dass es im Jahr 2030 noch einmal rund zehn Prozent mehr sein werden. Dann müssen die Münchener wohl noch enger zusammenrücken. Dabei besitzt die Stadt mit 4 300 Einwohnern pro Quadratkilometer schon heute die höchste Bevölkerungsdichte aller deutschen Großstädte.

Kein Wunder also, dass die Preise für Wohneigentum schon längst in den Himmel geschossen sind. Eine Eigentumswohnung kostet derzeit im Schnitt etwa vier Prozent mehr als noch vor drei Monaten und sogar knapp zehn Prozent mehr als vor einem Jahr, hat die Finanzberatungsfirma Dr. Klein errechnet.

Häuser: Die teuersten Lagen von München.

Häuser: Die teuersten Lagen von München.

Das liegt auch daran, dass München die Wirtschaftskrise einigermaßen solide überstanden hat und jetzt ein Aufwertungs-Zyklus ansteht. „Das Jobwachstum ist hoch, viele Leute verdienen wieder besser und können sich deshalb auch bessere Wohnungen suchen“, sagt Andreas Schulten, Vorstand des Marktforschers Bulwien Gesa.

Auch der Wohnindex des Marktforschers F+B Forschung und Beratung zeigt: Für eine durchschnittliche, zehn Jahre alte Eigentumswohnung werden in München pro Quadratmeter mehr als 3 700 Euro fällig. In Hamburg oder Frankfurt an Main kostet ein vergleichbares Apartment lediglich rund 2 500 Euro pro Quadratmeter.

Die Preise für Wohnungen in interessanten Lagen

Lehel

Die Preise für Eigentumswohnungen entwickeln sich in den interessantesten Lagen rasant. Zuwachsraten im zweistelligem Prozentbereich sind üblich.

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 6.362 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +17,4 Prozent

Maxvorstadt

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 5.777 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +21,3 Prozent

Thalkirchen

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 5.684 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +27,1 Prozent

Haidhausen

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 5.570 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +12,6 Prozent

Schwabing

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 4.781 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +12,7 Prozent

Besonders teuer sind Wohnungen mit mehr als 90 Quadratmeter Fläche. Für solche Wohnungen verlangten Verkäufer im Jahr 2011 fast 650 Euro pro Quadratmeter mehr als im Jahr zuvor, hat der Immobiliendienstleister Jones Lang Lasalle (JLL) errechnet.

Für Mietwohnungen gilt dagegen: „Generell sind in München kleine Apartments am teuersten“, heißt es bei JLL. Für Wohnungen mit weniger als 45 Quadratmetern würden pro Quadratmeter im Schnitt 14 Euro Miete fällig. Das Maklerunternehmen Engel & Völkers schätzt zudem, dass das Ende der Preisspirale noch lange nicht erreicht ist.

Immobilienkauf: Die besten Lagen für Wohnungskäufer

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Trotz Preisrekorden von bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter ist der Markt für Eigentumswohnungen interessant. Welche Quartiere für Wohnungskäufer noch Potenzial haben.

Denn die Nachfrage ist so riesig, dass sich bei Wohnungsbesichtigungen oft Schlangen bis auf die Straße bilden und sich potenzielle Mieter sogar schon mit Lebenslauf und Referenzen bei den Vermietern bewerben. „Zurzeit geht am Markt fast alles weg“, sagt Jürgen Schorn vom Entwickler Bauwerk Capital. „Die üblichen Kriterien wie Lage, Infrastruktur, Preis oder Nachbarschaft treten dabei fast in den Hintergrund – viele Projekte lassen sich fast überall platzieren, weil der Druck auf den Kessel so groß ist.“

Kommentare (8)

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svebes

24.04.2012, 13:53 Uhr

die Menschen machen die Stadt und bekommen was sie angestrebt haben. Das seltsame Volk welches eh nur dorthin geht wo das Weissbier mindestens 9€ kostet prägen eben. Normalverdiener können sich innerhalb eines 50km Umkreises eh nichts mehr leisten. In BW hat damals das Cleverle, der alte Gauner, alles subventioniert nach Stuttgart getrieben. Hat ja bis Mappus blendend funktioniert. Die Bayern-Polit-Mafia alles nach München. Wäre mal spannend die Konten, Urlaubsverhalten der verursachenden Politiker bzgl. Lobbygeldern genauer zu überprüfen ;-) An die "normalen" Menschen denkt in diesen Kreisen niemand.

Account gelöscht!

24.04.2012, 14:38 Uhr

habe ein Jahr in München gelebt. Den Hype um die Stadt habe ich nicht ganz nachvollziehen können. Interessant für Wintersportler, aber provinziell. Fühle mich jetzt wesentlich wohler in Köln.

Account gelöscht!

24.04.2012, 14:50 Uhr

Der Druck im Kessel beruht auf der bisher ausgezeichneten Wirtschaftslage. Wehe der Jobmotor kommt ins stottern, dann ist der Druck schnell weg und so manche Investoren werden lange Gesichter machen. Es ist im Moment eine Gradwanderung für so manchen Wohnungskäufer. Wird die Konjunktur gesund bleiben ?

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