Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2012

16:52 Uhr

Nach Heiligendamm-Pleite

Finger weg von Hotel-Fonds

VonChristian Hunziker, Reiner Reichel, Anne Wiktorin

Wer in der Vergangenheit mit seinen Investitionen auf Hotel-Fonds setzte, hat zum Teil herbe Verluste einstecken müssen. Vor allem eine zu geringe Auslastung und teure Kredite sorgen immer wieder für Probleme.

Das Hotel Adlon zahlte nach zwei Nullrunden für 2010 eine Ausschüttung von gerade einmal ein Prozent an die Anleger. dpa

Das Hotel Adlon zahlte nach zwei Nullrunden für 2010 eine Ausschüttung von gerade einmal ein Prozent an die Anleger.

Berlin, DüsseldorfWenn ein in Immobilienkreisen weit verbreitetes Vorurteil zutrifft, dann wird die Insolvenz des „Grandhotels Heiligendamm“ nicht seine letzte sein. Hotels, so heißt es, seien erst nach der dritten Pleite rentabel. Das Urteil mag überzogen sein, ganz falsch ist es sicher nicht: „Wir haben es mit einer sogenannten Betreiberimmobilie zu tun - die ist hochkomplex und deshalb insbesondere für Branchenfremde riskant“, sagt Hotelexpertin Martina Fidlschuster, geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsgesellschaft Hotour.

Wie riskant die Sache ist, bekommen die Anleger des nun insolventen Fundus-Fonds 34 schmerzhaft zu spüren. Mit ihrer Investition ins „Grandhotel Heiligendamm“ hatten sie ihr Vermögen mehren wollen - und zahlen nun drauf. Zwar haften Anleger geschlossener Fonds als Kommanditisten einer KG nur in Höhe ihrer Einlage. Wenn aber ein Fonds in Not gerät und der Verzicht auf Ausschüttungen nicht genügt, um ihn zu retten, werden sie um Nachschüsse gebeten. Selten ziehen alle Anleger mit, Heiligendamm war da keine Ausnahme. Dort weigerten sich die Fundus-Kunden, weitere 32,5 Millionen Euro zu den bereits gezahlten 130 Millionen Euro beizusteuern - der Fonds war nicht mehr zu retten.

Wenig Glück mit ihrer Investition hatten auch die Anleger, die sich Ende der 1990er-Jahre am Fleesensee-Fonds beteiligten. Der vom Berliner Unternehmer David Katz initiierte geschlossene Fonds finanzierte im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern einen Urlaubskomplex mit drei Hotels und knapp 2000 Betten, einem Golfplatz, einer Tennisanlage und einem Spa-Bereich. Obwohl die von TUI und Radisson betriebenen Hotels nach Angaben der Betreiber ordentlich laufen, erhalten die Anleger seit 2009 keine Ausschüttungen mehr. Detlev U. Fricke, Geschäftsführer der Fleesensee Verwaltungs GmbH, nennt zwei Gründe für die Schieflage des Fonds: zum einen zu optimistische Ertragsprognosen für das Spa und die Sportanlagen, zum anderen die Stärke des Schweizer Frankens. 1999 hatte die Gesellschaft ein Franken-Darlehen in Höhe von 54 Millionen Euro aufgenommen. Ohne Einbußen der etwa 1800 Anleger wird der Fonds nicht zu retten sein, macht Fricke klar: „Die Kommanditisten werden einen Beitrag leisten müssen.“

Auch für viele Anleger der Kölner Unternehmensgruppe Ebertz & Partner läuft es nicht wirklich rund. Von den 32 Hotelfonds schütte nur eine Minderheit planmäßig aus, sagt Dirk Iserlohe, geschäftsführender Gesellschafter von Ebertz & Partner. Wie beim Fleesensee-Fonds ist auch das aber vor allem eine Folge von Darlehen in Schweizer Franken, die nun für die Anleger viel teurer geworden sind. „Man könnte heute weinen, dass man damals mit Schweizer Franken finanziert hat“, gibt sich Iserlohe schuldbewusst. Immerhin: Mit den Erträgen aus der Hotelverpachtung könne man zufrieden sein.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

leser

04.03.2012, 17:08 Uhr

"Finger weg von Hotel-Fonds"
___________

Wieso?

Schließlich hat auch der seine Finger ganz drin.

bobi

04.03.2012, 20:49 Uhr

Ich weiß!

Lass uns der Branche helfen und die Mehrwertsteuer für Hoteliers senken! So retten wir Arbeitsplätze und Anleger müssen nicht ihr Geld verlieren!

...ach stimmt, dass haben wir ja schon versucht.

brainy

04.03.2012, 21:26 Uhr

So ein Scheiß kaufen nur Idioten. (Originalton eines Initiators)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×