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15.07.2013

13:15 Uhr

Nach Zerschlagungswarnung

IVG-Aktie stürzt ab

Die klamme Immobiliengesellschaft IVG ist im freien Fall. Die Gläubiger bleiben wohl hart, die Verschuldung muss aber um 1,75 Milliarden Euro gedrückt werden. Eine Einigung muss bis Ende der Woche stehen.

Für das frühere Airrail Center am Frankfurter Fernbahnhof investierte der Immobilienkonzern IVG etwa eine Milliarde Euro. dpa

Für das frühere Airrail Center am Frankfurter Fernbahnhof investierte der Immobilienkonzern IVG etwa eine Milliarde Euro.

FrankfurtDie Angst vor einer Zerschlagung treibt auch die letzten IVG-Aktionäre davon. Die Aktie des hoch verschuldeten Immobilienkonzerns, die zuletzt aus dem Kleinwerteindex SDax ausgeschieden ist, verlor am Montag acht Prozent und kostete damit noch 22 Cent. In den Boomzeiten hatte das Papier einst bei 35 Euro notiert.

Das Bonner Unternehmen, das auf einem Schuldenberg von über vier Milliarden Euro sitzt, verhandelt derzeit auf Hochtouren mit seinen Gläubigern - ein Großteil davon Hedgefonds - über Zugeständnisse. Eine Einigung muss bis Ende der Woche stehen, sollen die Eigner wie geplant am 30. August auf der Hauptversammlung über das Sanierungskonzept abstimmen. Am späten Freitagabend hatte das IVG-Management vorgerechnet, dass Kreditgeber und Inhaber einer Wandelanleihe bei einer Pleite hohe Einbußen hinnehmen müssten, Aktionäre und die Gläubiger einer Hybridanleihe würden sogar leer ausgehen. Vor dieser Drohkulisse laufen nun die letzten Gespräche, um doch noch alle an Bord zu bekommen. Das sei allerdings angesichts der unterschiedlichen Interessenlage schwierig, verlautete aus dem Umfeld des Unternehmens: „Die einen machen mehr Krawall als die anderen.”

Dem Sanierungsplan zufolge sollen die Kreditgeber auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und dafür im Gegenzug IVG-Aktien erhalten (Debt/Equity-Swap). Insgesamt müsse die Verschuldung um 1,75 Milliarden Euro gedrückt werden, um „wieder nachhaltig kapitalmarktfähig zu werden”, hatte IVG Anfang Juni mitgeteilt. Inmitten der Verhandlungen tat sich nun ein neues Finanzloch auf: Um ab Oktober den Liquiditätsbedarf während der Sanierung zu decken, seien bis zu 120 Millionen Euro nötig, erklärte die IVG.

Der Konzern hatte sich in der Finanzkrise mit teuren Projektentwicklungen verhoben, die mit Schulden finanziert wurden und die Erwartungen nie erfüllten. Als die Objekte drastisch an Wert verloren, wurde es eng. Die IVG kommt wegen immer neuer Abwertungen nicht aus den roten Zahlen heraus. Auch für das zweite Quartal dürfte die IVG erneut Verluste ausweisen - kurzfristige Wertberichtigungen könnten die Hälfte des Grundkapitals aufzehren und die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung erforderlich machen, erklärte der Vorstand.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MikeM

15.07.2013, 13:37 Uhr

Schade, dass das HB in seinem diffamierenden Artikel über die AfD keine Kommentare zulässt. Ganz Mainstream, ganz Merkel, ganz Prism. Pfui!

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