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28.01.2007

11:00 Uhr

Nachholbedarf

Immobilienboom in Asien lockt Anleger

VonD. Schönwitz (F. Doll, M. Gerth)

Asiens boomender Wirtschaft fehlen Büros, Geschäfte und hochwertige Wohnungen. Jetzt wird im großen Maßstab gebaut. Wie Anleger daran verdienen können.

Kinder in Chongqing. Vor allem in China scheinen die Millionenstädte nur so aus dem Boden zu schießen. Foto: dpa dpa

Kinder in Chongqing. Vor allem in China scheinen die Millionenstädte nur so aus dem Boden zu schießen. Foto: dpa

Die Thailänder waren schneller. Während in Deutschland Politiker und Lobbyisten wie in einer Endlosschleife noch immer um den Startschuss für börsennotierte Immobilienportfolios (Reits) ringen, steigt beim ersten thailändischen Reit schon seit 2001 der Kurs. Asien boomt, auch am Bau: Reits verwalten allein außerhalb Japans Immobilien im Wert von 98 Milliarden Euro.

Während sich die gesättigten Märkte Europas von einem Auf zum nächsten Ab hangeln, setzen die unterentwickelten Standorte in Fernost permanent Stein auf Stein. "Der Nachholbedarf an Infrastruktur und Immobilien, vor allem in den Schwellenländern, ist enorm. Bisher ist Asiens Büromarkt ohne Japan gerade mal so groß wie Frankfurt, Hamburg und München zusammen", sagt Thomas Beyerle, Research-Leiter bei Degi. Auch bei Wohnungen steigt die Nachfrage rasant. In China leben erst 37 Prozent der Bevölkerung in Städten, in Indien nur 28 Prozent. Zum Vergleich: In Lateinamerika sind es 80 Prozent.

Wo moderner Büro- und Wohnraum knapp und die Nachfrage hoch ist, schießen die Renditen in die Höhe. So weist die Degi, eine Immobilientochter der Allianz, für Büros im indischen Mumbai eine Rendite von elf Prozent pro Jahr aus. Von so traumhaften Erträgen angelockt, pumpten Investoren im ersten Halbjahr dieses Jahres 43 Milliarden Dollar in den asiatisch-pazifischen Immobilienmarkt, etwa 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Anders als in Europa oder den USA drohen die Renditen nicht wegen steigender Zinsen einzuknicken. "Keine andere Region der Welt wächst ökonomisch so schnell wie Südostasien. Die Schwellenländer bieten auf Sicht von zehn oder mehr Jahren hohe Wachstumschancen, etablierte Märkte wie Japan stehen am Anfang eines mehrjährigen Aufschwungs", sagt Leonhard Meyer zu Brickwedde, Vorstandschef Asien bei Hypo Real Estate.

Nicht verwunderlich, wenn Asiens Immobilien bei vielen Investoren ganz oben auf der Einkaufsliste stehen. Das Gros des Geldes stammt aus den Kassen der Profis, von Fonds, Banken, Versicherungen oder Pensionskassen. Aber der Markt ist längst keine rein institutionelle Veranstaltung mehr. Privatanleger können mitmischen, wenn auch nur auf einem Umweg: über offene Immobilienfonds, ausländische Reits, Reit-Fonds und Beteiligungsgesellschaften, die in Asien investieren.

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