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03.06.2012

13:55 Uhr

Neu im Internet

Online den Makler benoten

Ab Juli müssen sich die Immobilien-Vermarkter mehr anstrengen. Auf der Plattform Immobilienscout24 können Kunden sie dann bewerten. Seine Meinung darf allerdings nur kundtun, wer tatsächlich Kontakt zu dem Makler hatte.

Damit der Traum vom passenden Haus in Erfüllung geht, ist ein guter Makler von Vorteil. Jetzt können Kunden sie sogar online bewerten. dpa

Damit der Traum vom passenden Haus in Erfüllung geht, ist ein guter Makler von Vorteil. Jetzt können Kunden sie sogar online bewerten.

BerlinEinmal die Tür öffnen und dafür zwei Monatsmieten Provision kassieren - dieses Bild haben viele Wohnungssuchende vom Beruf des Immobilienmaklers. In einer telefonischen Umfrage des Online-Portals Immobilienscout24 stimmte jedenfalls nur jeder sechste Befragte der Aussage zu, dass "Maklerprovisionen meistens angemessen sind für die Leistungen, die der Makler erbringt".

Die Vermittler hingegen verweisen gern darauf, dass sie eine qualifizierte Beratungsleistung erbringen. Ob dem tatsächlich so ist, lässt sich bald überprüfen: Im Juli schaltet Immobilienscout24 seine Maklerbewertung frei. Wohnungssuchende und -anbieter können die Leistung ihres Maklers mit einem Sternchensystem benoten.

"Wir wissen, dass es bei Maklern große Bedenken gegen ein solches System gibt", räumt Marc Stilke ein, Geschäftsführer des größten deutschen Online-Immobilienportals. Deshalb kann seine Bewertung nur abgeben, wer tatsächlich Kontakt mit dem Makler hatte: Zehn Tage nach der Kontaktaufnahme erhält der Interessent eine E-Mail mit der Einladung, sich an der Bewertung zu beteiligen; dafür hat er dann 30 Tage Zeit.

Fünf Sterne für besten Service
Abgefragt werden die Qualität des Exposés, dessen Übereinstimmung mit der Realität sowie die Erreichbarkeit und die Servicequalität des Maklers. Außerdem wird gefragt, ob der Interessent den Makler weiterempfehlen würde. Im besten Fall gibt es fünf Sterne. Auf ein Freitextfeld verzichtet Immobilienscout, "um keine Plattform für Anwürfe zu bieten", wie Stilke sagt. Als weitere Beruhigungsmaßnahme für die Maklergilde schaltet das Portal zunächst nur Bewertungen mit mindestens zweieinhalb Sternen frei.

Mit billigem Baugeld zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für 20 Jahre gibt es laut Stiftung Warentest derzeit für drei Prozent Zinsen. Durch die Kombination mit Riester-Förderung vergeben Bausparkassen Darlehen mit Effektivzinsen zwischen 3,0 und 3,6 Prozent - bei festen Zinsen und Kreditraten über die Laufzeit von 18 bis 30 Jahren. Auch wenn die Preise zuletzt angezogen haben, sind Immobilien zudem im Zehn-Jahres-Vergleich laut Statistischem Bundesamt noch vergleichsweise günstig.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit so groß wie nie ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern immer aktuelle Zinskonditionen. Der Vergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist beispielsweise nach zehn Jahren ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben meist aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Hauspreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Tilgungsraten von Krediten können zum Teil von der Steuer abgesetzt werden. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesterns staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit verschiedenen Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen, die jeweils unterschiedliche Wechselfälle abdecken. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen.

"Grundsätzlich finden wir jede Art von Transparenz gut", sagt Jürgen-Michael Schick, Vizepräsident des Maklerverbandes IVD. Allerdings fordert er, dass nur erfolgreiche Käufer, Mieter und Verkäufer ihre Bewertung abgeben dürfen. Ansonsten bestehe vor allem in Großstädten die Gefahr, dass Interessenten sich allein deshalb negativ über den Makler äußerten, weil sie ihre Wunschwohnung nicht bekommen hätten.

Dieses Prinzip setzt das Portal Makler-Empfehlung.de um, auf dem sich nach Angaben von Geschäftsführer Martin Mayer bisher etwa 500 Makler kostenpflichtig haben registrieren lassen. Auffällig ist, dass diese fast durchweg hervorragend bewertet werden. Ohne Registrierung darf man auf Makler-Bewertungsportal.de abstimmen.

"Makler müssen lernen, auf Kritik fachmännisch zu antworten", sagt dessen Sprecher Uwe Koch. Und Jürgen Böhm, einst Mitgründer von Immobilienscout24 und jetzt Gesellschafter von Makler-Empfehlung.de, ist überzeugt, "dass in zehn Jahren keine Dienstleistung mehr ohne Bewertung gekauft wird".

Von

hun

Kommentare (5)

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Contra_den_Gierschlunden

03.06.2012, 16:20 Uhr

Wie lange habe ich auf eine solche Bewertung gewartet. Vermutlich werden die Makler nun genötigt sein, auf die Anfragen auch zu antworten oder die notwendigen Unterlagen zur Verfügung zu stellen.
Derzeit scheint es ja als ob nur die bequemsten Anfragen beantwortet werden, da im Verkäufermarkt damit immer noch genug schnelles Geld verdient werden kann.

maui_app-gesucht

03.06.2012, 16:35 Uhr

Großartig!! Hoffentlich können/dürfen die Makler dann nicht SICH SELBST und wenn dann mit der OfficeEmail bewerten. Hoffentlich entsteht nicht sowas wie auf www.amazon.com..Aber wie will man das verhindern?
Vorallem verraten viele Makler die Qualität ihrer betrieblichen Servicewüste, indem sie nur per Email erreichbar sind. Das vorallem in der Stadt Karlsruhe.
Großartige Idee von immoscout! Weiter so!!

sim45

03.06.2012, 22:11 Uhr

...und die Vermieter, die anbieten, auch!!

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