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20.03.2006

10:00 Uhr

Neue Büroparks

In Prag sinken die Immobilienrenditen

Wer vom tschechischen Immobilienmarkt spricht, meint vor allem die Hauptstadt Prag. Doch wurden im Jahr 2005 zum ersten Mal auch Immobilien in weiteren Städten der tschechischen Republik nachgefragt. So entstanden beispielsweise neue Büroparks in Brno und Ostrava.

DÜSSELDORF. Dabei handelt es sich insbesondere um Flächen für Back-Office-Funktionen von Dienstleistern. "Der Grund liegt unter anderem an den gut ausgebildeten und billigeren Arbeitskräften", erklärt Justin Crawley, Head of Capital Markets bei der internationalen Immobilienberatung Jones Lang Lasalle (JLL) in Tschechien.

Generell profitiert der tschechische Gewerbeimmobilienmarkt von den im Vergleich zu anderen osteuropäischen Ländern stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit entsprechendem Wachstumspotenzial, insbesondere nach dem EU-Beitritt des Landes. "Seit dem Mai 2004 wird hier sehr viel gebaut, sowohl Wohnimmobilien als auch Büroimmobilien", bestätigt Martin Kubánek, Rechtsanwalt im Prager Büro der Stuttgarter Kanzlei Gleiss Lutz.

So wurden im Jahr 2005 laut JLL rund 144 000 Quadratmeter (qm) neue Büroflächen auf den Markt. Damit summieren sich die angebotenen Büroflächen auf 1,84 Millionen (Mill.) qm. Die Leerstandsrate verringerte sich im Laufe des vergangenen Jahres stetig und liegt zum Jahresende bei knapp 13 Prozent. Das Mietniveau hochwertiger Flächen blieb stabil und liegt zwischen 18 und 19 Euro/qm im Monat.

Die Normalisierung auf dem Prager Büroimmobilienmarkt zeigt sich auch bei den Renditen. Auf Grund zunehmender Nachfrage bei gleichzeitigem Mangel an verfügbaren Objekten fallen die Renditen bereits seit geraumer Zeit. Als sich vor wenigen Jahren die ersten Investoren an Objekten in der tschechischen Republik beteiligten, erwarteten sie noch Renditen um die zehn Prozent. "Diese konnten jedoch nicht erfüllt werden. Mittlerweile verdienen sie kaum mehr als in den Immobilienzentren Westeuropas", weiß Kubánek. Die Jahresrenditen liegen derzeit bei rund acht Prozent.

Seit dem Fall des eisernen Vorhangs entwickelte sich auch der Einzelhandel in Tschechien mit erstaunlicher Dynamik. Das nutzten westeuropäische Handelsunternehmen wie Metro, Tesco oder Carrefour. So stieg die Fläche an modernen Shopping-Centern in Prag auf inzwischen 534 000 qm. Im November vergangenen Jahres eröffnete im Südosten Prags die neue Mall "Centrum Chodov". "Dieses Shopping-Center hat es geschafft, auch internationale Einzelhändler nach Prag zu locken, etwa Douglas, Esprit oder Salomon", sagt JLL-Experte Crawley.

Ein starkes Wachstum erleben die tschechische Republik und im Besonderen Prag gegenwärtig im Bereich von Logistikimmobilien. "DHL hat in der Nähe des Prager Flughafens ein neues Logistikzentrum gebaut", berichtet Kubanek. Auch die Grundstücke rund um den neuen Autobahnring könnten in den nächsten Jahren Investoren interessieren: Ein Drittel des Rings ist bereits fertig gestellt, für 2010 ist die vollständige Baufertigstellung geplant. mfb

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