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15.03.2006

10:00 Uhr

Neue Chancen

Beliebtes Ziel für weltweites Kapital

VonRichard Haimann

Hiesige Immobilienhochburgen erleben einen Anlageboom. Vor allem ausländisches Geld fließt ins Land. Gekauft wird, was der Markt zu bieten hat.

DÜSSELDORF Die Summe ist gigantisch: Allein 20,5 Milliarden (Mrd.) Euro haben ausländische Investoren nach Berechnungen von Colliers International im vergangenen Jahr ausgegeben, um auf einen Schlag große Pakete deutscher Immobilien zu erwerben. "Die tatsächlich aus dem Ausland in die Bundesrepublik geflossene Summe ist noch viel größer", sagt Gabriele Stegers vom deutschen Colliers-Partner Trombello Kölbel Immobilienconsulting. Und das Investmentvolumen könnte in diesem Jahr weiter wachsen.

Kaum erfasst in den Statistiken ist die große Zahl kleinerer Erwerbun-gen, die Investoren aus dem Ausland im Jahr 2005 getätigt haben. Bestes Beispiel ist die Herkules Grundbesitz GmbH: Dessen Geschäftsführer René Ravn legt seit mehreren Jahren Kapital dänischer Fonds vornehmlich in deutsche Einzelhandelsimmobilien an. Mehr als 100 Objekte haben die Investoren aus dem nördlichen Nachbarland bereits erworben. "Weitere Zukäufe sind geplant", sagt Ravn.

Im Fokus stehen dabei ausschließlich kleinere Objekte - des dänischen Steuerrechts wegen. "Ein Fonds darf in Dänemark maximal aus zehn Personen bestehen", erläutert Ravn. Damit ist der Kaufpreis zwangsläufig begrenzt. Auch die Nutzungsart potentieller Immobilien ist extrem eingeschränkt: Steuerabschreibungen können die Dänen nur bei Hotel- und Einzelhandelsobjekten vornehmen. Zudem können maximal fünf Prozent der Kaufsumme pro Jahr abgeschrieben werden. "Um Abschreibungen in voller Höhe mitzunehmen, muss das Objekt deshalb 20 Jahre lang gehalten werden", erläutert der Geschäftsführer.

Erst in jüngster Zeit an den deutschen Markt gekommen sind australische Investoren. Seit 2005 müssen Arbeitnehmer auf dem fünften Kontinent neun Prozent ihrer Einkünfte in Produkte der Altersvorsorge investieren. "Besonders beliebt sind dabei Immobilienfonds und Real Estate Investment Trusts, die wegen der hohen Anfangsrenditen immer öfter auch in Deutschland investieren", weiß Stegers. Erst Anfang des Jahres zahlte die australische BGP Investment knapp 100 Millionen (Mill.) Euro für 33 Büro- und Geschäftshäuser der Württembergischen Versicherung.

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