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08.08.2014

09:46 Uhr

Neue Internetseite

Ab jetzt gibt's Provision für Bausparer

VonJens Hagen

Bausparverträge sind für Vermittler ein gutes Geschäft, die Abschlussprovisionen können eine vierstellige Summe erreichen. Eine neue Internetseite zahlt bei Abschluss den Kunden die Hälfte zurück. Die Branche wehrt sich.

Innovation: Kunden sollen an den Abschlussprovisionen für Bausparverträge beteiligt. dpa

Innovation: Kunden sollen an den Abschlussprovisionen für Bausparverträge beteiligt.

Bausparverträge sind bei Finanzvermittlern beliebt. Denn fast die komplette Abschlussgebühr landet als Vertriebsprovision beim Berater. Zwischen 0,4 und 1,5 Prozent der Bausparsumme erhalten die Vertriebler. Bei einer Bausparsumme von 60.000 Euro sind das bis zu 900 Euro.

Das vermeintlich leicht verdiente Geld weckt Begehrlichkeiten bei den Kunden: Einige Bausparer möchten einen Teil vom großen Provisionskuchen abhaben. Und in einzelnen Fällen – so berichten Vertriebler in anonymen Gesprächen den Redakteuren von Handelsblatt Online – werden dann auch schon mal ein paar Scheine rübergereicht.

Diese Praxis funktioniert bislang aber nur im Halbdunkel der Hinterzimmer. Denn die Finanzaufsicht Bafin stellte im Jahre 2005 (Geschäftszeichen BA 33 [115440] 110) fest: Eine Vergünstigung einzelner Bausparer verstößt gegen die allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge.

Die Rechte aller Bausparer, also auch denjenigen, die nicht von einer Provisionsabgabe profitieren, würden in diesem Falle nicht gewahrt. „Ich erwarte, dass die Bausparkassen durch geeignete Maßnahmen eine Provisionsabgabe, insbesondere eine aus Provisionseinnahmen finanzierte Erstattung der Abschlussgebühr für einen Bausparvertrag, durch den Vermittler an den Kunden verhindern“, lautet das deutliche Urteil des Bafin-Mitarbeiters.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Diese Anweisung galt, bis heute. Denn ab sofort ist die Internetseite www.meinbausparvertrag.de freigeschaltet. Wer dort einen Bausparvertrag abschließt, an den wird die Hälfte der ausgezahlten Provision weitergeleitet – automatisch und ohne jede heimliche Verhandlung, je nach Wunsch aufs Girokonto oder als Einzahlung in den Bausparvertrag.

Kommentare (4)

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Herr Alexander Solya

08.08.2014, 11:17 Uhr

Hmmm, ich verstehe das Problem der Bausparkassen nicht so recht. Wenn Ihnen die Provisionsweitergabe durch FMH nicht gefällt, dann müssen Sie doch lediglich den Vermittlungsvertrag mit FMH kündigen und kein Neugeschäft mehr annehmen. So einfach ist das.
Damit würden sie auch unterstreichen, dass sie dieses Geschäftsmodell tatsächlich nicht wollen und nicht groß in der Presse Wind machen, aber hintenrum die Anträge dann doch gerne annehmen.

Herr Uwe Lange

08.08.2014, 14:25 Uhr

(...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Florian Meier

08.08.2014, 15:22 Uhr

Wer macht denn noch Bausparen? Ein Produkt, welches die Tilgung in Promille der Bausparsumme pro Monat(!) angibt, hat etwas zu verbergen, nämlich die hohe Tilgung.

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